Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

mmer  091

Nelenl##  Anzelgen

Dienstag,  20.  April  1018

 

heichneten  Hengstes:  7  Jahre,  1,72  Meer
  groß,  Schlag  IV,  Farbe  und  Abzei-5
  Dunkelsuchs,  Stern,  Schnippe,  helle
Mähne  und  Schweif.  Abstammung:
Oberländer.  Deckort:  Gauritt  in  Brannenburg,
  Degerndorf,  Eroßbrannenberg.
Flintsbach,  Ferasvor,  Gemeinde  Steinkirchen,
  Bezlrksamts  Rosenheim;  auf
s#ester  Platte  in  Nuhdorf,  Rohrdorf.
Pang,  Rosenheim  und  Reischenhart.
c.  31  Scherer  Seb.,  wohnhaft  Reischenhart,
B.-A.  Nosenheim,  Besitzer  des  nachbezeichneten
  Hengstes:  4  Jahre,  1,74  Meter
  groß,  Schlag  IV,  Farbe  und  Abzeichen:
  Kastanienbraun,  Spitzstern  und
Schnippe.  Abstammung:  Oberländer.
Deckort:  Gauritt  in  Brannenburg,  Degerndorf,
  Großbrannenberg,  Flintsbach,
Frasdorf,  Gemeinde  Steinlirchen,  Bezirksamts
  Rosenheim;  auf  fester  Platie
in  Nußdorf,  Rohrdorf,  Pang,  Rosenheim
  und  Reischenhart.
ck.  32.  Keindl  Jos.,  wohnhaft  Niederaudorf,
B.-A.  Rosenheim,  Besitzer  des  nachbezeichneten
  Hengstes:  9  Jahre,  1,78  Meter
  groß,  Schlag  IV,  Farbe  und  Abzeichen:
  Dunkelbraun,  Stern.  Abstammung
Pinzgauer.  Deckort:  Auf  sesler  Platte  in
Ober-  und  Niederaudorf  und  in  Kiefersfelden.

k.  33  Keind!  Jos.,  wohnhaft  Niederaudorf.
B.-A.  Rosenheim,  Besitzer  des  nachbezeichneten
  Hengstes:  4  Jahre,  1,68  Meter
  groß,  Schlag  IV,  Farbe  und  Abzeichen:
  Rotbraun,  Sternchen,  hinten  rechts
Krone  und  beide  Ballen  weiß.  Abstam
mung:  Oberländer.  Deckort:  Auf  fester
Platte  in  Ober=  und  Niederaudorf  und
in  Kiefersselden.
t.  34  Fuxt#er  Georg,  wohnhaft  Bernau,
A.  Rosenheim,  Besitzer  des  nachbe-Eicnteten
  Hengstes:  5  Jahre,  1,72  Meter
  groß,  Schlag  IV,  Farbe  und  Abzeichen:
  Kastanienbraun,  Stern,  hinten
linke  Krone  und  beide  Ballen,  hinten
rechts  einwärts  über  Köte  und  beide
Ballen  weiß.  Abstammung:  Pinzgauer.
Deckort:  Bernau  und  Prien.
t.  35.  Furtner  Georg,  wohnhaft  Bernau,
B.-A.  Rosenheim,  Besitzer  des  nachbezeichneten
  Hengstes:  6  Jahre,  1,77  Meter
  groß,  Schlag  IV,  Farbe  und  Abzeichen:
  Kastanienbraun,  Sternchen.  Abstammung:
  Pinzgauer.  Deckort:  Bernau
und  Prien.

 

 

ordbayern  stärkere  Bewölkung,
noch  vorwiegend  heiter.

Der  Weltkfrieg.

Amtliche  Meldungen  des  W#B.

Die  Kriegslage.

WIB.  Großes  Hauptquartier,  den
.  April  vormittags.  Amtlich.

Westlicher  Kriegsschauplatz.
Südöstlich  von  Dpern  wurden  die  Engländer
|5s  den  noch  gehaltenen  kleinen  Teilen  unserer
tellung  vertrieben.  Mit  slarkem  Angriff
ils  der  Bahn  Mpern-Comines  versuchten  sie
stern  abend,  sich  erneut  in  den  Besitz  der
öhenstellung  zu  setzen.  Der  Angriff  brach
ller  schwersten  Verlusten  zusammen.

Südbayern

 

Bei  Ingelmunster  wurde  der  französische  Flieftd
  Garros  zur  Landung  gezwungen  und  gengen
  genommen.

Zwischen  Maas  und  Mosel  verlief  der  Tag
lter  Artillerielämpfen.  Ein  schwacher  franzöcher
  Angriffsversuch  gegen  die  Combresstelauang
  wurde  durch  unser  Feuer  im  Keim  erstickt.

