Contents : Illustriertes Realienbuch.

III  —  51  —

Staat  hat  weißgeflügelte  Männchen  und  Weibchen,  ungeflügelte  Arbeiter  und
großköpfige,  tapfere  Soldaten.  —  2.  Die  Waldameise  ist  braunrot.  Der  dicke
Kopf  hat  starke  Freßwerkzeuge  und  die  Stirn  eine  vorspringende  Leiste.  Die
Brust  ist  schmal  und  nach  oben  stumpfkantig,  der  Hinterleib  gekrümmt;  aus  ihm
spritzen  sie  Feinden  die  ätzende  Säure  entgegen.  Im  August  schwärmen  Männ—
chen  und  Weibchen  in  die  Lüfte,  verlieren  leicht  die  4  losen  Flügel  und  fallen  zu
Boden.  —  3.  Das  gewölbte  Ameisenschloß  findet  sich  an  trockenen  Waldstellen,
besteht  aus  Holzstücken,  Nadeln  und  Erde  und  hat  in  mehreren  Stockwerken  viele
Zellen  und  Gänge.  Darin  herrscht  reges  Leben  und  strengste  Ordnung.  —
4.  Die  Ameisen  lieben  allerlei
flüssige  Nahrung,  besonders  Süßigkeiten.
  Gern  saugen  sie  auch
saftige  Regenwürmer  und  Käfer
aus  und  schälen  kleine  Tiere
sauber  bis  auf  die  bleichen  Knochen
  ab.  Ganz  erpicht  sind  sie  51.  Waldameise.

auf  den  sußen  Saft  aus  dem  Männchen.  b  Weibchen.  e  Arbeiter  (nat.  Gr..
Hinterleibe  der  Blattläuse.  Sie

klettern  ihnen  nach  und  streicheln  sie  mit  den  Fühlern,  bis  sie  die  Süßigkeit
fahren  lassen.  —  5.  Die  Ameisen  nützen  durch  Vertilgung  schädlicher  Stoffe,
durch  ihre  kräftige  arzneiliche  Ameisensäure  und  durch  ihre  Puppen,  die  gutes
Futter  für  Stubenvögel  geben.  —  6.  Wenn  die  Weibchen  ihre  Häucschen
weißer  Eier  abgesetzt  haben,  so  werden  letztere  von  den  Arbeitern  beleckt,
mit  nährendem  Safte  bestrichen,  an  die  Sonne  gelegt  und  in  die  Zellen  verteilt.
  Die  auskriechenden  Larven  werden  reichlich  gefüttert  und  puppen  sich
endlich  ein;  diese  Puppen  werden  fälschlich  Ameiseneier  genannt.

58.  Die  Nonne  oder  der  Fichtenspinner.

1.  Dieser  Nachtschmetterling  ist  in  seinem  massenhaften  Auftreten  eine
wahre  Plage  der  Nadelwälder,  wie  es  die  Heuschrecken  für  die  Felder  sind.  —
2.  Ihr  dicker,  wollig  behaarter  Leib  mißt  212  cm,  die  Flugweite  6  cm.  Die
Vorderflügel  liegen  in  der  Ruhe  dachig  und  haben  auf  weißem  Grunde  schwarze
Zickzacklinien.  Die  weißgrauen  Hinterflügel  haben  einen  punktierten  Saum,  die
Ringe  des  Hinterleibes  rote  Einschnitte.  Die  16  beinige  Raupe  ist  weißgrau
mit  schwarz  und  hat  behaarte  Wärz  -
thenVonroterundblauerFarbe.—"

3.  Die  Nonne  liebt  Kiefernwälder,
verschmäht  aber  auch  Laubhölzer
nicht.  Sie  kommt  sogar  in  unsere
Obstgärten  und  wird  zur  Plage  der
Obstbäume.  —  4.  Die  Raupen
fressen  die  Blätter  in  der  Mitte  aus
und  lassen  dann  das  übrige  zu  Boden
fallen.  Nach  und  nach  werden  die
Bäume  kahl.  Wiederholt  sich  das
öfter,  so  sterben  sie  ab,  denn  die
Nadeln  wachsen  nicht  nach  wie  das  Laub.  —  5.  Ganze  Wälder  können  diese
Verwüster  zerstören,  wie  es  in  Ostpreußen  und  Bayern  der  Fall  gewesen  ist.
Die  schwirrenden  Schwärme  der  Schmetterlinge  glichen  einem  Schneegestöber.
Die  Fichtenstämme  waren  von  den  abgesetzten  Eiern  wie  überglast.  Die  Zweigspitzen
  bogen  sich  unter  den  Raupenklumpen.  Der  Kot  rieselte  von  den  Bäumen

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52.  Nonne  (nat.  Größe).