Vereinigung der alten Societät mit der Societe Litteraire (1743/44). 271
dazu neue Statuten. Wie hoch ScnmettTau damals beim Könige angesehen
war. gelit daraus hervor, dass er sich bereits am ı2. November
— also noch bevor die Königliche Ordre zur Vereinigung
der Soeietäten erschienen war — vom Minister vox VıiEREcK die Urkunde
über (die Fundation der alten Societät erbat; er war also schon
im Voraus seiner Sache sicher. Der Minister übersandte ilım das
einzige Exemplar, d. h. das Original. Es wird heute im Akademischen
Archiv vermisst: hat es SchmETTau nicht zurückgeschickt?
Die Minister betrauten den Geheimrath Durnam und den Kriegsrath
BastıseiLes (Bastiset) mit der Untersuchung der Finanzen der
alten Societät und forderten am 17. November beide Soecietäten auf,
die Commissionsmitglieder — am 22. November sollte die erste
Sitzung stattfinden — zu erwählen. Um aber die Entwicklung
der Angelegenheit möglichst in ihrer Hand zu behalten, schlugen
sie den beiden Societäten zugleich die Männer vor, die sie gewählt
zu sehen wünschten, der neuen Societät den General-Major vox DER
Gortz. den Geheimen Ratlı VockEropT und den Grafen vox FıxckEx-STEIN
(aus der Zahl der Membres honoraires) und Jornax und BıEr-FELD
(aus der Zahl der ordentlichen Mitglieder der litterarischen Societät),
der alten den Hofrat ErLLer und (den Secretar von JAaRıGEs.
Sie suchten also im Voraus vox SCHMETTAU aus der Commission auszuschliessen.
Allein die neue Societät liess sich nichts vorschreiben.
Zwar Jorpax und BiELFELD wählte sie, aber aus der Zahl (ler Membres
honoraires ernannte sie vox Popewiırs', K.W. vox BorRckE und voX
SCUMETTAU.
Die Minister, mit diesen Wahlen unzufrieden, thaten nun einen
Schritt, der ScumETTau mit Recht erzürnen musste. Um den König
für ihre conservativen Absichten in Bezug auf den Modus der Vereinigung
der beiden Societäten zu gewinnen, übergaben sie am 21. Noveinber,
d.h. am Tage vor der ersten Sitzung der Commission, dem
Könige ein Pro Memoria, welches sie allerdings als ein vorläufiges
bezeichneten. Auf’s Wärmste traten sie für die alte Societät ein;
sie riethen davon ab, sie aufzuheben; man solle sie vielmehr verbessern,
vermehren und ihren Glanz erhöhen; ihre Statuten und
Ordnungen seien beizubehalten; denn sie seien naclı dem Muster
der anderen Akademieen gearbeitet und gut, auch gehörten viele
auswärtige berühmte Männer zu ihr. Sie erklären, dass auch die
t Vergl. über ihn den Artikel von Koser in der Alle. Deutschen Biographie
Bd. 26 S. 344 ff.