 

On  den  Vogesen  mißglüllen  zwei  französische
Angriffe  gegen  die  r#n  un  genommenen  Sattelstellungen
  westlich  des  Reichsaderlopfes  und  ein
Angriff  gegen  die  Höhen  nördlich  von  Steinerbrück.
  Nach  starken  Verlusten  zogen  sich  die
Franzosen  zurück.

Oestlicher  Kriegsschauplatz.

Die  Lage  ist  unverändert.

Das  Ausland  wird  von  Frankreich  und  England
  aus,  scheinbar  sogar  von  amtlicher  Stelle,
mit  Siegesnachrichten  von  angeblichen  Erfolgen
unserer  Gegner  auf  dem  westlichen  Kriegsschauplatze
  überschwemmt.  Alle  diese  Behauptungen
sind  einfach  erfunden.  Ihre  Widerlegung  im
einzelnen  lohnt  sich  nicht.  Es  wird  vielmehr  auf
ihre  Nachprüfung  an  der  Hand  der  dienstlichen
Kriegsberichte  verwiesen.

Oberste  Heeresleitung.
Feldmarschall  von  der  Goltz  Führer
der  1.  kürkischen  Armee.

WVTB.  Berlin,  19.  April.  Feldmarschall
Freiherr  von  der  Goltz  Pascha  wurde  zum  Führer
  der  1.  türlischen  Armee  ernannt.

Damit  sind  die  türlischen  Streitkräfte,  welche
mit  der  Verteidigung  der  Dardanellen  und  des
Bosporus  betraut  sind,  unter  den  Befehl  ehemaliger
  deutscher  Offifiere  gestellt,  da  die  auf
der  Halbinsel  Gallipoli  operierendee  Armee  dem
Befehl  des  Generals  Liman  von  Sanders  untersteht.


Ein  französischer  Ministerrat.

Genf,  19.  April.  Im  morgigen  französischen
  Ministerrat  wird  Delcasse  fragen,  ob  Frankreich
  in  Verhandlungen  mit  Deutschland  zum
Austausch  aller  Zivilgesangenen  treten  will.  Zu
einer  Anregung,  daß  die  französischen  Militär-=behörden
  auf  den  Vollzug  der  gegen  deutsche
Militärpersonen  verhängten  Strasen  verzichten
sollen,  wird  der  Justizminister  und  der  Kriegsministec
  Gutachten  abgeben.  (.3.)

Der  Entscheidung  entgegen.

Bern,  18.  April.  Der  „Bund“  kommt  in
seinem  Ueberblick  über  die  letzte  Kriegswoche
zu  folgendem  Urteil:  Wie  sich  die  Dinge  jetzt
geslaltet  haben,  liegen  die  nächsten  Entscheidungen,
  vielleicht  die  ausschlaggebenden  des  Krieges,
  in  den  Karpathen,  bei  den  Dardanellen,
und,  noch  ziemlich  verstef4,  bei  der  großen  französisch-englischen
  Offensive,  deren  erste  große
Züge  in  der  Champagne,  bei  Neuve  Chapelle
und  zwischen  Maas  und  Mosel  in  die  Erscheinung
  getreten  sind.  Einen  Ausblick  auf  den
Frieden  läßt  diese  Lage  nicht  vor,  aber  die  im
Wurf  liegenden  Entscheidungen  bereiten  ihn
zweifellos  vor.  Die  nächsten  Monate  können
noch  die  furchtbarsten  Kämpfe  dieses  furchtbaren,
an  Opfern  unerhörten  Krieges  bringen,  obwohl
er  innerlich  schon  heute  reif  für  die  Beendigung
wäre.  (3.

Der  Jahrgang  1917.

Rotterdam,  19  April.  Auf  den  Bahnhösen
  von  Hazebrouck,  Aumals  und  Abbeville
spielten  sich  bei  Verladung  des  einberufenen
Jahrganges  1917  erschütternde  Szenen  ab.  Die
Angehörigen  gebärdeten  sich  wie  wahnsinnig,
als  sie  von  ihren  RKindern  Abschied  nehmen
mußten  (3.)

In  die  Lufst  geflogen.

