440 Angeblicher Alllanzdertrag Staliens mit Frankreich.
von Weichsel und Bug nebst den ursprünglich slawischen Diftrikten östlich von der
Oder mit Danzig und Stettin.; Rußland durch Teile von Galizien und Dreußen m ent-
schädigen.
*1732. Telegramm an den Geschäftsträger in Florenz
Grafen von Wesdehlen.
[(Reinkon;ept.]
In dem Telegramm des Gesandten in Konstantinopel Graf Keuyserling vom 5. August
(ogl. Nr. 1730) waren auch nähere Mitteilungen über ein angeblich zwischen Frankreich und
Italien abgeschlossenes Abkommen enthalten, das letzteres zu einer Hilfeleistung von
1 ann verpflichtete. Es hieß in dem Telegramm u. a.: „Mir ist ein Brief von der
Hand der Donna Maria Liani aus der intimsten Umgebung des Ministers Bisconti Benosta
und der Madame Minghetti, Mutter der Gräfin Carl Dönboff, vorgelegt, demzufolge der König
von Italien und der Kaiser der Sranjolen einen Vertrag abgeschlossen haben. Der Vertrag
verpflichtet Italien zur Stellung von 100 ooo Mann Hilkstruppen, falls Srankreich nicht sofort
Erfolge über uns erringt. Nach dem Kriege Rom als Preis.
Homburg (Pfaly), den 9. August! 870.
Aus einer sehr beachtenswerten Quelle wird gemeldet, daß wischen Frankreich und
Italien Bertrag geschlossen sei, wonach letzteres 100 Oco Mann Hilfstruppen an Grankreich
stellen soll, falls Frankreich nicht sofort Erfolge über uns erringt. Nach dem Kriege Rom
als Preis. Dagegen im Volke Unzufriedenheit mit französischer Tenden; der Regierung im
Steigen.
Ich empfeble eine ernste Haltung anmunehmen, jedoch ohne Drohung, und bemerke zu
Ihrer perfönlichen Orientierung, daß obige Nachricht auf einem Brief der Donna Maria
Liani, angeblich aus der intimsten Umgebung des Ministers Visconti Venosta, und der ganz
französisch geslinnten Madame Mingbetti beruht, welche letztere nach Poris gegangen sein soll.
*1733. Telegramm an das Auswärtige Amt.
[Diktat.)
Homburg (Ppfalz), den 9. August 1870.
Im „Staatsanzeiger“ ist darzulegen, daß der Mangel an präzisen Nachrichten über die
Kriegsvorgänge dem Hauptquartier nicht zur Last fällt. Letzteres kann nach Berlin nur die
Nachrichten befördern, die ihm von den einzelnen Befehlshabern über die Gefechte zugeben.
Die Klage über Mangel an Nachrichten ist im Hauptauartier dieselbe wie in Berlinn. Die
1 Das Telegramm über dieselben Dläne an den Hotschaster in London vom gleichen Cage enthielt
an dieser Stelle noch den Zusatz: „als Débouché nach dem Meere“.
I733.1 Vgl. auch Bismarcks Brief an seine Gattin vom 14. August: „Der Kronprinz läht uns ohne alle
Verichte. Die bagrischen Verichte werden in München gedruckk, von dort Übernehmen sie die Berliner
Feitungen, und in dlesen lesen wir, trotz des langsamen Dostganges kfrüher, was bei der III. Armee gescheben
als in den Derichten von dort on den König. Alle Beforderungen und Auszjeichnungen werden dodurch
verzögert. und die französischen Darstellungen kommen überall 14 Coge früber an ols unsre“. Dismarchs
t an seine Gattin aus dem Kriege 1670/71, S. 18.