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Ende des zwoͤlften Jahrhunderts „er vereinigte sich alsdenn
endlich mit den Lateinern in Palaͤstina.
6. 21.
Wesentliche Verschiedenheit der Bildung der Griechischen Dogma-"
tik und der Lateinischen.
Schon in der vorigen Periode zeigte sich in der Oogmatik
und in der Entwicklung ihrer Grundsätze ein offenbarer
Unterschied zwischen der Griechischen und Lateinischen
Kirche. Je mehr sich nun auch die Glaubenslehre der Lateinischen
Kirche durch eigene Untersuchungen ihrer Lehrer nach
und nach ausbildete, je mehr sich die ganze Communication
der beiden Kirchen nur auf die Verbindungen Roms mit
Constantinopel einschränkte, je metaphysischer die Theologie
der Griechen wurde und je mehr sich die Theologie der Lateiner
mit Volksmeinungen vermengte, desto sichtbarer mußte
sich der Unterschied der beiderseitigen Dogmatik zeigen. Manche
wichtige Schriften, welche den ganzen Schatz der spitzfindigen
Griechischen Dogmatik enthielten, wurden zwar übersetzt,
und dadurch auch bei den Lateinern in Gang gebracht, aber
sie bekamen doch nie eben das Interesse für den Lateiner als
für den Griechen. Augustin und Gregor der Große galten
bei jenem immer mehr als die allgemeinen Lehrer; und beide,
nicht sowohl spitzfindige Köpfe als Männer von Declamation,
und einer solchen Einbildungskraft, wie sie gerade dem
eignen Vorstellungsvermögen der Occidentalischen Theologen
am meisten entsprach, mußten nothwendig immer stärkere
Martien machen.
Ueberdieß hatte die ganze Hierarchie des Occidents, verglichen
mit der Orientalischen, gerade die entgegengesetzteste Entwicklung,
mußte also nicht auch Dogmatik, welche den hierarchischen
Meinungen zur Grundlage diente, nach ganz ent-1!