Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

AUAummer  228.

(andau  a.  J.,  29.  Sept.  In  Kleegarten
brach  nachts  Feuer  aus,  dem  die  zwei  Mühlen
Nirschl  und  Steinhuber  zum  Opfer  sielen.  Bei

Steinhuber  ist  die  Mühle,  der  Stadel,  die  Siallung
  und  die  Scheune,  bei  Nirschl  ebenfalls  die
Mühle  und  die  Scheune  eingeüschert  worden.
U.  a.  verbrannten  alle  Erntevorräte  mit.  Der
Schaden  ist  groß,  die  Brandursache  noch  unbelunnt.


 

3#wensches  Ogerisss

Ueubeuern,  29.  Sept.  Der  größte  Mann
des  Leib  Regts.,  Gefreiter  Michael  Huber  von
Kohlgrub,  ist  in  den  letzten  schweren  Kämpfen
vor  dem  Feind  gefallen.  Bei  Kriegsausbruch
diente  er  aktiv;  als  Flügelmann  des  Leib  Re
giments  nahm  er  an  den  ruhmreiben  Lämpsen
  des  Regiments  teil  und  zeichnete  sich  als
echter  Sohn  unserer  Berge  burch  Lervorragende
Tapferkeit  aus.  Der  Kaiser  ließ  sich  bei  Gele.
genheit  den  Helden  vorstellen,  zeichnete  ihn
durch  eine  längere  Ansprache  aus  und  beftete
im  das  Eiserne  Kreuz  an  die  Brust.  Tapfer
und  treu,  wie  er  gestritten,  il  er  nun  gefallen.

Bruckmühl,  29.  Sept.  Die  Bayer.  Wolldeckenfabrik
  hat  für  Kriegsbeihilfen  an  Kriegelfrauen
  bis  jetzt  76000  Mark  ausgegeben.
Anßerdem  unterstützte  die  Fabrik  ihre  Arbeiter
noch  in  der  Weise,  daß  sie,  wie  im  vorigen
Jahre,  so  auch  heuer  für  ihre  Arbeiter  1000
Jentner  Kartoffel  bestellt  hat,  die  sie  zuw
Preise  von  4  Mark  abgibt,  obwohl  sie  ihr  über
6  Mark  zu  stehen  kommen.

Bundham,  29.  Sept.  Gestern  brannte  das
große  Anmesen  zum  Köhlerbauer  am  Schwarenberg,
  Herrn  Marin  Maierhofer  gehörig,  voll.
siowiq.  mieder.  Verbrannt  sind  die  gesamte
Cinte,  die  Baumannsfahrnisse  und  ein  Teil
des  Mobiliars.  Aus  dem  Stalle  konnten  nur
mit  Mühe  das  Großvieh,  22  Stück,  gerettet  werden.
  Selbstentzündung  des  Grummets  wird  als
Wrandursache  betrachtet.  Der  Schaden  ist  groß
und  nur  teilweise  durch  Versicherung  gedeckt.

Berchtesgaben,  29.  Sept.  Schneefall  in
den  höher  gelegenen  Almen  hat  den  Abtrieb
des  Viehes  veranlaßt.  Inmm  Gebiete  der  Mnien
des  Steinernen  Meeres  haben  rie  Besitzer  von
Schafherden  aus  der  Gegend  Auger,  Inzell  2c.
erhebliche  Verluste  zu  beklagen.  Von  400  Scha.
sen  werden  nicht  weniger  als  90  vermißt  30
lonnten  noch  gefunden  werden.  Die  übrigen
müssen  meistens  infolge  Wildheit  durch  Abschuß
  getötet  werden.  Auf  verschiedenen  Amen
ersolgt  seit  Jahren  kein  Auftrieb,  wodurch  die
früher  so  blühende  Ziegenzucht  verschwunden
ist.  —

 

