Aummer 687
den bisherigen Erfahrungen des Krieges vorzüglich
bewährt haben. Die hervorragende Leislungsfähigkeit
der dentschen Waffenindustrie,
führt das Blatl aus, die nicht nur imstande
ist, für den ungeheuren Bedarf des eigenen
Landes zu sorgen, sondern auch noch die Möglichkeit
besitzt, schwere Arikllerie ins neutrale
Ausland zu liefern, komml hierbei deutlich zum
Ausdruck. (3.)
Asquith-s Antwort.
London, 11. April. Premierminister
quith sagte zu einer hierher gekommenen Abordnung
französischer Parlamentarier unter Bezugnahme
auf die Erllärungen des deutschen
Reichskanzlers: Deuischland wollte, daß wir
die Nolle des geschlagenen Feindes übernehmen.
Aber wir sind nicht gesctlagen und werden nicht
geschlagen werden. Unsere Friedeneredingungen
sind dieselben. fur. die wir die Wassen er#r
grifsen hadrn. Das Jiel der Alliierten ist ein
völlerrechtliches System, uelches allen
sierten Staalen gleiche Rechle sichern soll. Der
Militärkaste dari es nicht mehr erlaubt rerden,
bei der Lösung internationaler Fragen mitzuwirlen.
(3.) Die englischen Sprüche sind
die gleichen geblieben, die deutsche Tat wird
darauf folgen.
iir L
„Eine unmenschliche Gemeinheit“.
Amsterdam, 11. April. Der frühere holländische
Ministerpräsident“ Dr. Kuyper schreibt
im „Standar „Das Sysiem, Mitteleuropa
durch Aushungerung zur Aufgabe seiner Existenz
zu zwingen, scheint nun von der Gegenpartei
ohne Gewissensbisse angewendet su werden, und
was noch merkwürdiger berührt, ist, daß sich in
ganz Europa gegen diesen Plan tein Gewissensschrei
erhebt, vielmeler scheint es, als ob man
ein solches Miltel gegen Kriegführende erlaubt
finde. Und doch darf unser Protest gegen diesen
teuflischen Plan auch nicht einen Angenbilick
erlahmen. Man berutt sich zur Verteidigung
dieses Systems auf die Belagerung einer Festung,
welche man ebenso durch Aushungerung
eur Uebergabe zwingt, und man weist dabei
gar auf die Belagerung Jerusalems im Jahre
*70 hin, doch dieser Vergleich läßt sich nicht
durchführen, wo, nmie Lier, von der Aushungerung
eines ganzen Voller von siebzig Millionen
die Nede i#l. Ein solch großes Volk kann
nicht das Land verlaffen. Es muß bleiben, mwo
es ist, und gerade derhalb ist das bhier angewandte
Aushungerungesyftem eine unmenschliche
Gemeinheit, welche unter Christen nicht
geduldet werden darf.“ (Z.,; Er ist nun nicht
mehr daran zu zueifeln, daß dad Hauptergebnis
der Pariser Konferenz der Beschluß war,
den Aushungerungskrieg gegen Deusschland,
unter Einbeziehung der Neutralen in den
Blockadeversuch, jetzt rücksichtelos durchzuführen.
Man will eben das, was man militärisch nicht
erreicht hat, durch wirtschaftliche Zwangsmaß-=nahmen
durcheehen.
#
1
England.
Die Wirkung ber Zeppelin-Angri'fe
auf England.
Bern. 11. April. dar Berner „Intelli
genzblatt“ erfährt von rerlählicher Inelle über
die wahre Wirkung der Vevpelinangrife auf
England: Die Angriffe richteten furchtbare
Zerstörungen an. Ganze Häuserblocks sind zusamnengesturzt.
die Wut der Bevölkerung int
unbeschreiblick. zriel ern fahlt man in Lonon,
daß England sich in Kriege befindet. Die
Rüstungen jeder Art ng einen immer größeren
Umiang an. isher überschritien oie
S h, ansprüche 19 Mill. Ercs.
Der Soßhn des muionãrs.
Romen von Florence Ward
—miseeesZ
20
Dann schlũdke sie ln den Garlenlalon zurũck, überzeugle sich
durch einen raschen Blick in den anstoßenden
Raum, daß die Gesei ichaft dort noch immer
bei ihrer Whif stpart ie saß, und eilte anf den
Fußspitzen die Treppe c or, um geräuschlos
die unverschloisene Tür ihren Zimmers zu öffnen.
Was sie vermmer hatte. erwies sich als zu.
trefsend. Die hubiche C#r, Mabels französische
Kammerzoie, knieic auf dem Boden, den sie
beim Licht einer Kerie ageiucht zu haben
schien, und obwohl sie eriichtliah) zusammenschrak,
als Herla sie bei en anrief,
ließ doch das borhaft irium ächeln,
das gleich darauf um ihre IS# * ie der
Gesellschafterin kaum einen Zweifel, daß dicse
Nachforschung nicht ganz ohne Ergebnis geblieben
sei.
