§ 37.7 Das Eintragungs= und Konsensprinzip. 191
begrenzten dinglichen Rechte in einer Person. Das Preußische
E.E.G. kannte diese Ausnahme nur bei der sogenannten Eigenthümerhypothek
(68 64—67 Pr. E.E.G.). Das B. G. B. hat im Gebiete des
Grundbuchsverkehrs diese Ausnahme erweitert und auf alle Rechte an
fremden Grundstücken ausgedehnt, auch wenn sie nicht dem Eintragungszwang
unterliegen.
Die Ablehnung des Grundsatzes vom untergang der Rechte an
Grundstücken durch Konfusion und Konsolidation beruht auf dem
Gedanken, daß die durch die Bucheintragung verselbständigten Rechte
durch ihren formalen Bestand wirthschaftlichen Zwecken des Eigenthümers
dienen können. Ein in dieser Weise aus dem Vermögen des Eigenthümers
ausgeschiedenes Recht gewährt ihm durch Aufrechterhaltung
des formalen Bestandes die Möglichkeit, den darin enthaltenen Werth
und Nutzen durch Uebertragung desselben statt der kostspieligen und
verwickelteren Neubegründung für sich zu verwerthen. An sich liegt
darin nicht ein besonderes materielles Recht an der
eigenen Sache neben der allgemeinen Herrschaft über dieselbe, sondern
nur ein formell verselbständigter Vermögensbestandtheil
des Eigenthümers, der eine entscheidende materielle Bedeutung
erhalten kann, entweder durch Uebertragung des Rechtes auf einen
Dritten oder durch Wegfall des Eigenthums. Das B. G.B. gewährt
die gedachte Möglichkeit nur bei Rechten an Grundstücken, nicht.
aber bei Rechten an Grundstücksrechten 25) und bei rückständigen
Zinsen, Nebenleistungen und Kosten von Grundkreditbelastungen; andererseits
dehnt es sie aus auch auf solche nicht eingetragene
Rechte, welche kraft Gesetzes den eingetragenen gleichstehen, wie z. B.
die Ueberbau= und Nothwegsrente.
Wenn man für dieses Rechtsgebilde die Bezeichnung „Recht an
der eigenen Sache“ wählt, so ist dagegen nichts einzuwenden, wenn
man darunter die formale Seite desselben versteht (ugl. S. 447, 455).
Die grundlegende Vorschrist findet sich im § 889, welcher lautet:
Ein Recht an einem fremden Grundstück erlischt nicht
dadurch, daß der Eigenthümer des Grundstücks das Recht
oder der Berechtigte das Eigenthum an dem Grundstück
erwirbt. 11. Aender-11.
Aenderungen des Inhalts dinglicher Rechte werden sich ungen des
häufig als Uebertragung oder Aufhebung der das Grundstück belastenden -
an einem
25) Vgl. die Ausnahmen S. 422, 586. CGErundstücke.