————

Zum  Marine=  Opfertag.  In  ganz
Deutschland  öffnen  sich  am  Sonntag,  den  1.
Oktober,  die  Herzen  und  die  Hände  all  derer,
die  Gefühl  und  ein  Verständnis  für  das  Helden
tum  unserer  Marine  besitzen  und  die  unsere
todesmutigen  blauen  Jungen  lieben.  Der  1.  Ok.
tober  soll  zu  einem  Ehrentage  für  die  Marine
werden.  So  rüstet  sich  auch  die  Einwohnerschaft
Rosenheims,  um  den  Opfertag  würdig  zu  be.
gehen.  Opfertag!  Was  bedeutet  für  uns  Opfertag?
  Was  wollen  wir,  denen  es  nicht  ans
Leben  geht,  von  „Opfern“  sprechen?  Gewiß,
wir  ertragen  Entbehrungen,  die  uns  der  Krieg
auferlegt  und  die  zum  Durchhalten  ertragen
werden  müssen,  aber  „Opfer“  sind  es  nicht,  die
wir  bringen.  Opfer  bringen  die  da  drausten  zu
Wasser,  zu  Lande  und  in  der  Lust,  die  für  #hr
Vaterland,  für  ihre  Heimat.  für  uns  kämpfen
und  bluten,  die  ihre  Gesundheit  und  ihr  Leben
für  uns  lassen!  Das  sind  Opfer!  Danken  wir
Gott,  daß  wir  unter  sicherem  Dache  wohnen
tönnen,  beschützt  von  Heer  und  Marine!  Darum
  wollen  wir  dem  innigen  Danke  unseren  Beschützern
  gegenüber  am  Sonntag  durch  eine
freudige  Gabe  Ausdruck  geben.  Heute  findet  bereito
  eine  Vorfeier  statt,  indem  abends  im
„Deutschen  Kaiser“  ein  vaterländisches  Konzert
unserer  Militärkapelle  den  Tag  einleitet.  Auch
andere  Vorträge  sind  in  die  Pausen  eingeflochten.
  Die  Darbietungen  werden  sicherlich  allgemeines
  Interesse  wecken.  Am  Sonntag  pormit.
lags  sehen  wir  einen  Umzug  der  Jugendwehr,
welche  am  Kriegerdenkmal  und  auf  dem  Max-Jolsephsplatz
  einen  patriotischen  Akt  veranstalten
wird.  Der  Umzug  beginnt  um  11  Uhr.  Wir
dürsen  zuversichtlich  hoffen,  daß  auch  an  diesem
Tage  die  Opferfreudigkeit  und  der  Opferwille
aller  sich  wieder  neu  bewähren  wird.  Es  gilt,
unjerer  tapferen  Marine  zu  zeigen,  daß  wir
ibren  Wagemut  u.  ihre  Heldentaten  zu  schäten
und  zu  ehren  wissen.  Gebe  darum  jeder  freudig

  naßh  Broͤsteni

 

Kleinverkauf  bleiben  bestehen.  r  Aepfel  muß,
hsed

Rofenheim,  30.  Sept.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen;
Jalob  Schnitzlbaumer  aus  Harthausen,  Soldat
im  2.  Inf.  Neg.;  Martin  Unterhuber.  Nemederbauer
  aus  Nemeden  bei  Babensham,  Ers.=  Res.
im  12.  Res.-Juf.  Reg.;  Korbinian  Springer,
Vauerssohn  aus  Hbeenrain  bei  Rolt  am  Inn.
Soldat  im  12.  Ref.  nf.  Reg.:;  Golttlieb  Bär
nahly,  Rentamts.  In:  /ient  in  Bad  Aibling,  zulet
  in  Traunflein,  Kriegs-  Cinjähriger  im  20.
Zuf.  Neg.;  Johann  AMaidacher,  Schmiedmei:
slerssohn  aus  Siegsdorf,  Trainreiter  7  der
Etappen-Telegraphen-Direklion;  Faz

*“5  aus  Warnnanei  —  Ser
im  16.  Inf.  7

rpre,annnnsn„  im  Felde.  Der  stuo.
’*ein  Weinberger  aus  Nosenheim,  zurzeit
Unteroff.  in  einem  baner.  Fuß-Art.  Regt.  wurde
mit  dem  Eisernen  Kreuz  ausgezeichnet.  Der  in
ener  R.  .Eisenbahnbau-Komp.  stehende  Pionier
Josenh  Still,  Sohn  des  Streckenwärters  Frz.
Still  in  Abling,  wurde  mit  dem  Cisernen  Kreuz
2.  Klasse  ausgezeichnet.

