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er bei seiner großen Sorge um die Kapelle immer noch mit Noth
wegen Bezahlung derselben durch die Kammer zu kämpfen. —
Dennoch war er trotz alles Ungemachs immer noch thätig für die
Composition, wovon ein neuer Beweis der 1650 zu Dresden
erschienene dritte Theil seiner Symphoniae Sacrae 42) ist. In
diesem XII. Opus ist nach dem Urtheile aller Sachverständigen
die Quintessenz des Schütz'schen Ingeniums gleichsam niedergelegt,
und von Winterfeld sagt von diesem dritten Theile:
„Wir dürfen ihn wohl den bedeutendsten nennen. Denn hier
erscheint er (Schütz) nun in vollendeter Durchbildung seiner Eigenthümlichkeit,
am klarsten liegt hier zu Tage die lebendige Einwirkung
der fremden Einflüsse, welche geholfen, sie zu bestimmen und zu gestalten;
am leichtesten vermögen wir von hier aus den Zusammenhang seiner
künstlerischen Thätigkeit mit den Hervorbringungen unserer Tage zu
fassen und zu überschauen.“ — „Der Fortschritt in Gestaltung lebendiger
Tonbilder, den sie. uns zeigen, weist hin zu der spätern Zeit,
die Keime des Oratoriums sehen wir in ihnen völliger entfaltet,
eine Ursprünglichkeit und Frische in Auffassung der Aufgaben tritt uns
so muß es auch wegen der Zahlung des gantzen Collegü#musici in einen anderen
standt versetzt werden, so könnte auch alsdann wieder aenderung mit
diesen Capell Knaben getroffen werden, Vnterdessen aber würde dieses zur
Musik gehörende fürnehme pertinentz stück erhalten, vnd discantisten, deren
man sich in bessern Zeittn hiernächst, wills Gott, zu erfreuen hätte, erzogen.
4) Mein großgönstiger Herr Schwager wolle ohne Beschwerde nur darauf
bemühet sein, daß von vnsern gnädigen Herrn die Bewerkstelligung erst erfolgen
möge, die schriftlichen aufsetze wolle er ohnbeschwerde auf weitere mündliche
conferentz mit mir, ersparen, als dann werde ich sorgfältig sein, daß
diese bewilligung ad utilitatem publicam et Capellae und nicht ad privatum
alicujus usum gerichtet werden möge, bitte dienstlich umb verzeihung daß Ihme
hiermit molestirlich kame, nebst fleissiger salutirung verbleibende meines hochgeehrten
Herrn allezeit devotester Heinrich Schütze. Dresden am 3. Juli Ao. 1649.
— P. 8. Demnach ich auch muthmasse, daß unserm gnädigsten Churfürsten
und Herrn, die dem Hoforganisten Kittel angesetzten 250 thlr. Jahresbesoldung
etwas hoch anzulauffen bedünken mögten, so könnten Ihro Churf.
Durchl. auch berichtet werden, das der vorige Organist, genandt der lange
Hahn anfänglich nur 200 thlr. gehabt, hernacher ihm aber von dem seel.
Taube, damaligen Hofmarschalle, 50 thlr. Zulage zu Wege bracht worden,
und hierauf solche 250 thlr. auff abgedachten Kittel durch Herrn Doctor
Hoym in meinem abwesen bracht worden sind. Weil er aber nun bisher gar
nichts absonderliches wegen der Knaben erhalten, itzo auch erbötig ist dieselben
zu verpflegen und mit Fleis zu instituiren, welches in Wahrheit eine
misliche Sache ist, so vermein ich höchst gedachter vnser gnädigster Herr woll
mit ihm zufrieden und in ansehung der Knaben solche gantze Bestallung
der 250 thlr. Ihme ferner überlassen können. Alles sonder Masgebung.
12) „Symph. sacr. Tertia Pars oder Deutsche Concerte mit 5—8 Stimmen und
zwei Instrumentalstimmen als Violinen sammt etlichen complementi, welche
aus den Indice des allhier beigefügten geduppelten Basso continuo auch ersehen
und nach Beliebung auch mit gebraucht werden können in die Mufik
gesatzt durch Heinr. Schütz 2c. gedruckt bei Christian und Melchior Bergen
Gebrüdern Ch. S. Hofbuchdruckern zu Dresden 1650,“ welches Werk dem
Kurfürsten Johann Georg gewidmet ist (Michael 1650). —