Volltext : Große deutsche Aufsatzschule für den Schul- und Selbstunterricht.

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Die  Entdeckung  Amerikas  war  in  mannigfacher  Hinsicht  von
roßer  Bedeutung.  Jetzt  konnte  zum  ersten  Male  von  einem
eltverkehr  die  Rede  sein.  Es  handelte  sich  nicht  mehr  um  einen
Handel  zwischen  ein  paar  Nachbarstämmen  oder  um  die  an  den
Ufern  des  Mittelmeeres  mühsam  und  ängstlich  sich  hinschleppende
Küstenschiffahrt.  Der  Ozean  war  es,  den  mit  kühnem  Geiste  der
kühne  auffahrer  durchsegelte,  unbekannte  Länder,  unbekannte
Völker  und  deren  Erzeugnisse  sowohl  im  fernen  Osten  wie  im  fernen
Westen  aufsuchend.  Unter  den  Europäern  entstand  eine  Bewegung,
eine  Unruhe,  ein  Drängen,  wie  sie  seit  der  Zeit  der  Kreuzzüge
nicht  mehr  vorgekommen  war.  Ein  meist  unklares  Gefühl  trieb
Hunderttaufende  über  das  Meer  nach  den  eben  entdeckten  Ländern.
Streben  nach  Verbesserung  der  äußeren  Verhältnisse  war  wohl  die
nächste  Ursache,  wozu  sich  die  Lust  an  Abenteuern  gesellte.  Aus
der  neu  entdeckten  Welt  wurden  einige  bis  dahin  unbekannte  Naturerzeugnisse
  nach  Europa  gebracht.  Unter  ihnen  nimmt  die  Kartoffel
die  erste  Stelle  ein,  jenes  Knollengewächs,  das  in  der  Folge  vielen
Millionen  Nahrung  verschaffte  und  damit  eine  gewaltige  Vermehrung
  der  Menschenzahl  möglich  machte,  wie  sie  beim  Getreidebau
  nicht  hätte  stattfinden  können.  Einen  noch  viel  gewaltigeren
Einfluß  auf  die  Zustände  der  Menschheit  übte  die  Entdeckung
Amerikas  durch  die  ungeheure  Vermehrung  der  Edelmetalle  aus.
Allerdings  wurde  durch  diese  der  Wert  des  Geldes  sehr  verringert
und  die  äußere  Lage  der  Handwerker  jener  Zeit  verschlechtert.  Auf
den  Hansabund  übte  die  Entdeckung  der  Neuen  Welt  einen  zerstörenden
  Einfluß  aus.  Die  WMissenschaft  dagegen  bereicherte  sich
durch  Erweiterung  der  Erd=  und  Völkerkunde  sowie  der  Naturwissenschaften,
  und  das  Christentum  fand  eine  größere  Verbreitung.
In  die  Neue  Welt  wurde  mit  dem  Ehristentum  eine  neue  Kultur
verpflanzt.  Neue  Pflanzen  und  europäische  Haustiere  wurden  dort
eingeführt.  Die  Eingeborenen  wurden  leider  oft  unmenschlich
behandelt.  Auf  den  Rat  des  Bischofs  von  Mexico,  der  die  schwachen
Indianer,  wie  man  die  Bewohner  des  neuen  Erdteils  nannte,
schonen  wollte,  holte  man  die  stärkeren  Neger  aus  Afrika  nach
Amerika,  und  es  begann  der  scheußliche  Menschenhandel,  der  dahrhundertelang
  dauerte  und  ein  schwarzes  Blatt  in  der  Geschichte
der  Neuen  Welt  bildet.
Auch  für  Europa  hatte  die  Entdeckung  Amerikas  nicht  nur
wohltätige,  sondern  auch  nachteilige  Folgen,  unter  denen  namentlich
die  Spanier  und  Portugiesen,  die  anfänglichen  Beherrscher  der
neuen  Länder,  zu  leiden  hatten.  Die  unermeßlichen  Schätze,  die