Cin  beliebter  Arzt  unserer  Stadt,
Herr  Dr.  Bichlmayr,  erkrankte  vor  längerer  Zeit
an  einem  schweren  Augenleiden,  das  eine  zu.
nehmende  Verminderung  des  Augenlichtes  verursachte
  und  schließlich  zur  vollständigen  Erblin.
dung  führte.  Die  vor  lurzem  durchgeführte
Oxeration  hatte,  wie  wir  zu  unserer  Frende
vernehmen,  einen  derart  *Wi*  Erfolg,  daß
Kerr  Dr.  Bichlmayr  ab  1.  Oitober  wieder  seine
Praris  ausüben  kann.  Wir  entbieten  Herrn  Dr.
Vichlmayr  unsere  besten  Glückwünsche!

Uelksverein.  Sonntag,  den  8.  Oktbr.,
nachm.  4  Uhr,  wird  die  hiesige  Ortsgruppe  des
Vollevereins  beim  „Bräu  am  Anger“  eine
össentliche  Versammlung  abhalten.  Das  Neferat
  hat  HH.  Dr.  Mehmer-München  #ugesagt.
Im  Interesse  des  aktuellen  Themas,  das  im
Vvause  der  Woche  durch  Inserat  bekanntgegeben
  verden  wird,  sei  jetzt  schon  auf  diese
Versammlung  hingewiesen  und  zu  zahlreichem
Besuche  seitens  der  Mitglieder  und  sonstiger
Interessenten  eingeladen.

Derneue  Fahrplan  tritt  morgen  Sonntag
  in  Kraft.  Die  Abonnenten  des  „Nosenheimer
  Anzeiger“  erhalten  den  gewohnten  Wandfahrplan
  bereits  mit  der  heutigen  Nummer.
Auch  die  Taschenfahrpläne  der  Buchdruckerei
Keil  und  der  Buchhandlung  Loth  sind  bereits
erschienen.  Für  die  Strecke  Rosenheim-München
bringt  der  neue  Fahrplan  eine  Aenderung,
die  sehr  unangenehm  wird  empfunden  werden.
Bis  jeht  ging  der  Dormittagseilzug  nach  München
  um  9,21)  Uhr  hier  ab,  und  von  10,30  Uhr
ab  klonnte  man  in  München  seinen  Geschäften
nachgehen.  Das  wird  jetzt  anders.  Es  war
ja  bereits  bekannt,  daß  dieser  Eilzug  später
gelegt  werden  sollte  daß  man  ihn  aber  gleich
um  mehr  wie  1½  Stunden  später  abgehen
lassen  würde,  damit  hat  sicherlich  niemand  gerechnet.
  In  der  Tat  geht  aber  der  Eilzug  von
jetzt  ab  erst  um  11  Uhr  in  Rosenheim  ab  und
man  trifft  erst  um  12,10  Uhr  in  München  ein,
also  zu  einer  Zeit,  in  der  alle  Kanzleien  bereits
geschlossen  sind.  Geschäftliche  Angelegenheiten
kaslen  sich  also  am  Vormittag  in  München  nicht
mehr  erledigen,  wenn  man  nicht  bereits  um
5.10  Uhr  früh  fahren  will.  Unter  diesen  Umständen
  wird  jedenfalls  die  Strecke  Rosenheim-Holzlirchen-München
  wieder  bevorzugt  werden.
Hier  geht  ein  Zug  um  8.20  Uhr  in  Rosenheim
ab,  der  um  11,08  Uhr  in  München  eintrifft.
Bis  Mittag  verbliebe  also  immer  noch  fast
eine  Stunde.  Abends  geht  der  Eilzug  in  München
  um  5,55  Uhr  nach  Rosenheim  ab.  Wer  zur
Hin=  und  NAugfahrt  die  beiden  Cilzüge  benützen
will,  hat  also  in  München  nur  5  Stunden  und
45  Münuten  Aufenthalt.  Die  letzte  Fahrgelegenheil
  zur  Rückkehr  nach  Rosenheim  bietet  der
Personenzug,  der  um  7  Uhr  im  Hauptbahnhof
in  München  abgeht.  Auch  die  Fahrzeit  der  Personen-Zuges
  *n-  entspricht  nicht  den  Erwartungen.
  Da  der  Abendeilzug  München-Rosenbeim
  von  München-Ost  ab  bie  Rosenheim
keinen  Ausenthalt  mehr  hat,
fahrende  Personenzug  den  Unterwegsverkehr  besorgen.
  Dieser  Zug  ging  früher  um  2,30  Uhr
in  München  ab  und  traf  etwa  um  5  Uhr  in
Rosenheim  ein.  Jetzt  aber  verläßt  er  München
erst  um  4,25  Uhr  und  trifft  um  6,42  Uhr  in
Rosenheim  ein,  wenige  Minuten  vor  dem  Eilzug,
  der  Rosenheim  um  6,59  Uhr  erreicht.

