234 Neuere oberstrichterliche Erkenntnisse.
werden, es mag die Ernte vor oder nach der Vormerkung
der Beschlagnahme im Hypothekenbuche
erfolgt sein, weil Art. 1050 Abs. 1 alle nach der
Vormerkung vom Schuldner getroffenen Verfügungen
als nichtig erklärt, welche die Gläubiger
beeinträchtigen und im Abs. 2 die zwischen der
Beschlagnahme und deren Vormerkung getroffenen
Verfügungen des Schuldners auf Klage eines
bei der Zwangsversteigerung betheiligten Gläubigers
als ungiltig zu erklären sind. Im 2, Falle
würde zur Ungiltigkeitserklärung die erforderte Klagestellung
Voraussetzung sein, während im 1. Falle
die Nichtigkeit gleichfalls keine absolute ist, sondern
nur unter der Bedingung und so weit wirkt, als
die Rechte der Betheiligten auf Durchführung des
Zwangsverfahrens beeinträchtigt werden (Wernz,
Abth. II S. 782 Z. 9), was hier als Klagegrund
nicht geltend gemacht und auch nicht festgestellt ist.
Urth. v. 18. Juni HVNr. 10647).
Bem. Die betr. NichtigkeitSbeschwerde wurde
als gegen Verletzung des Art. 1050 der Proz.-O.
erhoben betrachtet, weil als Beschwerdegrund die
Verletzung der gesetzlichen Vorschrift, daß die Rechte
des die Subhastation betreibenden Gläubigers an
den Massegegenständen auf die Steigerer übergehen,
bezeichnet wurde, worin die Absicht liege, die gesetzliche
Unwirksamkeit der Verfügung des Schuldners
geltend zu machen. «
Art. 1179. Wird eine Gant durch Akkord erledigt,
so gilt nicht schon durch die bloßen Beitrittserklärungen
zu einem Akkordvorschlage das Gantverfahren
als beendet, vielmehr hat, wenn auch nach
angenommenem Akkorde das Gantverfahren als sol-6)
Nach Art. 1210 Abs. 1 sind auch die von dem Gemeinschuldner
nach Verkündung des Ganterkenntuisses
gemachten Verfügungen gleichfalls nur der Gläubigerschaft
gegenüber nichtig.