Full text : Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) vom 18. August 1896 nebst dem Einführungsgesetze vom 18. August 1896.

190  Zweites  Buch.  Recht  der  Schuldverhältnisse.

4.  nicht:  ũbliche  (E.  IW.  0176s,  03  B  217,  04  35635°7,  06  536.  352,
09"/85,  Gr.  50  %¼').  Ein  Irrtum  über  den  Inhalt  einer  Rechtsnorm  gilt
nicht  schlechthin  als  unentschuldbar,  Z.  JW.  O4  ¼,  05  56,  07  ½81,  09  16.

5.  Das  HGB.  verlangt  die  Sorgfalt  eines  ordentlichen  Kaufmanns,
  Geschäftsmanns,  Frachtführers,  Reeders,  Verfrachters,  Schiffers
(HGB.  88  841,  241,  249,  3471,  3841,  3901,  4081,  4291,  497,  511.
5592,  653)  und  gibt  der  Regel  des  §  276  für  den  Handelsverkehr  einen
bestimmten  Inhalt.  Es  kommt  also  darauf  an,  ob  diejenige  Sorgfalt
angewendet  ist,  welche  von  einem  normalen  Menschen  des  betreffenden
Berufskreises  in  einem  Verhältnis  der  fraglichen  Art  erfordert  wird.
Die  typische  Verschiedenheit  ganzer  Gruppen  von  Menschen  nach  Alter,
Bildungsstufe,  Lebensstellung  führt  notwendig  zu  einer  eshidene.
des  gemeinsamen  Maßstabes,  der  an  bestimmte  Menschen  unter  gewi  en
dyrhaltrisen  bzw.  der  Sorgfalt  im  Verkehr  anzulegen  ist,  E.  R.
68"  0;  JW.  06  ½0,  08“7,  09  10,  110;  Gr.  487,  49  0,  50  %  —
So  vielgestaltig  der  Verkehr  ist.  so  verschieden  kann  das  Maß  der  anzuwendenden
  Sorgfalt  sein:  Sorgfalt  eines  Jägers,  &.  JW.  02  B.  0,
04  957,  09/89,  10  3831,  11  316;  eines  Wirts,  E.  J  10%:;  Gr.  46  us:
eines  Gastes,  5.  R.  75  595;  eines  Arztes,  E.  JW.  07  *  Gr.  51  24:;  eines
Rechtsanwaltes,  E.  JW.  09  217,  10  298-238,  11  537;  eines  Notars,  E.  JW.

is  ·  130,  eines  Bankiers,  E.  IW.  09  8o;  eines  Automobilbesitzers,  E.  IW.
08406,  09  270;  eines  Automobilführers,  E.  JW.  04  ?s8s,  06681,  08406  678,
11979;  Gr.  51  982;  Sachs.  14  4  .  16;  eines  Motorfahrers,  E.  JIW.O8  106  4%%,
vgl.  auch  Z.  JW.  01768,  03  B.217,  05  538.  640;  E.  R.  54  55,  65  79;  Gr.  47  ##%,
419%#.  Ausschluß  der  Fahrlässigkeit  durch  rrtum,  E.  R.  6845%  73  38°;
IJW.  06  711,  07  251,  0840,  11  710.  Auch  fahrlässige  Unkenntnis  ist  zu  vertreten
  88  68.  123,  132:,  142,  166,  169,  173,  179,  254,  307,  405,  674,
729,  764,  "21,  1204,  1424,  1980.  über  Beweislast  4.  R.  13“,  65#1,
JW.  08286  G.  8  829  bleibt  dagegen  außer  Anwendung.

7.  g  134  A.  1.  D.  h.  vor  Eintritt  des  rechtswidrigen  Erfolgs.

8.  Das  Abkommen  ist,  weil  gegen  die  guten  Sitten  versto  end,
nichtig  (§  138).  Vgl.  auch  86  443,  540,  651.  Ausnahme:  8  278  Satz  2.
Die  Ausschlieung  der  Hestung  für  grobes  Bersehen  ist  nicht  unzulässig,
E.  JW.  02  B.  194;  Gr.  46

b)  Sorgfalt  in  eig.  Angelegenh.  §.  277.

Wer  nur  für  diejenige  Sorgfalt  einzustehen  hat,  welche  er
in  eigenen  Angelegenheiten  anzuwenden  pflegt!,  ist  von  der
Haftung  wegen  grober?  Fahrlässigkeit  nicht  befreit.

1  145,  IIA  233:,  IIb  271,  III  271.  M.  I,  280.  Prot.  1I,  187,  188,  304.

1.  Der  Verwahrer,  der  die  Aufbewahrung  unentgeltlich  übernommen
  hat  (8  690),  der  Gesellschafter  (8  708),  die  Ehegatten  (8  1359),
die  Eltern  bei  Ausübung  der  elterlichen  Gewalt  (88  1664,  1686),  der
Vorerbe  (8  2131).  Vgll.  HGB.  8§  3477.  Der  8  will  die  Haftung  ermäßigen
  („nur“),  so  daß,  wer  in  eigenen  Angelegenheiten  eine  größere
Sorgfalt,  als  der  Verkehr  erfordert,  anzuwenden  pflegt,  in  fremden  Angelegenheiten
  für  diese  größere  Sorgfalt  nicht  einsteht.