Nachtdienst  in  den  Apotheken.  Wir
machen  unsere  Weser  aufmerksam,  daß  im  Monat
Oklober  die  Marien-Apotheke  am  Maz-Josephsplatz
  den  Nachtdienst  versehen  hat.  .  die
sem  Monat  ist  von  p##  8  Uhr  bis  7  Uhr
morgens  nur  die  obengenannte  Avpothele  zugänglich.


Polizeistunde  am  30.  Sept.  Die  Polizeistunde
  heute  nachts  #t  die  Stunde  124A,  das
heißt  um  12  Uhr  mitternachts  nach  der  Sommerzeit.


Die  Beschlagnahme  der  Zwetschgen
  ist  jetzt  wieder  aufgehoben  worden.  Da
das  Veräußerungsverbot  seine  Wirkung  getan
hat,  wird  es  mit  Wirkung  vom  Sonntag,  den
1.  Oktober  einschl.  ab  aufgehoben  werden.  Der
Bandel  mit  3  ist  von  da  vtT  frei.  Die
auichen  a  stpreise  von  10  pro  Ztr.
rr  bendne#g  und  25  Pfg.  pro  i

 

soll  der  voraus- 



 

da  der  Marmelndenbedarf  hiedon  noch  nichi
annähernd  gedeckt  ist,  die  Beschlagnahme  zugunsten
  der  Marmeladesabriken  weiter  bestehen
bleiben.  Lossentlich  fällt  auch  diese  Beschlagnahme
  recht  bald

Städt.  Hülsenfrüchtenverkauf.  Am
lommenden  Montag,  den  2.  Oktober,  findet  der
lelte  Verlaufslag  für  die  laufende  Brotkartenreriode
  slatt.  Unbenützte  Karten  verlieren  ihre
Eattigset.  Die  Verkaufszeit  ist  von  8—12  und
2—6  Uhr

Das  Abschlachten  von  Ferteln.  Die
Vayer.  Fleischversorgungsstelle:  schreibt:  Es  ist
belannt  geworden,  daß  in  manchen  Gegenden,
insbesondere  in  Niederbayern,  oie  allerdinqs
erheblich  zurückgegangenen  Ferlelpreise  immer
mehr  Landwitre  peramassen,  Ferlel  zu  schlach-#ten.
  Das  Ueberhandnehmen  der  Schlach.
lungen  so  junger  Tiere  kann  die  Fieischversorgung
  der  lommenden  Monate  ernstlich  gefährden.
  Es  muß  deshalb  nachdrücklich  davor
gewarnt  werden.  Uebrigens  sei  in  Erinnerung
  gebracht,  daß  auch  die  Schlachtung  von
SZerlein  als  Haueschlachtung  genehmigungs-Fflichtig
  ist  und  daß,  falls  die  Genehmigung
erlult  wird,  das  gez#n###e  Freus  der
Verbrauchsregelung  (Amechmung  au  die  Fleischlarte)
  unterliegt.  —  Die  „M.-A.  A.“  bemerlt
hiezu:  Man  sollte  meinen,  daß  vie  Behörden
wenn  durch  gewinnsüchtiges  Verhalten  eines
Teiles  der  Bevöllerung  die  „Fleischversorgung
  der  kommenden  Mon#ate  enhllich  gesahrdet"
  wird,  andere  Mittel  und  Wege  zur
Verhinderung  finden  würden;  denn  was  mit
Warnungen  erreicht  wird,  das  könnte  man  in
den  zwei  Jahrene  des  Krieges  endlich  gelernt
aben.

