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genügsamen Eigenwirtschaft dee geschlossenen Handelsstaates, der alle
Bedürfnisse seiner Bewohner aus der eigenen Produktion zu decken
trachtet. In Wahrheit finden wir keines der beiden Extreme praktisch
irgendwo in absoluter Reinbeit entwickelt. Auch bei formeller Gleichbeit
und unbeschränkter Freiheit der Handelebeziehungen sind die Bedingungen,
unter denen sich das Wirtschaftsleben innerhalb der verschiedenen
volkewirtschaftlichen Gemeinschaften vollzieht, keineswege die gleichen,
da nicht nur natürlicher Bodenreichtum, verkehrsgeographische und
klimatische Bedingungen grundverschieden sind, sondern auch die Bedürfnisse,
die wirtschaftlichen Fähigkeiten und der Kulturstand der Bevölkerung.
Die naturgemäße weltwirtschaftliche Arbeiteteilung richtet sich nicht lediglich
nach den Bodenschätzen, die einem Lande abgewonnen werden können —
sie richtet sich auch nach der Bevölkerungsdichte, dem Bevölk chst
dem überlieferten Stande und der Fortentwicklung dee technischen Könnene.
In den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege hatte sich nach Zeiten,
in denen die Freihandelslehre die Vorherrschaft gehabt, eine starke Tendenz
entwickelt, die unter dem äußeren Gepräge dee Schutzzollsystemo darauf
hinausging, die einzelnen volkswirtschaftlichen Gemeinschaften möglichst
allseitig zu entwickeln und in reinen Agrarländern auch die verschiedensten
Zwecke industrieller Produktion zu begünstigen. Der Krieg mit seiner
Fülle mehr oder weniger erzwungener wirtschaftlicher Begleiterscheinungen
hat das Streben nach geschlossener Eigenwirtschaft gewaltsam gesteigert.
Nicht nur die von der Blockade der Entente betroffenen europäischen
Mittelmächte sahen sich aus dem Weltverkehr herausgerissen und darauf
angewiesen, ihre ganze Wirtschaft fast restlos auf die Erzeugnisse des
eigenen Bodens einzustellen, sondern auch überseeische Gebiete litten infolge
der mehr und mehr ansteigenden internationalen Frachtraumnot unter
wesentlich verringerten Handelsbeziehungen zur Außenwelt und mußten
demgemäß nach mancherlei Umstellung ihres wirtschaftlichen Systems
trachten. Während auf der einen Seite die Rohstoffnot in großem Umfange
neue Erfindungen zeitigte, die durch neue Verwendung der im
Lande vorhandenen Hilfestoffe die Abschließung vom Weltmarkt wenigstene
notdürftig auszugleichen bestimmt waren, hat auf der anderen Seite
der Nohstoffüberfluß beim Ausbleiben fremder Fertigfabrikate neue
Industrien gezüchtet. Wohl hat man sich an beiden Stellen unter dem
Zwange der Verhältnisse über die wesentlich eingeengten Beziehungen
hinweggeholfen, doch wurde letzten Endes überall der Druck der gewaltsamen
Herabminderung des Außenverkehrs so stark empfunden, daß eine
natürliche Reaktion nicht ausbleiben kann und das Verlangen nach Wiederberstellung
zweckmäßig abgemessener weltwirtschaftlicher Arbeitsteilung
stärker und natürlicher hervortreten wird denn je zuvor.