heit meiner Landsleute zu grossen Wert beimesse, um sie aufs
Spiel zu setzen, und dass er nichts zu befürchten brauche.
Meine Abreise, die man möglichst bald verlangte, wurde auf
2 Uhr festgesetzt; man kaın auch überein, dass ich in meinem
Automobil abreisen würde. Bezüglich des Passierscheines sagte
mir Herr Eyschen, der deutsche Gesandte sei eben im deutschen
Hauptguarlier, um ihn auszuwirken, und er werde dafür sorgen,
dass er mir innerhalb nützlicher Frist zugestellt werde.
Um 2 Uhr 15 kam der Herr Staatsminister, begleitet von
Hlierın Regierungsrat Henrion, um von mir Abschied zu nehmen
und die Schlüssel der Gesandtschaft und diejenigen der Kanzlei
zu empfangen.
Er gab mir bekannt, dass Befehle für meine freie Durchfahrt
erteilt worden seien, und dass ich Arlon auf der Merle-,
Mamers- und Arlonstrasse erreichen müsse. Er fügte bei, auf
der Merlestrasse werde mich ein deuischer Offizier erwarten,
um meinem Wagen voranzufahren.
Ich verliess darauf die Gesandischaft und begab mich auf
dem festgesetzten Wege nach Arlon; aber ich begegnete nieinandem.
Ew. Exzellenz werden beigefügt (Beilage IV) den Wort.
laut des Briefes finden, den ich dem Herrn Staatsminister überreichte,
bevor ich meinen Posten verliess.
Mollard.
Beilage 1.
Herr Eyschen, Staatsminister und Regierungspräsident,
an Herrn Mollard, ausserordentlichen Gesandten und bevollmächtigten
Minister Frankreichs in Luxemburg.
Luxemburg, den 4. August 1914.
Herr Minister,
Durch Ihre mündliche Mitteilung von gestern abend haben
Ew. Exzellenz die grosse Gefälligkeit gehabt, mir zur Kenntnis
zu bringen, dass die Regierung der Republik entsprechend dem
Londoner Vertrage von 1867 beabsichtigte, die Neutralität des
Grossherzogtums Luxemburg zu achten, wie sie dies auch durch
ihre Haltung gezeigt habe, dass aber die Verletzung dieser Neu-