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Krankheiten auf je 10000 Einwohner noch zwei weitere Vororte Berlins, Schöneberg
und Treptow, und folgende 26 Berichtsorte aus, deren Reihenfolge (einschl. der bereits
genannten), wenn man mit der niedrigsten Ziffer beg innt, ist:
1. Altendorf, 2. Stralau, 3. Steglitz, 4. Groß-Lichterfelde, 5. Zittau (22,/,
6. Eisenach [(23,/], 7. Wilhelmshaven, 8. Ludwigsburg, 9. Reichenbach, 10. Harburg,
11. Neumünster, 12. Schneidemühl, 13. Lübeck [32,0], 14. Eisleben, 15. Schöneberg (32,°1,
16. Weimar, 17. St. Johann, 18. Treptow, 19. Reutlingen, 20. Crimmitschau, 21. Kattowitz
(33/61, 22. Naumburg a. S., 23. Ohligs, 24. Eupen, 25. Siegen, 26. Minden,
27. Wismar, 28. Weißenfels [34,5], 29. Meißen, 30. Apolda, 31. Stuttgart, 32. Küstrin.
Es ist hervorzuheben, daß sich unter diesen 27 Berichtsorten (ausschl. der Berliner
Vororte) mit niedrigster Sterbeziffer 5 Städte des Küstengebiets und 6 Städte
Thüringens (bezw. des angrenzenden Theils der Provinz Sachsen) befinden, einerseits
Wilhelmshaven, Harburg, Lübeck, Wismar, Neumünster, andrerseits Eisenach, Weimar,
Apolda, Eisleben, Naumburg, Weißenfels.
Von den 9 Berichtsorten Württembergs sind 4 in der Reihe enthalten, dagegen
zeigte kein einziger von den 19 Berichtsorten Bayerns, von den 16 Städten Badens,
Hessens, Elsaß-Lothringens und von den 64 Berichtsorten der drei westlichen Provinzen
Preußens eine so niedrige Sterblichkeitsziffer.
Das Ergebniß der Untersuchung läßt sich für 1895 kurz dahin zusammenfassen,
daß an Lungentuberkulose und den sonstigen bezeichneten Lungenleiden
in den Küsten gebieten des Reiches, fer ner in Thüringen entschieden weniger
Personen gestorben sind als im Westen und Süden des Reiches. Ausnahmen
bildeten im Nordwesten der Staat Bremen mit einer sehr hohen, und im Süden das
Königreich Württemberg mit einer unter dem Durchschnitt bleibenden Sterbeziffer.
Nächst der Lungentuberkulose, der Lungenentzündung und sonstigen entzündlichen
Krankheiten der Athmungsorgane, welche zusammen 46,5 0, d. i. fast die Hälfte aller
Todesfälle der im Alter von 15—60 Jahren gestorbenen Personen veranlaßt haben, sind
noch bedeutsame Todesursachen für diese Altersklasse gewesen die Neubildungen, die Unglücksfälle
und die Selbstmorde.
Während der gefürchtete Typhus im Deutschen Reiche nur bei 16 von je tausend
Todesfällen und sonstige in den Ausweisen genannte Infektionskrankheiten, wie Diphtherie,
Scharlach, Ruhr, Genickstarre, Pocken, Masern, Keuchhusten r2c. bei kaum 58 von je zehntausend
Todesfällen als Ursache genannt worden sind, gingen in Folge von Neubildungen
im ganzen Reiche 66, in Hamburg sogar mehr als 100 von je 1000 Gestorbenen
und in Folge von Verunglückungen oder Selbstmord 71 von je 1000 Gestorbenen dieses
Alters zu Grunde.
In Folge von Neubildungen starben auf je 1000 Lebende mehr als im Durchschnitt
außer in Hamburg, das bereits genannt wurde, u. a. in Bremen, Schleswig-Holstein,
Pommern, also in gewissen an der Meeresküste gelegenen Bezirken; die wenigsten
Personen auf je 1000 Lebende starben aus solcher Ursache im mittleren Deutschland,
namentlich in Westfalen und den beiden thüringischen Herzogthümern. (Vergl. vorst. Tab. F.)
Eine Verunglückung führte bei 41, ein Selbstmord bei 30 von je tausend im
Alter von 50—60 Jahren Gestorbenen den Tod herbei, letzterer war aber zweifellos bei
männlichen Personen noch weit häufiger. Tödtliche Verunglückungen waren auffallend
selten in Berlin, sehr häufig dagegen in Hamburg und Bremen, noch häufiger in West-