„Was tun Sie da, Cacile?" fragte sie streng.
„Und %% haben Sie überhoupt in meiner Siube
zu sch 2“
Me' mit der Geistesgegenwart einer Person,
die nicht zum ersten Mal beim Lanschen und
Spionieren ertappt wird, war die Zose bereits
ihrer Verwirrung Meister gemorden. Ohne
jedes Anzelchen von Verlegendeit oder Schuldbewußtsein
erhob sie sich aus ihrer knieenden
Stellung.
s Zimmermädchen ist nicht ganz wohl,
und rz“! habe statt ibrer wier suigerauan. sagte
bi schnippisch. „Aber ich bin schon feruh und
brauche dem Fräulein 3½# länger lästig zu
fallen. — Gute Nacht!"“
Noleninen ###en
"öoa 2“
ä 2.——— Auie
# Neue R
Aun ben gamt sen auß dem wotlichen —.
i
4½% *1 * *.
I its-Uzuz
““ uun %b
gu i
%½% 4½
- -
I
*“ oiene
?:7 kot Sick
·
s-«.
««-«
— .
Irland im Belagerungszustand.
Zürich, 11. April. Nach Meldungen schweierischer
Blätter aus London ist der Belagerungszustand
am 8. April auf ganz Irland
ausgedehnt worden. Seit zehn Tagen sind noch
Berichten holländischer Blätter keine Zeitungen
aus Irland auf dem Kontinent mehr eingegangen.
Auch die englischen Zeitungen enthalten
leine Berichte aus Irland. Die Rubriken über
IJriand weisen täglich umfangreiche Leerstellen
auf. (3.)
s
MMMM
Feindliche Schiffsverluste.
Berlin, 11. April. Nach den bis heute
morgen eingelaufenen Nachrichten sind seit dem
1. April über 80000 Tonnen feindliche Handelsschisfe
versentt worden. Im Laufe des Januar
dieses Jahres sind rund 20 000 Tomen,
im Februar rund 40 000 Tonnen feindlichen
Schisferaumes. vernichtet vorden. Im Laufe
s Monats Mätz sind etwa 50 feindliche Handersschlen
mit rund 100 000 Tonnen (davon
etma 75 0600 Tonnen durch Unterseeboote) versenl!
worden. Dazu kommen noch zwei Hilfskreuzer
von zusammen 18.000 Tonnen. (.3.),
Die deutschen Schiffe in neutralen
äfen.
London, 11. April. Unterhaus. Haslam
fragte, ob die Regierung angesichts der fortnährenden
Zerstörung von Handels- und Passagierschiffen
ohne Warnung durch den Feind
und der Vernichtung von neutralen Schiffen ernägen
wolle, ob es nicht angezeigt sei, den neutralen
Regierungen den Vorschlag zu machen,
den Verlust an Tonnage durch die Verwendung
seindlicher Schiffe wett zu machen, die in neutralen
Häfen interniert sind. Lord Robert Ceril
erwiderte, die britische Regierung erwäge die
Frage über die Indienststellung feindlicher in
neutralen Häfen liegender Schiffe, sie müsse
aber in erster Linie von den neutralen Regierungen
selbst entschieden werden. Bei ihrer Entscheidungen
wurden die neutralen Regierungen
zweifellos den Umstand in Betracht ziehen,
Sie schlüpfte behend hinaus, wic um damit
jedem weiteren Verhör zu entgehen. Herta aber,
die ihre Knie zittern kublte, lies, sich schweren
Herzens in einen Stuhl sallen. enn ein
sicheres Porgefuhl sagte ihr, daß neue und
hertere Prüfungen ihrer harrte
nd sie brauchte auf die cberorucchm
ihrer Vesorgnisse nicht lange zu wanen
7. Kapitel.
Ungefähr zehn Minuten, nochdem Lerta uhr
Zimmer betreten haue, wurde an die Tür desselben
geklopit, und das aus Berlin Mingbrachte
Zimmermädchen, mit dessen angeblichem Unwohlsein
Ccile ihre Auwesendeet hatte erklären
wollen, trat über die S
„Die gnädige Fran W—i das Fraulein
bitten, sochech in 4%% Speise zimmer hinunteru?ommen.
