270 Landwirtschaft und Volksernährung.
behörden unmittelbar mit Anweisungen verfehen. Zum Präsidenten
des Kriegeernährungsamtes wurde der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen,
von Batocki, berufen. Zum Vorstand gehörten ferner der
Unterstaatssekretär im Landwirtschaftsministerium Freiberr von Falckenhausen,
der Chef des Feld-Eisenbahnwesens, General Gröner, ein Vertreter
der baperischen Regierung und Vertreter der Großindustrie, der
Arbeiterschaft und der Kommunaloerwaltung. Harunter als Arbeitervertreter
Generalsekretär Stegerwald und das Vorstandemitglied der
sozialdemokratischen Groß-Einkaufsgesellschaft, Dr. August Müller, Hamburg.
Am 1. September 1916 wurde die Reichsprüfungsstelle für Lebensmittelpreise
dem Kriegsernährungsamt angefügt, ferner wurden seiner
Aufsicht unterstellt: die Zentralstelle zur Beschaffung der Heeresver--pflegung,
die Reichegetreidestelle, die Reichsstelle für die Versorgung
mit Bieh und Fleisch, die Reichskartoffelstelle, die Trockenkartoffel-Verwertungsgesellschaft,
die Kriege-Kartoffelgesellschaft „Ost“, die Reichs-Branntweinstelle,
die Reichs-Futtermittelstelle, der Kriegsausschuß für
Ersatzfutter, die Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte (für Verteilung
von Futter und Düngemitteln), die Hafer-Einkaufsgesellschaft,
die Kriege-Stroh- und Torfgesellschaft, die Reichs-Gerstengesellschaft,
die Reichs-Hülsenfruchtstelle, die Reichs-Zuckerstelle, die Reichs-Zuckerauegleichgesellschaft,
die Zucker-Zuteilungestelle für das deutsche Süßigkeitengewerbe,
die Stärkespyrup-Zentrale für das deutsche Nahrungsmittelgewerbe,
die Reichsstelle für Speisefett, die Reichsstelle für Gemüse
und Obst, die Kriegsgesellschaft für Obst, Konserven und Marmelade,
die Kriegsgesellschaft für Wein-Obst-Einkauf und -Verteilung, die Kriegsgesellschaft
für Sauerkraut, die Kriegsgesellschaft für Dörrgemüse, die
Gemüsekonserven-Kriegsgesellschaft, die Kriegs-Rübensaftgesellschaft, die
Kriege-Gemüsebau- und Berwertungegesellschaft, der Kriegsausschuß für
Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel, die Kriege-Kakaogesellschaft, die
Landwirtschaftebetriebestelle für Kriegewirtschaft (Bewirtschaftung der
besetzten Gebiete), die Kriegsgesellschaft für Teichfisch-Berwertung, die
Reichsverteilungsstelle für Nährmittel und Eier, die Uberwachungsstelle
für Seemuscheln und der Reichskommissar für die Fischversorgung.
Zu Hilfe kam unserer Ernährung in dem sonst so ungünstigen Jahre
1916 die Eroberung fruchtbarster Gebiete in Rumänien, die
allerdings nicht in erhofftem Maße zur Belieferung der Heimat mit
landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu führen vermochte, wohl aber eine
wesentliche Entlastung der Heimat insofern mit sich brachte, als große
Teile der Ostfront nunmehr von Rumänien aue verpflegt werden konnten
und auch die Not dee verbündeten Osterreich aus jener Quelle eine gewisse
Linderung zu erfahren vermochte.