iegewirtschaft in den Kolonlen. 349
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die g g: Mais, Reis, Mtama usw., in großen
Mengen von den Bezirkeämtern aufgekauft und an die Etappen abgeliefert
wurde.
Folge der Unterbindung der Zufuhr von Europa war, daß man
für verschiedene sonst unentbehrliche Artikel Ersatz suchte und teilweise
auch fand; es entstand eine gewisse Art „Kriegeindustrie“, die gezeigt
hat, was die Kolonie unter deutscher Berwaltung zu leisten imstande war.
In Tabora, Norogoro, Muansa wurden von den Etappen Spinnmereien,
Webereien, Gerbereien und Färbereien eingerichtet, die recht gute Erzeugnisse
lieferten. Besondera war das in Muansa hergestellte Leder
von vorzüglicher Qualität. In Tabora waren beim europäischen Gefangenenlager
eine Gerberei und Färberei in Betrieb gesetzt, in der farbige Gefangene
unter Aufsicht und Leitung zweier gefangener Buren arbeiteten.
Später wurde dort gleichfalls eine große Spinnerei und Weberei errichtet,
in der die gefangenen Inder beschäftigt wurden. Der hbergestellte
Stoff war allerdings sehr grob, konnte aber gut als Kleidungestoff verwendet
werden. Die hölzernen Webstühle waren in Daressalam angefertigt
worden. Auch in Tabora begründete ein Grieche eine größere Weberei.
Zn Oaressalam hatte die Sattlerei Becker eine Gerberei eingerichtet
und verfertigte aus dem dort fabrizierten Leder gutes und haltbares
Fußzeug.
Da das Petroleum natürlich bald knapp wurde, ging man an die
Herstellung von Wachs- und Talglichten, die, teilweise von sehr guter
Qualität, vollkommen ihren Zweck erfüllten. In Tabora stellten zwei
Deutsche aus Kokosöl ein Ersatzpetroleum und sogar Benzol her. Das
Produkt war gut, doch die hergestellte Menge kam für den großen Bedarf
kaum in Frage. Aus Ziegenfellen wurde vorzügliches Weißleder gegerbt,
das als Kleidung für die Askaris verwendet werden konnte. Weißer
Stoff und weiße Anzüge wurden von verschiedenen Färbereien gefärbt
und als Khaki verwendet.
Die Ol- und Seifenindustrie, die bereits vor dem Kriege in kleinem
Maße bestanden hatte, wurde ausgedehnt, so daß die Kolonie mit diesen
Artikeln binreichend versehen werden konnte. Es wurden sogar sehr gute
Toilette- und Nasierseifen hergestellt. Das Erdnußöl war von hervorragender
Qualität und wurde allgemein zum Kochen und Braten verwandt.
Butter wurde von verschiedenen größeren Farmern bereitet und teile
in verlöteten Tins, teils in großen Gefäßen zum Versand gebracht. Die
Schlachtereien stellten gute, haltbare Dauerware (Wurst, Speck und
Schinken) her, die in großen Mengen an die Etappen geliefert wurde.
Die Brauerei, der schließlich der europäische Malzvorrat ausging, braute
ein gutes trinkbares Bier aus Mais und Mtama. Aus Zuckerrohr wurde