Entwendet  wurde  am  29.  Sept.  einer

Dienstmagd  ein  schwarzer  Geldbeutel  mit  zwei

arl.  Scheinen  und  Brotmarken  vor  der  Niedermayrschen
  Buchdruckerei.

Verlust.  Ein  noch  guterhaltenes  Frauen.
fahrrad  blieb  am  Marttplatze  stehen.  Näherezu
  erfragen  in  der  Polizeiwache.

Mechsiche  Aachtichlen.
Oltoberrosenlranz.

Seit  mehr  als  30  Jahren  vereinigen  sich  die
Kathonren  der  ganzen  Welt  im  Monate  Oltob.
zum  Rosenlkranzgebete,  um  durch  Maria,  die
allerseiigste  Jungfrau  und  Königin  des  Rosenlranzes,
  Gottes  Gnade  und  Barmherzigkeit  zu
erflehen.  Oft  schon  hat  sich  die  Kraft  und
Wirksamieit  dieses  Gebetes  in  schweren  Zeiten
gezeigt  und  die  Erinnerung  daran  muß  unser
Vertrauen  gerade  in  dieser  schreklichen  Kriegszeit
  wecken  und  vermehren.  Wenn  wir  darum
hören,  wie  auch  unsere  wackeren  Soldaten  nebst
den  Waffen  gerne  auch  den  Rosenkranz  zur
Hand  nehmen,  dann  wollen  wir  daheim  in
diesem  Monat  mit  dem  Nosenkranz  in  der  Hand
recht  zahlreich  zur  Kirche  eilen  und  Gottes
GCnade  und  Segen  auf  unsere  im  Felde  slehenden
  Soldaten  u.  auf  unser  Vaterland  herabrufen.
  Kommt  darum,  Katholilen  Rosenheims,
im  Monat  Oktober  recht  zahlreich  in  die  Kirche,
sowie  bei  der  Maria=  u.  Herz  Jesu.  Andacht.
Möchten  namentlich  auch  die  Kinder  sich
gebete  vom  Himmel  den  heißersehnten  Frieden
scharenweise  einfinden  und  mit  dem  Rosenlkranzersflehen.
  Der  Oktoberrosenkranz  ist  an  Werktagen
  abends  6  Uhr  in  seierl.  Weise  vor  ausgesecztem
  Allerheiligsten.  Am  Freitag  möge  er
besonders  für  die  armen  Seelen  und  für  die
gefallenen  Krieger  aufgeopfert  werden.  Möge
zum  RNosenkranz  auch  zahlreicher  Salramentsempfang
  kommen.

Kath.  Stadtpfaramt  Rosenheim.

Der  Weltkrieg
Das  deutsch-schweizerische

Berlin,  30.  Sept.  Der  „Berliner  Lokal-Anzeiger“
  schreibt:  Das  neue  Handelsabkommen
zwischen  Deutschland  und  der  Schweiz  hat  eine
doppelte  Bedeutung.  Es  ist  ein  Zeugnis  der
Entschlossenheit,  auch  im  Kriege  das  Gebot
der  Freundschaft  zu  achlen  und  zugleich  ein
Dokument  überlegener  Klugheit  gegenüber  engherziger
  Beschränktheit.  Deuschland  und  die
Schweiz  haben  sich  nicht  zu  Sklaven  von  Prinzipien
  gemacht,  sondern  sich  dahin  geeinigt,
ein  praktisches  Ergebnis  zu  schaffen.  Beide  Parteien
  haben  sich  bemüht  zu  zeigen,  daß  eine  gewalttätige
  und  völkerrechtswidrige  Blockade  vernünftige
  Nationen  nicht  daran  hindern  kann,
ihr  Haus  zu  bestellen,  so  zu  bestellen,  wie  es
unter  den  bedrängten  Verhältnissen  möglich  ist.

