Metadata : Realienbuch Nr. 3 (3)

1  Geschichte.  21

bald  das  vornehmste  in  Deutschland.  Die  hausmeier  des  Frankenreichs  unterstützten  Bonifatius
  bei  seiner  Bekehrungsarbeit,  indem  sie  den  Bischöfen  Land  schenkten  und  die  Kirchen
gegen  die  heiden  schützten.  An  den  Bischofssitzen  siedelten  sich  bald  neubekehrte  Christen  an,
so  daß  auch  im  Innern  Deutschlands  Städte  entstanden.  Weil  bei  den  Kirchen  nach
der  Messe  (dem  Gottesdienste)  handel  getrieben  wurde,  nannte  man  die  Märkte  „Messen“.

4.  Bonifatius  stirbt  für  den  Glauben.  als  Bonifatius  über  70  Jahre  alt  war,
versuchte  er  noch  einmal,  die  Friesen  zu  bekehren.  Mit  zahlreichen  Begleitern  zog  er  zu
Schiffe  rheinabwärts  und  verkündigte  das  Thristentum.  Als  er  an  einem  Morgen  den
Altar  zur  Taufe  neubekehrter  Christen  rüstete,  nahte  ein  wütender  haufe  heidnischer

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Bonifatius  stirbt  für  den  Glauben.

Sriesen,  um  ihn  zu  töten.  Er  verbot  seinen  Begleitern,  sich  zu  verteidigen,  und  erlag
mit  ihnen  den  Streichen  der  heiden  (755).  Seine  Leiche  wurde  im  Uloster  Fulda,  das
er  selbst  gegründet  hatte,  begraben.

5.  Die  Klöster.  mit  der  Kusbreitung  des  Christentums  entstanden  in  Deutschland
zahlreiche  Klöster.  Von  hohen  Mauern  eingeschlossen,  erhoben  sich  die  Kirche,  die  Mohn=  und
Wirtschaftsgebäude  (s.  Abb.  S.  41).  Die  Bewohner  der  Klöster,  die  Mönche,  mußten  das  Gelübde
  der  Armut,  der  Meuschheit  und  des  Gehorsams  ablegen.  In  grobe  Kutten  gekleidet,  die
mit  einem  Stricke  umgürtet  waren,  führten  sie  unter  einem  Dorsteher,  dem  Abte,  ein  gemeinsames
  Leben  in  Frömmigkeit  und  Grbeit.  Die  Mönche  vollendeten  die  Bekehrung  der  Heiden;
sie  legten  aber  auch  Sümpfe  trocken,  machten  Wälder  urbar  und  zeigten  dem  Dolke,  wie
man  den  Boden  bearbeiten  muß,  um  reiche  Ernten  zu  erzielen.  Sie  sammelten  heilkräftige
Kräuter  und  pflegten  die  Kranken.  Bei  ihnen  fanden  Derfolgte  Suflucht,  Wanderer
Obdach  und  Nahrung,  Eebrechliche  liebevolle  Kufnahme.  Fast  in  jedem  Kloster  bestand  eine

Schule,  in  welcher  Geistliche  herangebildet  und  Söhne  vornehmer  Samilien  erzogen  wurden.
Franke-Schmeil,  Realienbuch  gusg.  A.  I.  Geschichte.  2.  Kufl.  (s.)  2

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