Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Aummer  245

-  begaben  sich  nach  Abschluß  der  Erörterungen
un  den  Standort  des  Kaisers,  wo  unter  des—
sen  Vorsitz  eine  neue  Beralung  begann.

s  Wien,  22.  10.  (Drahtb.)  Ueber  die  Ant-Wort
  Wilsons  an  O  Ocsterreich-  Ungarn  berrscht.  hier
Emtäuschung  und  Erbiltterung.  Nach  den  eingelausenen
  Nachrichten  hatte  man  an  amtlicher
Stelle  geglaubt,  Wilson  werde  die  Zertrümmekung
  Oefterreich-Ungarns  nicht  gutheißen.  Trotz
Unerwarteten  Antwort  wird  die  Regierung  aber
in  versöhnlichem  Sinne  antworten.

*§  Berlin,  2.  10.  (Drahtb.)  Eine  Wiener
(Meldung  des  Verliner  Lokalanzeigers  spricht
vom  bevorstehenden  Rücktritt  des  Grasen  Burian.
  Als  Nachsolger  wird  vielsach  Graf  Czernin
  genannt.

 

Deutsch-Oesterreich  für  einen  Anschlutßz
1  an  Deutschland.

(Wicn.  21.  10.  Aus  Graz  wird  gemeldet,
der  Vollsrat  für  Mittelsteiermark  hat  einen  Beschluß
  gesaßt  in  dem  es  heißt:  Nationale  und
wirtschaftliche  Gründe  schwerwiegender  Art  machen
  es  nach  Ansicht  des  mittellr-  rr-2  Volksrates
  unniöglich  daß  die  Deutschöf  terreicher  dem
Vorschlag  der  Errichtung  eines  Bundesstaates
zustimmen  können.  Ihnen  muß  dasselbe  Recht
nach  Zusamm  enschluß  init  jenen  außeröf  sterreichischen
  Vollsgene#en  gewährt  werden  wie  den
[Polen.  Der  mittelfleierische  Vollsrat  richtet
daher  an  die  deutschen  Abgeordneten  die  Aufforderun

  a.  in  der  Nationalversammlung  und
durch  sie  bei  den  Friedensver  chundlungen  den
Auschluß  der  deutschen  Teile  Oesterreichs

  an  das  deuische  Reich  mit  unerschütterlichem
  Erun  und  Machdruck  zu  vertreten.

vl  schlachi  kn  Wrllẽs.
WVTR.  Gr  obes  Hauptquartier,  den
21.  10.  (Drahtb.)  Amlil.
Westlicher  Kriegsschauplatz.
Kronprinz  Rupprecht.
In  Flardern  würde  vor  und  in  dem  Lys-Abschnitt
  Deftig  gelämoft.  den  in  Somergeem
vorübergebend  elmedeu  igenen  Feind  warfen  wir
im  Gegen“  roß  wieder  ur  4.  Beiderseit  vo
Beynæ  i  ichte  si.  der  iegauer  auf  dem  Wenuser

 
     
 
  

der  Lu##  Feiide,  die  sdlich  der  Stadnüber
den  Fluß  vor  t  11  trirn  usm  größten
I  ’l  Fran  oserieit

 

i  1I  von  Korrlie
  und  Zwerghem
«  Vol-«  M  »H)  und  sw  von
Vichte  brachten  wir  seine  Angriffe  zum  Stehen.
Nördlich  der  Schelde  wiesen  wir  den  Feind  vor
unseren  Linien  ab;  nördlich  von  Tournai  hat
der  Geguer  die  Scheloe  erreicht.  Südlich  von
Tournai  unden  wir  mit  ihm  in  der  Linie  S

Amar  deönlich  von  Tengin:  und  auf  den  Höhen

  
 

öftlich  von  Haspe:  im  Griechte  fühlm  ig.  Be  ider-K#its
  von  Elesnes  und  Le  Cat.  u  griff  der  Engu

  Ausdehnung  sefner  am  17.  und
18.  Ollober:  en  Le  Caieau  und  der  Oise  geführten
  A-  griffe  -nit-  phrienn  Krästen  an.  Zwischen
  Samn.  u#s  un  Vertain  b.  #ieben  seme  Angrifse
  s  1  dn  «  .,.-:x-::ic  Nieländer

  gestern

 

 
   
  
  
    

cin  über  un- 



 

  
  

