Metadaten : Reichs-Gesetzblatt. 1888. (22)

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2.  Die  Sätze  des  Militärtarifs  enthalten  die  Vergütung  für  alle  Leistungen
der  Eisenbahnverwaltungen  bei  der  Vorbereitung  und  Ausführung  der  Militärtransporte.


Die  Gebühren  für  außergewöhnliche  Leistungen,  wie

a)  Ladekosten  (bei  Wagenladungen  Anlage  X,  13),

b)  Lagergeld  bei  verspäteter  Abnahme  von  Militärgut  (§.  34,  1)  Betr.  Regl.

§.  60),

c)  Standgeld  bei  verspäteter  Be-  oder  Entladung  der  Eisenbahnwagen
(Betr.  Regl.  §.  60)  oder  bei  verspäteter  Abnahme  von  Vieh  und  Fahrzeugen
  (Betr.  Regl.  §§.  36,  42,  43),  sowie  für  vorübergehende  Unterbringung
  von  Vieh  (Bestimmungen  des  Bundesraths  vom  13.  Juli
1879  §.  1  Abs.  5  und  6),

d)  Tränkegebühr  bei  der  Tränkung  von  Schlachtvieh  auf  öffentlichen  Tränkstationen
  (Bestimmungen  des  Bundesraths  vom  13.  Juli  1879  §.  6),

e)  Nachnahmeprovision  (Betr.  Regl.  §.  54),
f)  Zollabfertigungsgebühren  (Betr.  Regl.  §.  51),

g)  Etwaige  Rollgelder  (Betr.  Regl.  §.  59),  soweit  die  Militärverwaltung
das  bahnseitige  Abrollen  in  Anspruch  nimmt,

h)  Zuschläge  für  etwaige  Werth-  oder  Interessedeklaration  (Betr.  Regl.
§§.  38,  39,  44,  45,  68,  70),

i)  Gebühr  für  Abstempelung  der  Frachtbriefe  und  Verkaufspreis  der  letzteren
und  der  statistischen  Anmeldescheine  (Betr.  Regl.  §§.  50,  51),

werden  nach  den  für  den  allgemeinen  Verkehr  geltenden,  gehörig  veröffentlichten
Bestimmungen  vergütet,  soweit  nicht  ausdrücklich  etwas  Anderes  bestimmt  ist.

3.  Wird  die  Beförderung  von  Militärzügen  in  der  Nachtzeit  auf  Bahnstrecken
  erforderlich,  auf  welchen  ein  regelmäßiger  Nachtdienst  nicht  eingerichtet  ist,
und  deshalb  eine  Bewachung  der  Bahn  gewöhnlich  nicht  stattfindet,  so  sind  neben
den  tarifmäßigen  Gebühren  die  Kosten  für  die  Bewachung  der  Bahn  außerhalb
der  gewöhnlichen  Dienstzeit  mit  zwei  Mark  für  das  Kilometer  zu  vergüten;  siehe
auch  §.  18,  3.  

4.  Für  die  ausnahmsweise  Beförderung  mit  Kurier-  und  Schnellzügen
(15,  2)  werden  die  Fahrpreise  des  gewöhnlichen  Verkehrs  vergütet.

5.  Die  Berechnung  der  Gebühren  für  Militärtransporte  erfolgt  nach  den
durch  die  Transporte  wirklich  zurückgelegten  Wegen.  Die  Entfernungen  der  Stationsorte
  ergeben  sich  aus  den  von  der  Aufsichtsbehörde  für  den  öffentlichen  Verkehr
  (Lokal-  oder  direkten  Verkehr)  genehmigten  Kilometerzeigern,  in  Ermangelung
derselben  aus  dem  zur  Zeit  der  Leistung  gültigen  amtlichen  Kursbuche  der  Reichs-Post-
  und  Telegraphenverwaltung  (Reichs-Kursbuch).