— 52 —
von 7312: 7904 (9,„ %), in Braunschweig von 2157: 2328 (7, %) und der Provinz
Sachsen von 13 613: 14 690 (7, ).
Eine Abnahme der Sterbefälle unter den betagten Personen ist dagegen in Württemberg,
Baden und namentlich im Elsaß beobachtet; im Ober= und Unterelsaß sank deren
Zahl von 8922 auf 7310, d. h. um 18,1 /%. In den nicht genannten Staaten und Provinzen
war die Zunahme unbedeutender als oben vermerkt, z. B. im Königreich Sachsen
um 4,v % ber vorjährigen Zahl.
Im Hinblick auf den gewichtigen Einfluß, den nach früheren Erfahrungen die Influenza
auf die Sterbeziffer bejahrter Personen ausübt, war zu vermuthen, daß in den
erstgenannten Gebieten das Ansteigen der Sterbefälle während des Jahres 1895 einem
heftigeren Auftreten der Influenza entspricht, und in der That bestätigen dies im Allgemeinen
die aus mehreren Staaten des Reiches dem Gesundheitsamte zugegangenen Berichte
über die Influenza-Epidemie des Winters 1894/95.
Ein übersichtliches Bild über die Verbreitung der Influenza im Deutschen Reiche
während der Frühjahrsmonate des Jahres 1895 läßt sich nach den vorliegenden Berichten
leider nicht zusammenstellen, da dieselben auf Grund sehr ungleichwerthiger Ausweise verfaßt
sind und daher nicht Angaben enthalten, welche unter einander vergleichbar wären (s. u.)
Für einen Theil der Bundesstaaten sind in den von den Centralbehörden derselben herausgegebenen
Jahresberichten bereits eingehende Mittheilungen über das letzte Auftreten der
Seuche veröffentlicht u. a. für Preußen, Baden, Hessen, Hamburg; für einige weitere steht
deren Veröffentlichung bevor, nachdem durch Rundschreiben des Herrn Reichskanzlers vom
29. März 1895 eine derartige Berichterstattung angeregt worden ist.
Ueber den Charakter der neuerdings fast alljährlich sich zeigenden Influenza, über
die Wege ihrer Verbreitung, endlich über erfolgreiche, ärztliche Maßnahmen gegen dieselbe
enthalten die Berichte im Wesentlichen nur das, was durch die ärztliche Fachpresse bereits
in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, und was seit jener bedeutsamen Pandemie von 1889
allmählich Gemeingut der betheiligten Kreise geworden ist.
Am meisten scheinen von den deutschen Bundesstaaten Bayern, Hessen, Bremen, Hamburg
und einzelne thüringische Staaten durch die Influenza heimgesucht gewesen zu sein.
Im Königreich Preußen sind nach dem mittlerweile veröffentlichten Ausweise
6509 Personen im Jahre 1895 an der Influenza gestorben, davon 2081 in den 114
größeren Orten mit mehr als 20 000 Einwohnern; es entfällt also der Rest von 4428
Influenzatodesfällen auf die ca. 23 Millionen Bewohner der übrigen Gemeinden des Königreichs.
Von der Gesammtzahl der Gestorbenen hatte mehr als die Hälfte das
60. Lebensjahr überschritten, kaum der sechste Theil gehörte dem jugendlichen Alter
bis zu 15 Jahren an; denn 1962 (30 % ) der Gestorbenen hatten ein Alter von 15—60
Jahren, 3518 (54%) ein Alter von 60 und mehr Jahren erreicht. Auf die Monate
Februar, März und April entfielen damals 4588 Sterbefälle an Influenza. Aus 3 von
den Großstädten des Preußischen Staates, und zwar aus Berlin, Köln, Frankfurt a. M.,
waren mehr als 100 bez. Todesfälle (481—141—122) gemeldet, aus Elberfeld und Barmen
zusammen 125, aus Hannover, Altona, Königsberg, Breslau je 50—54. Der Tod nach Influenza
war verursacht durch Komplikation mit Lungenentzündung bei 614, mit Luftröhrenentzündung
bei 118, mit Schwindsucht, Brustfellentzündung oder sonstigen Lungenkrankheiten
bei 121, mit Herzkrankheiten bei 57.
Im Königreich Bayern sind während des Berichtsjahres 1 184 Personen an Influenza
gestorben, von denen 766 das 60. Lebensjahr überschritten hatten. Von der Ge-