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sich in kurzer Zeit verschlimmerte. Brustkrämpfe traten auf mit einer Heftigkeit,
daß ihr der Atem ansgehen zu wollen schien. Von ihrem zunehmenden Leiden
benachrichtigt, begab sich der König, in Begleitung seiner beiden ältesten Söhne,
nach Hohenzieritz an das Krankenlager seiner Gemahlin.
Die Nacht zum 19. Juli war die letzte Erdennacht der Kömgin Luise.
Der Geheimerat Dr. Heim saß die Nacht über an ihrem Bett, ebenso die
Prinzessin Friederike, welche die Königin während der ganzen Danuer ihrer
Krankheit mit schwesterlicher Sorgfalt pflegte. Gegen Morgen brachte der Arzt
ihr die Nachricht von der Ankunft des Königs.
„Der König, mein Gemahl?" rief die Kranke freudig, „das hilft mir
von meinen Schmerzen. O laßt ihn zu mir kommen!“
Das war ein schmerzliches Wiedersehen. Der König umarmte sie mit
Wehmut und konnte vor Traurigkeit nicht reden.
„Du bist ja so tranrig, lieber Freund,“ sagte sie; „ist es denn so gefährlich
mit mir?“
„Das nicht,“ erwiderte der König gefaßt, „ich sehe Dich nur leiden, das
ist mein Schmerz. — Gottlob! daß ich hier bin,“ setzte er hinzu.
Die Antwort schien die Königin etwas zu beruhigen. — „Wer ist mit
Dir gekommen?“ fragte sie.
Er antwortete: „Fritz und Wilhelm!“
„Ach Gott, welche Frende!“ rief sie innig gerührt.
Der König entfernte sich und kehrte bald darauf mit den beiden Söhnen zurück.
„Mein Fritz, mein Wilhelm!“ rief die Königin bei ihrem Anblick wiederbolentlich
aus. Beide knieten an ihrem Bette nieder und empfingen ihren
letzten Segen.
Es nahte die neunte Stunde. Die Brustkrämpfe traten wieder ein, sie
wurden heftiger und heftiger. Auf einen Wink des Königs entfernten sich die
beiden Prinzen, nachdem sie Abschied von der sterbenden Mutter genommen;
der König blieb. Die Arzte forderten die Kranke auf, die Arme höher zu
legen — ihr fehlte die Kraft dazu. — „Ach, mir hilft nichts als der Tod,“
sagte sie mit matter Stimme. Der König hielt die rechte Hand der Sterbenden
in der seinigen. Auf der anderen Seite des Bettes kniete die Prinzessin Friederike.
Der Herzog, ihr Vater, die verwitwete Landgräfin von Hessen-Darmstadt,
einst ihre Pflegerin in seliger Kinderzeit, waren im Zimmer. Die Züge
der Kranken nahmen eine himmlische Verklärung an.
„Herr Jesu, kürze meine Leiden!“ betete sie, und mit diesem letzten Gebetsseufzer
schied ihre Seele von dem irdischen Leibe. Es war fünf Minuten
vor neun Uhr.
Der König beugte sich im tiefsten Seelenschmerze mit äußerster Fassung
zu der Toten nieder und drückte ihr die Augen zu, — „seines Lebens Sterne,