396 3. Buch. 7. Kapitel.
Könige bevenklich erscheinen, seinem so schon immer regen Mistrauen
neue Nahrung geben mußte, versteht sich von sebst. Augenblicklich
aber war Heinrich VI. nicht im Stande, sich auf Fortsetzung eines
kleinlichen Haders mit dem Welfen einzulassen; überhaupt mußte
sein ganzes Streben darauf gerichtet sein, Deutschland so schnell wie
möglich zu beruhigen; denn seine Gegenwart ward in Italien von
Tag zu Tage unentbehrlicher. Die Nachrichten von dorther lauteten
sehr ungünstig. Clemens III., der wie alle Päpste ein entschiedener
Gegner eines hohenstaufischen Königthums in Sicilien war,
hatte sich völlig an Tancred angeschlossen; der Marschall Testa, den
Heinrich VI. im Frühjahr 1190 gleich auf die erste Kunde von
Tancreds Usurpation mit einem kleinen Heere nach Apulien gesandt
hatte, hatte seine Sache unglücklich geführt und war zurückgeschlagen
worden. Es bedurfte des raschesten und kräftigsten Handelns, um
einen schweren Verlust abzuwenden. Die Erwerbung des süditalienischen
Königreiches durch die Vermählung seines Sohnes mit der
Erbtochter Constanze war der Lieblingsgedanke des greisen Friedrich
gewesen, sein ganzes Sorgen hatte er auf diesen Plan gerichtet und
seine besten Kräfte auf die Verwirklichung desselben verwandt. Die
gewaltigsten Hindernisse hatte er glücklich beseitigt, den Widerspruch
der sich dadurch im höchsten Grade bedroht fühlenden Päpste zum
Schweigen gebracht, der Nachfolge Heinrichs Vl. auf dem sicilischen
Throne schien nichts mehr im Wege zu stehen, als dieser Zwischenfall
mit einem Schlage alles wieder in Frage stellte. Behielt die Sache
Tancreds von Lecce wirklich die Oberhand, dann hatte Friedrich I.
die letzten Jahre allerdings vergeblich gearbeitet und gerungen.
So mußte für Heinrich VI. der Schwerpunkt seiner ganzen Thätigkeit
zunächst in Italien liegen. Dorhin beschloß er denn auch
zu eilen.
November. Schon war er im Anfang November 1190 dorthin unterwegs,
als ihn die Nachricht von dem traurigen Ende seines Vaters traf.
Gleichzeitig drohten durch den Tod des Landgrafen Ludwig von
Thüringen neue Verwickelungen in Deutschland. Sich des Reiches
zu versichern, den Frieden mit kräftiger Hand aufrecht zu erhalten,
mußte Heinrich seinen Zug nach Italien unterbrechen, noch einmal
umkehren. Von den Fürsten nochmals als König anerkannt, bemäch-8
restituit nec torram ipsius infestaro die Welfen, kehren das Verhältniß geoeasavit.
— Die Ann. Steder- rade um und stellen Heinrich VI. als
burg. I. c., wie immer partei#sch für den vertragsbrüchigen Theil dar.