— dige Frau haben in dringener
Angelegenheit mi dem Fräulein zu sprechen.“
Müde, mit langlamen. automatenhaften Bewegungen,
stand die junge Gesellschatterin auf,
um dem De seyl Folye zu leisten. Sie aynte,
was ihr bevorftand, und sie wußte, daß es kem
Entrinnen gab vor dieser Gefahr. Aber was
auch immer ihr die nächste Skunde bringen
mochte, darüber, daß sie in * Vorense standhaft
und tapfer bleiben müsse, war fie sich vollkommen
llar. Und das Bewußtsein, daß es
in eer. Hinsicht keine Wahl und keine Ungewißheit
für sie gab, verlleh r lrotz ihrer korperlichen
und seelischen Erschöpfung die Kraft, mit
lcheinbarer äuherer welasionhenen ber Fraugegenüberzutreten,
von der sie weder Etbarmen noch
Schonung zu erhoffen hatte
rau Hermann saß an dem großen runden
Tisch im Speisezimmer. Sie war ollein, und
daß die Vernichtung von nis de durch
eine Verringerung der Weltto
del der Neutralen nicht weniger Fen. als
den der Kriegführenden.
Neue deutsche U-Boote.
Bern, 11. April. Nach dem „Temps" laujen
verschiedentlich Gerüchte um, nach denen es
den Deutschen gelungen sei, Unterseeboote ohne
Periskop zu erbauen. Hierzu ist zu bemerken,
daß bei zahlreichen Torpedierungen in der letzten
Zeit man wohl den Schaumstreifen des
Torpedos, aber kein Periskop des angreifenden
Unterseebootes sah. Daß diese Gerüchte nicht
bloß eine Vermutung sind, beweist ein marinetechnischer
Aufsatz in der holländischen Zeitschrift
„Landstorm“, der von solchen Bauten
spricht. Eine sinnreiche Anbringung von Linsen
und Spiegeln am Schiffskbrper erlaube
dem Kommandanten, die notwendigen Beobachtungen
zu machen, um sein Tauchboot zu
steuern. Zmar müßten solche Tauchboote sich
mehr an der Oberfläche aufhalten, doch werde
dies durch den Vorteil aufgewogen, daß sie
durch das Fehlen eines Periskop= nicht die
Aufmerksamkeit begegnender Schiffe auf sich
zögen.
Versenkt.
London, 10. April. Noyds meldet aus
Cardiff: Der schwedische Dampfer „Libra“ hat
den Kapitän und die Bemannung de norwegi--schen
Lampsers „Snolyst“ ans Land gebracht,
der 25 Meilen nördlich von Quessant von einem
deulschen Unterseeboot versenkt wurde. Lloyds
meldet weiter, daß der spanische Dampfer
„Santanderino“ torpediert und versenli worden
sei. Von der Mannschaft habe man keine
Nachricht. Nach einer weiteren Lloydsmeldung
wurde der englische Dampfer „Marvam Abbey“
versenkt; die Besatzung ist gerettet.
Paris, 11. Avril. Ein englischer Dampfer
brachte die Besatzung des deutschen Dompfers
„Caledonia" nach Marseille. Der dänische
Dampfer ist im Mittelmeer von einem österihre
von Brillanten funkelnde, bnochige Hand
ruhte auf einem vor ihr li welßen
Blatte, wie wenn sie astlichV “ müsse, was
sich unter diesem Blatte verb
Mit einer gebeterischene e deutete sie
auf den Stuhl an ihrer
Setzen Sie sich. Fräulein! — Ich habe mit
Ihnen zu reden. Sie wissen, im welcher Angelegenheit
7?“
„Nein, Fra, Hermann — ich ahne es nicht. *
Mabei erhob ihre Hand und entsernte das
Blatl, unter dem jetzt ein zweites zum Vorschein
kam. Ein paar Krumen bröckeliger Erde und
Stäcke von grünen Baumblättern waren es,
die sich von der weißen Unterlage abhoben.
„ Zleie Dinge hier wurden heute abenb
auf dem Teppich Ihres Schlafzimmers zwischen
dem Fenster und dem Kleiderschrank gefunden.
Koônnen Sie mir milteilen, wie sie dahin gekommen
sind?“
.Wahrscheinlich habe ich sie an meinen
Schuhen oder mit m meines Kleidee
bereingeragen.“
dem Sie zuvor über, dle Frerich
belegte en waren?
vei E Peer sehr wenig wahrscheinlich,
wie Sie doch wohl selbst zugeben
werden. Aber wenn X
eine Auskunft über esz Punkt zu geben,
so merden Sies mir um so sicherer lagen können,
wie sich die Blulspuren erklären, e 38 verebenen
Stelen Ihres Zi
dem 5 erk der Feasterbr# * en
d. Wollen Sie vielleicht pten,
dan 5 diese Binkspuren von Ihnen herrüdre
Ferta fenkte den Kovi und schwieg. "
Donnerstag, 13. AUpril 1916
reichischen Unterseebvot torpediert worden. Nach
einer Meldung aus Biaritz landete der dänische
Tampfer „Atlante“ 36 Ueberlebende von dem
terpedierten spanlschen Oampfer „Santade
rino"“ im Hafen von Socoa. Vier spanische
Kasagiere ollen ertrunken sein. Der englicche
ampfer „Livonian“, der aus New-Castle hier
eintraf, hatte 9 Mann der Besatzung des am
30. März im Atlantischen O zean von einem
deutschen Unterseeboot torpedierten französischen
Segelschisses „St. Hubert“ an Bord.
hodanb.