London,  19.  April.  In  der  Munitions=Fabrik
  von  Kogswell  entstand  in  der  Mischkammer
  eine  Explosion.  Die  Mischräume  flogen
  in  die  Luft,  wobei  zwei  Arbeiter  getötet

 

und  zwei  andere  verletzt  wurden.  Dies  ist
nun  schon  der  dritte  Fall  einer  schweren  Explosion,
  die  in  Munitionsfabriken  oder  Arsenalen
  in  England  in  den  letzten  Tagen  stattgefunden
  hat  (3.)
Italienische  Generale.
Rom,  19.  April.  Das  Militärblatt  enthält
die  Pensionierung  von  9  Generalen  und  die  Ernennung
  von  21  neuen  .(Z.)
Von  der  Karpathenfront.
Wien,  19.  April.  Russische  Angriffe  in  der
Duklasenke  sind  gescheilert.  Di:  Kraft  der  Rufsen
  ist  gebrochen.  Zur  Beerdigung  der  gefallenen
  Russen  mußten  die  Verwaltungsbehorden
österreichische  Arbeiter  heranziehlen.  Angriffe  an
der  Saroserfront  südwestlich  der  Dullasenke  scheilerten.
  Ueberschwemmungen  nicht  geringen  Umfanges
  verhindern  jede  Operation.  (.3.)

Borden  Dardanellen.

Konstantinopel,  19.  April.  Das  englische
  Kriegsschiff  „Swistfure“,  das  den  Kampf
in  der  Sarosbucht  fortsetzte,  nachdem  das  eng
lische  Kriegsschiff  „Majeslic“"  sich  insolge  der
erlittenen  Beschädigungen  zurückgezogen  hatte,
wurde  ebenfalls  durch  vier  Schnise  getroffen.
Eine  balb  darauf  erfolgerde  Erplosion  machte
das  Schiff  kampfunsähig  und  es  mußte  sich
gleichsalls  zurücktziehen.  Das  durch  die  türkischen
  Landbatterien  versenkie  englische  Unterseeboot
  „E  15“  wurde  an  das  llfer  getrieben  u.
strandete.  Es  wurde  dann  sofort  beschosfsen.
Gleich  der  erste  Schuß  traf  und  tötete  den
Kommandanten;  ein  weiterer  Schuß  zerförte
die  elektrischen  Maschinen  und  lötete  und  verwundete
  sieben  Mann  der  Besahmng.  Weitere
Schüsse  brachten  das  Boot  zum  Sinken.  Ein
englischer  Aeroplan  konnte  die  Versenkung  nicht
verhindern.  Eine  Erkundigung  rgab,  daß  acht
feindliche  Panzerschiffe  vom  Typ  der  „Majc
süir"  und  „Irresistible“,  serner  der  „King
feld“  und  des  „Prince  of  Wales“,  zwei  andere
große  Kriegsschiffe,  10  Torpedobootsʒeröter
und  10  Minenzeritörer  iowie  2  Kohlendampfer
vor  dem  Eingang  der  Dardanellen  kreuzten.  Einer
  der  Kohlendampfer  wurde  durch  Bombenwürse
  eines  unserer  Aeroplan:  zeritört.  Nach
Pariser  Meldungen  läuft  die  dem  Wali  von
Smyrna  gewährte  Frist  zur  klebergabe  der
Stadt  am  23.  April  ab.  (J.)

Der  Ha  plmann  und  sein  Hund
Er  hät“  sich  gern  einmal  emporgelh#oben,
Es  ging  nicht.  Seine  Hüfte  schmer  t  zu  sehr.
Da  blieb  er  liegen,  schaute  itill  nach  oben,
Am  Himmel  zog  der  Wollen  graues  Heer.
ie  Feuer  des  Gefechls  #3  sind  längst  verstummt,
Die  Freunde  und  die  Feinde  kind  schon  weit.
Rein  Laut,  kein  Schuß,  nicht  eine  Kugel  summt,
Wird  nie  Vrfahren,  was  er  selbst  ihr  gill.
Still  liegt  der  Hauptmann,  reglos,  in  dem
Feld.

 

Das  Korn  steht  überreis.  Wa  schuitt  man's
nicht?

Der  belgische  Bauer  gab  wohl  Fersengeld

Am  Tage,  da  der  Deutsche  kam  in  Sicht

Wie  langsam  zieht  der  Siundenschar  von
Binnen:

Die  Lichter  eines  rauhen  Tags  zerrinnen.

Da  ahnt  der  Hauptmann,  daß  nur  eines
frommt:

In  Treue  warten,  bis  das  Ende  lommt.

Die  Augen  zu  und  frohe  einstige  Zeiten
Sieht  er  vor  seinem  Geist  vorübergleiten
Die  Abende  im  Kreise  der  Rameraden.

