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1796 in dem ligurischen Küstenstriche bis Savona hin stand und den Kamm
des Gebirges inne hatte. Dieselbe war schlecht ausgerüstet und verpflegt, in
einem wahrhaft kläglichen Zustande. Der neue Obergeneral wußte den Mut
der Krieger durch den beredten Hinweis auf die lachenden Fluren Italiens,
wo er ihnen Abhilfe ihrer Leiden, Bente und Ruhm verhieß, von neuem aufzurichten.
Bonaparte drang über das Gebirge zwischen den Quellen der Bormida,
wo eine allgemeine Einsattelung den Übergang erleichtert, in Piemont
ein, schlug die Osterreicher und Sardinier in mehreren Gefechten, die er mit
dem Namen der Schlachten bei Montenotte (11. und 12. April) und Millesimo
(12. bis 15. April) bezeichnete, und nötigte durch sein unanfhaltsames
Vordringen gegen Turin den König Viktor Amadeus von Sardinien zum
Friedensschluß und zur Abtretung von Savoyen und Nizza. Bei der Verfolgung
der Osterreicher überschritt Bonaparte den Po, schlug ein österreichisches
Corps an der Adda bei Lodi (10. Mai), zog als Sieger in Mailand ein
(14. Mai) und eroberte die ganze Lombardei bis auf Mantua. Die Herzöge
von Parma und Modena, der Papst und Neapel erkauften Waffenstillstand
und Frieden durch Zahlung großer Geldsummen und Auslieferung von Kunstschätzen.
Der folgende Kampf gegen Osterreich drehte sich um Mantua, die
durch Sümpfe und Seen geschützte Hauptfestung des Landes. Mit rühnlicher
Ausdauer stellte Osterreich ein Heer nach dem anderen ins Feld zur Rettung von
Mantua, welches Bonaparte (seit Juli) belagerte. Bonaparte schlug die OÖsterreicher
unter Wurmser bei Castiglione (5. Angust), unter Alvinzi bei Arcole
(17. November) und Rivoli (14. und 15. Januar 1797), zertrümmerte
auf diese Weise die ganze österreichische Kriegsmacht in Italien und nötigte
endlich Mantua zur Übergabe (2. Februar 1797).
Noch nicht zufrieden mit diesen Erfolgen, drängte jetzt Bonaparte die
Trümmer des österreichischen Heeres, deren Oberbefehl der bisher in Deutschland
siegreiche Erzherzog Karl übernahm, über den Piave, Tagliamento und
Isonzo aus Italien bis Kärnten und Steiermark zurück, besetzte Klagenfurt,
Villach und Leoben an der Mur und nahm hier eine für Osterreich und seine
Hauptstadt selbst bedrohliche Stellung ein.
Aber auch Bonapartes Lage war eine sehr bedenkliche, da er — wie
er aus einem Schreiben des Direktoriums erfuhr — auf die mit Zuuversicht
erwartete Mitwirkung der französischen Rheinarmee noch für längere Zeit nicht
rechnen durfte, während die Osterreicher in ihrem eigenen Lande jetzt immer
neue Kräfte heranziehen konnten und die feindselige Stimmung der Bevölkerung
in den österreichischen Erblanden, Steiermark und Tirol, sowie in den italienischen
Landen ihm Besorgnisse für seinen Rückzug einflößte. Bonaparte war indessen
ein ebenso gewandter Staatsmann als kühner Feldherr, und da er die
Friedensneigung des Wiener Hofes, sobald dieser den Frieden nur auf Kosten