Volltext : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Sechsundzwanzigster Jahrgang. 1898. (26)

XXXIII.  229

l  31.
Sobald  feststeht,  daß  die  Gewähllen  die  Wahl  annehmen,  ist  das  Ergebnis  der  Wahl
durch  den  Wahlleiter  in  der  Karlsruher  Zeitung  (Staatsanzeiger)  zu  veröffentlichen  und  dem
Vorstand  der  landwirtschaftlichen  Berufsgenossenschaft  mitzuteilen.

V.  Aufechtung  und  Augültigkieit  der  Wahl.

32.

Die  Gültigkeit  der  Wahl  kann  binnen  einem  Monat  nach  der  Bekanntmachung  des  Wahlleiters
  (§  31  der  Wählordnung)  bei  dem  Wahlleiter  angefochten  werden.  lber  die  Anfechtung
entscheidet  das  Landesversicherungsamt.

Die  Entscheidungen  des  Wahlleiters  und  des  Vorsitzenden  des  Versicherungsamts  (8§  10  ff.
der  Wahlordnung)  können  nur  mit  einer  Anfechtung  der  Wahl  im  ganzen  angefochten  werden.

Soweit  die  Gültigkeit  einer  Wahl  angefochten  ist,  sollen  die  Gewählten  ihr  Amt  tunlichst
erst  antreten,  wenn  das  Landesversicherungsamt  die  Wahl  für  gültig  erklärt  hat.

Die  Wahl  ist  ungültig,  wenn  gegen  wesentliche  Vorschriften  über  das  Wahlverfahren
verstoßen  und  weder  eine  nachträgliche  Ergänzung  möglich,  noch  nachgewiesen  ist,  daß  durch
den  Verstoß  das  Wahlergebnis  nicht  verändert  werden  konnte.

Ist  die  Wahl  ungültig,  so  ist  alsbald  ein  neues  Wahlverfahren  einzuleiten.

31.

Ungültig  ist  die  Wahl  einer  Person,  die  zur  Zeit  der  Wahl  nicht  wählbar  war  und  auch
die  Wählbarkeit  inzwischen  nicht  erlangt  hat.

Ungültig  ist  die  Wahl  einer  Person,  von  der  oder  zu  deren  Gunsten  von  Dritten  die
Wahl  rechtswidrig  (zu  vergleichen  insbesondere  §§  107  bis  109,  240,  339  des  Reichs-Straf
gesetzbuchs)  oder  durch  Gewährung  oder  Versprechung  von  Geschenken  beeinflußt  worden  ist,
es  sei  denn,  daß  dadurch  das  Wahlergebnis  nicht  beeinflußt  werden  konnte.

Die  Absätze  2,  4  des  §  30  der  Wahlordunng  gelten  entsprechend.

VI.  Wegfall  von  Vertretern;  Stellverkretung.
§  35.
Scheiden  sowohl  ein  Vertreter  als  auch  seine  beiden  Ersatzmänner  während  der  Wahlzeit

aus,  so  ist  nach  §  29  der  Wahlordnung  zu  verfahren.
(Gesenes--  und  Verordnungoblatt  1011.  43