 

 

Die  Pariser  Lebensmittelnot.
Bern,  30.  Sept.  Der  Pariser  Stadtrat  erb#
terte  die  Lebensmittelfrage  eingehend.  Es  ging

 

Senntag,  1.  Oxrteber  19

ein  Antrag  durch,  in  dem  der  Präfekt  auf
fordert  wuroe,  sofort  zur  Festsetzung  von  5

preisen  zu  schreiten.  Ferner  wurde  festgestel
daß  die  Milchlieferung  von  1  100  000  Liter  a
200  000  Titer  gesunken  sei.  1n

vevenemittelteuerung  und  Friedenoneigung
  in  England.

Berlin,  30.  Sept.  Sehr  heftige  Kundae
bungen  gegen  die  Verteuerung  der  Lebensm
tel  in  England  fanden  seitens  der  onttücch
Arbeiterpartei  in  Glasgow  statt.  Ein  Redn
sagte:  Die  Regierung  habe  16  Monate  Zeit  9
habt,  Organisationen  zu  schaffen,  um  das  #
beitende  Volk  nicht  durch  struppelose  Kapüas
listen  und  Nahrungemittelwucherer  ausbeut.
zu  lassen.  Ein  anderer  Redner  sprach  von  eine
unverkennbaren  Anwachsen  eines  gewissen  G
sühies  in  ganz  Europa.  Wenn  sich  eine  Gei
genheit  zu  einem  befriedigenden  Frieden  biet
dürfe  keinen  Augenblick  länger  geduldet  werden
daß  Tausende  von  Monschenleben  aus  reine
Nachsucht  geopfert  würden.

Eine  Schlappe  der  Serben.

Budapest,  30.  Sept.  Aus  Saloniks  win
berichtet:  Die  Serben  erlitten  bei  Kajmaka
laun  eine  bedeutende  Niederlage.  Sarrafl  ho#
ihnen  sarbige  Truppen  als  Reserven  nachge
schickt.  (3.)

Die  griechische  Krise.

Bern,  30.  Sept.  Gestern  nachm.  hatte  Co
romillas  eine  Besprechung  mit  Sonnino,  Eleich
zeilig  sprachen  die  griechischen  Gesandten  be
den:  Regierungen  in  Vondon,  Paris  und  ##
tereburg  wegen  der  Griechenland  zu  gebende
Antwort  vor.  Die  Alliierten  vertreten  da
Standpunlt,  daß  über  eine  griechische  Interver
tion  nicht  mehr  verhandelt  werden  soll.  Für
Griechenland  ist  der  Krieg  mit  Bulgarien  um
vermeidlich,  nicht  um  der  Entente  zu  nützen,  son
dern  um  sich  selbst  zu  retten.

Das  Bombardement  auf  Bukarefskt

London,  30.  Sept.  Nach  einem  Berich
der  „Times“  aus  Bukarest  wird  offiziell  mit
geleit,  daß  bei  dem  Luftbombardement  #
Montag  60  Personen  getötet  wurden.  (3.)
Lyoner  Blätter  bleiben  die  Bukarester  amill

Genf,  30.  Genpt.  Nach  einer  Meloun
Angaben  über  die  Zahl  der  Opfer  der  Fliegen
angriffe  weit  hinter  der  Wirklichkeit  zurück.  (3.

Nussische  StimmunggegenEnglanm
Köln,  30.  Sept.  Dem  Korrespondent  de
„Kölnischen  Vollszeitung“  in  Sofia  machte  de

Chef  der  bulgarischen  Sanitätskommission,

nach  zweijähriger  Tätigleit  aus  Nußland

rückgelehrt  ist,  bemerkenswerte  Angaben  übe
seine  russischen  Erfahrungen.  Die  rufsische  Prefi
gibl  darnach  der  Auffassung,  die  Armee  kämpfe
nur  für  die  engl.  Interessen,  freimütig  Ausdruck.
  In  konservativen  russischen  Kreisen  heusche
  ausgeprägte  Friedensneigung,  wogege#

 

 

 

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