Zweites Bündniß gegen Frankreich zwischen Oesterreich, England 2c. 333
schen und russischen Heere auf dem Kampfplatze erscheinen konnten. Mit
einem großen Heere, das aber aus ungeübten, in Eile ausgehobenen
Leuten bestand und von dem unfähigen österreichischen General Mack
befehligt wurde, rückte der König in den Kirchenstaat ein und besetzte
am 19. November Rom, indem die französischen Abtheilungen überall
zurückwichen. An den Gränzen Toskanas hatte endlich General Championnet
die erwarteten Verstärkungen an sich gezogen und nun warf
er die Neapolitaner noch schneller aus dem Kirchenstaat hinaus (13. Dezember),
als sie eingezogen waren. Gleichzeitig zwang das Direktorium
den König von Sardinien zur Abtretung Piemonts, weil er mit
den Feinden der Republik in Verbindung stehe; er ging nach Kagliari
und protestierte gegen die Giltigkeit der abgedrungenen Entsagung.
Mit Anfang des Jahres drang Championnet gegen Neapel
vor; nach einigen blutigen Gefechten schloß Mack Waffenstillstand, übergab
das feste Kapua und versprach eine Kriegssteuer von 10 Milllionen
Fr., die Neapel bezahlen sollte. Nun wurde er der Verrätherei beschuldigt;
die Hauptstadt empörte sich, das Heer löste sich vollends in meuterische
Banden auf und Mack mußte sein Heil in der Flucht zu Championnet
suchen. Der König entfloh mit dem Hofe nach Sicilien, die
neapolitanischen Kriegsschiffe wurden auf seinen Befehl in dem Hafen
verbrannt, die große volkreiche Stadt sich selbst überlassen. Die Lazzaroni
bemächtigten sich der Kastelle, ermordeten verdächtige Bürger und
öffneten die Gefängnisse. Championnet mußte vier Tage (19.—24. Jan.)
stürmen, bis er Herr der Stadt war, 10,000 Lazzaront verloren in dem
wüthenden Kampfe das Leben, und Neapel wurde zur parthenopätschen
Republik erklärt.
Der Hogreß in Rastatt. Schlacht bei Stochach (den 26. Märg).
Im Januar 1799 erschien das russische Hilfsheer unter Suwarow
auf deutschem Boden; es war nach Italien bestimmt und ging dahin
ab, während der Erzherzog Karl sich am Lech kriegsfertig aufstellte.
Die kaiserlichen Kommissäre erklärten den Kongreß in Rastatt als aufgelöst,
nicht zur Freude der Reichsstände im südwestlichen Deutschland,
die gerne Frieden gemacht hätten und sich schon früher theilweise mit
den Franzosen in geheime Unterhandlungen eingelassen hatten. (Dieselben
find jetzt bekannt; Baden, Württemberg 2c. versprachen: Neutralität in
künftigen Kriegen zwischen Frankreich und dem Katser, wobei die Franzosen
aber freien Durchmarsch durch die neutralen Länder haben sollten;
für die Aufhebung des Lehensverbaudes der italienischen Städte mit dem
Reiche zu stimmen, Hüningen und Kehl aufzugeben und Kontributionen
zu bezahlen. Dafür bedingten sie sich Abteien und bischöfliche Gebietstheile
aus!) Von diesen hätte der österreichische Minister Lehrbach