Front zwischen Meer und Verdun zurückgeht. Die Wirkung auf In= und
Ausland würde in diesem Augenblick die schwerwiegendsten Jolgen haben. . .“
So galt es denn noch weiter in der gefahrvollen Lage auszuharren.
Am 28. Oktober rlef ich meinen Truppen zu:
„Der Feind glaubt uns erschüttert. Alles setzt er daran, unsere
Fronten zu durchbrechen. Gerade jetzt kommt es darauf an, ihm unsere
Stärbe zu beweisen und mit der Waffe in der Zand jeden Jußbreit zu
verteidigen.“
Rückzug in die Anewerpen —aas-Stellung.
Während das Seer selner schweren, entsagungevollen Aufgabe also
weiter oblag und trotz örtlicher Mißerfolge seine geschlossene Front aufrecht
erhielt, trat ein Umstand ein, der die Lage aufs äußerste erschwerte. In
der Zeimat machten sich bedrohliche Anzeichen für innere Unruhen, die
Dorboten des nahenden Umsturzes, bemerbbar. Die O. J. K. war gezwungen,
die letzten der mühsam gewonnenen Reserven dorthin in Marsch zu setzen.
Sie fielen damit für den Endkampf aus. Der Widerstand in der jetzigen
ausgedehnten Front war nur noch eine Frage von Tagen geworden. Der
bislang immer wieder vermiedene letzte Ausweg der Frontverbürzung durch
einen strategischen Rückzug mußte unter diesen Umständen noch vor
Abschluß der diplomatischen Verhandlungen beschritten werden.
Bereits im August hatte die Verschärfung der Lage Veranlassung
gegeben, Möglichkeiten für strategische Frontwerkürzungen zu erwägen. Wenn
eine Ersparnis starker Reserven erreicht werden sollte, bonnte nur weiteres
Zurückgehen hinter einen von Natur starken Abschnitt in Frage Pkommen.
Denn es war anzunehmen, daß weder Zeit noch Rräfte zum gründlichen
Heuaufbau einer strategischen Stellung wie im Jahre 1917 zur Derfügung
stehen würden. Im Gebiet der Zeeresgruppe kam daher nur ein Jurückgeben
hinter die Maas in Frage. Sie bildete ein starkes Fronthindernis
und verkürzte in der Linie Namur — Carignan die Augustfront um etwa
die Sälfte. Der am weitesten westwärts vorgeschobene rechte Flügel der
Zeeresgruppe stand damals noch etwa 180 km vorwärts der Maas.
Am I. Oktober hatte die G. J. K. die Prkundung und Festlegung
einer strategischen Stellung in Kinie Antwerpen —Charleoille — Stenap befohlen.
Nach dieser Weisung konnte, um den Anschluß an die Seeres-363