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g. 2.
Verrichtungen des Vikars.
Dem Vikare liegt es ob, sich den amtlichen Verrichtungen, die ihm übertragen
werden, sorgfältig zu unterziehen. Er soll seine Predigten fleißig ausarbeiten, und,
ohne selbst eine größere Anstrengung bei dem Auswendiglernen zu scheuen, sie aus
dem Gedächtnisse ablegen, auch auf den dußiern Vortrag alle Mühe wenden. Auf
die Katechisationen hat er sich gewissenhaft vorzubereiten, und nach Abhaltung derselben
darüber nachzudenken, welche Fehler er dabei gemacht haben möge, und wie er
sie zweckmäßiger hätte behandeln bönnen. Und damit er in der so wichtigen Kunst
zu katechisiren Fertigkeit und Gewandtheit erlange, so soll er an dem Religions-Unterrichte
in der Schule regelmäßigen Antheil nehmen, und in dem Falle, wenn der
ordentliche Geistliche in der Regel die vorgeschriebenen Lehrstunden der Religion in
der Schule gibt, nach der Anweisung desselben eine Abtheilung der Schulkinder darin
unterrichten. Außerdem wird den Vikarien die Haltung biblischer Katechisationen
und freier erklärender Vorträge über biblische Abschnitte (Bibelstunden) in der Kirche.
zu ihrer eigenen Uebung empfohlen. '
Die Schule hat der Pfarrgehülfe auch dann, wenn ihm die Aufsicht über dieselbe
nicht übergeben ist, fleißig zu besuchen, um durch eigene Anschauung und Beobachtung
das Schulreesen kennen zu lernen; aber er soll in keinem Falle, er moͤge
im Namen des ordentlichen Geistlichen in der Schule anwesend seyn oder nicht, sich
ein anmaßendes Vetragen gegen den Schullehrer erlauben. Die Schulbesuche und
die Lehrstunden in der Religion, die er in der Schule ertheilt, sind in das Schul-Diarium
von ihm einzutragen. Theilnahme an den Schul-Conferenzen wird von den
Vibarien erwartet.
Bei allen pfarramtlichen Geschäften, bei welchen der Vikar aus Mangel an Erfabrung
und Uebung seiner eigenen Einsicht nicht mit Sicherheit vertrauen darf, hat
er mit dem Geistlichen, dessen Amt er versieht, oder, wenn dieser krank oder altergschwach
wäre, mit benachbarten Geistlichen darüber Rücksprache zu nehmen, nöthigenfalls
auch den Rath und die Belehrung des Dekans sich zu erbitten.
Den Sitzungen des Kirchen-Convents sollen die Pfarrgehülfen auch dann, wenn
der Pfarrer selbst den Vorsih dabei führt, anwohnen, um sich mit dem Geschäftsgange
bei demselben bekannt zu machen, ohne jedoch in diesem Falle eine Stimme