Englische Minenan der holländischen
Küste
Berlin, 11. U#pril. Die „Times“ vom 7.
April melden an versleckter Stelle solgendes:
Der Taucher, der das Wrack der „Tubantia“
untersuchte, ist nach Haag zuruchgelehrt, um
seinen Berich- zu erstatten. Der Schleppdampfer,
der ihn von dem Mrack zurückbrachte, vernich
tete auf seinem Nückueg 24 treibende Minen.
Hierzu erfährt das WTB. von zuständiger Seite:
Die Minen können nur innerhalb des Gebietes
angetroffen worden sein, das nach der Erllärung
des deutschen Admiralstabs vom 4. Februar
1915 von deutschen Minen unbedingt frei-Phalten
wurde; es müssen demnach feindliche
linen gewesen sein. Die englische Nachricht
stimmt heen auch- mit den letzthin gemachten
Beoba deutscher Seestreitkräfte überein.
Hiernach Leen englische Minen im Gebiete
der Noordhinder-, Maas= und Schoumen.
bank- Feuerschifse bis zur Phornpenbank feugesiellt,
also in dem Gebiete dicht unter der
holländischen Küste, wo deutsche Minen nicht
Pier- werden. Die angetroffenen englischen
inen waren außerdem nur zum Teil veran.
kert, zum anderen Teil treibende Minen. Allein
an zwmei Tagen, am 1. und 2. April, schossen
deutsche Seestreitiräfte im englischen Kanal 25
treidende englische, nicht entschärste Minen ab.
" e
das Dellananlernehmen.
Das Unternehmen von Saloniki.
Basel 11. Apxil. Wie die Basler Blät—
ter melden, deuten bestimmte Anzeichen darauf
bin daßz die Entente eine Liquidation des Salonilier
Unternehnens in aller Slille vorbe
reitet. Es scheint, datz die mi Trompetenstößen
eingeleitete Expedition wie leinerzeit das Unternehmen
von Gallipoli lang- und klanglos ein
Ende linden werde. (.3.)
Spione gegen den König von
Griechenland.
Athen, 11. April. Die dem Hofe naheslehende
Zeitung „Phoini“ veröffentlicht eine
neue Enthullung über die Umtriebe des Vierverbandes
in Athen, der den König Konstanti.“
unter einen förmlichen Ueberwachungsdienit zu
siellen wußte. Das Blan meldet, daß mehrere
griechische Hofbeamte verhaftet wurden, da sich
herausgestellt hat, daß der englische, frantösicce
und russische Gesandte sie danic bezadleen, daß
sie den Briefwechsel des Ki#igs ausspähten
und verrielen. (3.)
Sekundenlang weidete sich Mabel an der
augenscheinlichen Hilfloligkeit des jungen
Mödchens, dann fuhr sie fjort:
Ich will Ihnen das Geständnis erleichtern
und Sie davor bewahren, nach nuglose
Ausflüchten zu suchen. — Alle diese Indizien,
die Erde, die Blatter und die Blutflecken, bewelsen
unwiderleglich, daß der Mann, der in
der verwichenen Nacht vom Garten aus den
Balkon erklenert und sich bei der Gelegenheir
durch einen Fall irgendwie urrleet hat, durch
Ihr Zimmer seinen Weg in das Innere des
Hauses gesunden hat — und zwar zu einer
Het da Sie selbst sich in diesem Zimmer aui-—
Wollen Sie jetzt noch immer, gleugnen.
t Sie diesen Zlaiin gesehen hu
— 1 i
Trotz der 3veestchikichken chtee. Rede hatte
Mabel ein so unummundenes Zugeständnis doch
wohl kaum erwartet. Das Erstaunen, das sich
für einen Moment in ihren Zügen ausprägte,
bewies es zur Genüge. Und dies Erstannen
klang auch noch aus ihrer Rede, da sie sagteie
räumen es ein? n der letzten
Nachi aber haben Sie es mir Fegentkber mit
der eröbten“ reift keit beltritten. «
T ber wie Sie hören, benreie
% 1o 57. nicht Ar
Peblüfft durch die Ruhe dieser Er.
aideoll Aerrte Frau Hormann auf die
Sprechende 1
A auch bewußt, wan Sie
damit elfräumen 7 — Sie gestatten einem
Manne, zuren in ½ Nacht Ihr Schlaszimmer
Sunk
t nicht auf meinen Wunsch,
*
—
— PHe#mann#-