Der  Dienst  als  frisch'stes  Leb  Venszubehör
Und  dann:  das  Ballfest  bei  dem  Kommanceur,
Das  schönste  Madchen  war  3u.  Gast  geladen.
Er  wird  sie  nie  im  Leben  wiedersehen,
Nie  wird  er,  was  er  fühlte,  ilr  gestehen

 

Ein  ander  Bild;

Die  Junggesellenzimmer,

Die  hohen  Schränte  und  die  tausend  Bücher:

Ja,  tausend.  Und  das  liebste  war  ihm  immer

Das  stolze  Prachtwerk:  „Unser  Fürst  von
Blücher“.

Bescheidener,  doch  köstlicher  Besitz.
Frau  Brücder,  seine  brave  Wirtin.  Und
wie  konn!'  er  ihn  vergessen  —  Frih,  der
und,
Der  zotlige,  der  liebe,  treue  Fritz.

Was  haben  sie  mit  dem  wohl  angefangen,
Als  Herr  und  Bursche  in  den  Kriez  gegangen  "’
Wie  war  das  damals  mit  dem  Fritz  doch
log
Ganz  recht  er  wollt'  von  seinem  Heitn
nicht  los
Bis  ich  das  Stichwort  sprach:  „Kusch,
Herrchen  kommt  gleich  wieder!“
Da  streckte  er  sich  folgsam,  warlend  nieder.
Fritz  wartest  du  wohl  heule  noch  auf  mich
Und  drunten  auf  der  Straße  sagte  ich
Dann  zu  Frau  Brüdner,  zu  der  braven  Alten:
„Tun  Sie  mit  ihm,  was  Sie  für'n  beste
halien.“
Wie  lang  i's  her:  Sleh  auf.  Frig!  heck
die  Glieder!
Brauchst  nicht  mehr  warten,  aach  lommt
1  wiedek.

Die  Nacht  brach  an.  Mild  glänzt  des  Mondes
Lickl.
Wie  lang.  er  wei

es  nichl.
Da  war's,  als  drang  ein  Schnuppern  an  jein
Cht.

Der  Hauptmann  liegt.

Sein  armes  Hirn  durchzuckt  es  wie  ein  Blin:
„Das  ist  mein  Hund,  das  ist  mein  Frib
mein  ãrtin!
Was  gaulelt  uns  die  letzie  Stunde  vot!
Es  lohnt  ja  nicht  die  Augen  aufzutun;
JZu  Hause  lebt  der  Hund,  hier  end  ich  nun

Doch  aus  dem  Schnuppern  wird  ein  leichtes
loben.

Der  Hauptmann  schaut.  Schaut  naß,  ganzna#,
Des  Hundes  Augen,  diese  treuen,  grobe#n:

Das  ist  sein  Hund,  der  Fritz.  Der  Friß#  i#l  da.

Und  sichtbar  glänzt  im  Mondenschein,  dem
bleichen.

Als  Halsband  blank  des  Noien  Kreuzes
Zeichen.

Das  Rote  Kreut,  er  lrägt's  wie  einen  Orden,
Ein  Sanitlätshund  isl  der  Fritz  geworden.

Der  Hauptmann  mochle  jauchzen,  mockhte

sorechen.
„Fritz“,  möcht  er  rusen,  „lieber,  alter  Zuige!“
Es  geht  nichl,  ilhm  versagt  die  »
Er  stöhnt  und  fühlt  die  letzten  K  kont  blechen.

Da  bellt  der  Hund,  wie  nie  ein  Hund  gebellet,
Er  heult,  daß  es  zum  weiten  Walde  klin  J#1.
Daß  seine  starke  Slimme  schmerzgeschwellt
Noch  durch  den  Waid  durch  zu  den  Freunden
drinzt,
Tie  im  Verbandquartier,  dem  meilensernen,
Nol  des  Schwerverletzten  lennen  lanen.

Chheult  der  Hund,  wie  nie  ein  Hund  geheult,
Sie  sind  so  weit,  sie  hören  es  erit  scwach.
Dann  stärker,  und  sie  gehen  unverweill
Dem  bangen  Klang  des  Hilfeflehens  nach.
So  wandern  mitl  der  Bahre  sie  zwei  Siunden
Bis  sie  das  Tier  und  seinen  Herrn  gesunden.
Der  schlug  die  Augen  auf  am  nächsten
Morzen.
Er  lag  im  Feldquartier,  war  woh  lacborgen.
„Ein  Mona#!“  meim  der  Arzt,  „Tie  fird.
Da  kußte  ein  Herr  Haupimann  seinen  voni
v.  Hochsteller.

 

Für  den  Deutschen  Verein  für  Sanitälshunde

iind  bei  unserer  Inseratenverwallung  einge

dangen:

Zahnarzt  Wolde  20.  vil
Weiteren  Gaben  sehen  wir  gerne  emenen.