#")l  5  L#  -  s«  «  Insssdu1
Feind  au  Hoͤhen  ich  urns  4w7  cah  der
Stadt  en.  Remietes  und  Amerival
gingen  verloren  und  m  ucden  ini  *  rennoß  wicder
  ger  irnen.  V1  c  Cateau  haben

  wir  #  ,.  1  each  has-tun  wechselvollen
  Kanutnpf  i#n  allge  nen  behauptet.  Die
brandeubt  rgische  -  eservediorion  unter  Füh—
rung  der  Genera  zmators  Haas  hat  fi.  hier  besonders
  pewährt.  Der  mit  großen  Mitteln  unternommene
  Angrifsf  des  Feindes  ist  somit  auf
der  gan:en  20  Kilometer  breiten  Front  bis  auf
örtlich  beschränkten  Vode:  igewi  zn  des  Gegners
an  der  Jah#oleit  urierer  Lurh  Ar#llerie  wirksam
  unter###pylen  Imeriat  geschriltert.
Deutjichet  Rrenpeinz.
lich  der  Serte  Unt-  zu  rzeute  Angrifse
alg-  wlelen.  Veiderleits  der  Straße
erte#n  Wir  im  (#igenangriff  Tei-:
  Feinde  5  nnd  er  .  cbenen  Li—
te  i  *  ungrisse  ab.  Auch
zwune  hahm  eln  i  preußisches

 

 

Nördl
des  Fcinde
Laon  Marl'  se
le  unserer  voch  u
nien  und  U,

 

 
    

weklich  der  Vataillon
  und  d#s  in  den  letzten  Tagen  besonders
bewähri:  eserve  Ins.p-R.al.  Nr.  221  im  Gegen- 



angriff  ihre  Siellung  w.#der  und  schlugen  feindliche
  Angeisse  9.  8  lich  van  Vou  ieres  suchte
der  Feind  seim#t  a  19.  Oktoder  errungenen
örtlichen  Ersetg  durch  Forlsetyzung  seiner  An-*
  in  uliche  sind  sie  im  Gegen-Jiuenterse?
  Ugimcts  Nr.  411  und
an  der  öhen  behr  der  7.  Kompagnie  des
bayerischen  Z  ufo  nlerie  Regt.  Nr.  21  gescheilert.
v.  Gallwitz.
Vanteville  wurden  Teilangriffe
Im  übri  *  blieb
Maas  in

 

Oeltlich  von
der  Amerilauer  abgewiesen.
die  Gesechtlätigleit  beiderleits  der
mäßigen  (renzen.

Südöstlicher  Kriegsschauplatz.

An  der  Mornwa  schlugen  wir  ernente  Teilangrisse
  der  Serben  ab.

4  Ludendorff.

Abenobericht
ng.  Verin,  21.  10.,  abends.  Amtlich.
Tr
t  iid  beschränkte  sich  an  den  Kampffronha
  Teilangriffe,  die  von  uns  absew  en  wurden.
  Unser  Gegenangriff  gegen  die  vom  Feind
besetzten  Höhen  auf  dem  öltlichen  Aisneufer

 

Rosenheimer  Anzelger

beiderseits  von  Vouzieres  ilt  in  gutem  Fortschreiten.


Der  amfd.  Illerreschische  Berich.
WIB.  Wien,  21.  10.  Amtlich  wird  gemeldet:
Auf  dem  italienischen  Kriegsschauplatz  keine
Hröheren  Kampfhandlungen.  "
Beiderseits  der  südlichen  Morawa  wurden  serbische
  Teilangriffe  abgewiesen.  Im  Gebirge  westlich
  von  Zajetschar  macht  sich  serbischer  Druck

stärler  fühlbar.
Der  Chef  des  Generalstabs.

Tickel.

Fliegerangriss  auf  Kon  stantinopel.
*  "**  Kon  stantinopel,  21.  10.  Auf  Konstantinopel
  fand  ein  Fliegerangriff  statt,
dem  etwa  70  Personen  zum  Opfer  fielen,  meist
Frauen  und  Kinder.

Polisijche  Aundschan.

Der  Delegiertentag  der  bayerischen
Zenutrumspartei

ist  am  Montag  in  München  zusammengetreten.

Er  wird  drei  Hauptfragen  erörtern,  nämlich

die  militärische  und  poülische  Lage,  die  derzeitige

  Lage  und  die  Aufgaben  der  Zentrumspartei

  und  die  Organisation  der  Zentrumspartei.

Känchener  Neulgkenten.

«  *  München,  22.  Oltober.
Die  Grippe.  In  München  zeigt  sich  eine
weitere  zZunahme  der  Grippe;  täglich  werden
ca.  100  Personen  durch  die  Sanitätskolonne  in
die  Kranlenhäuter  eingeliefert.  Am  Freitag  wurde
  die  Höchstzahl  der  Todesfälle  mit  8  erreicht.
Die  Zahl  der  bisherigen  Todesopfer  wird  auf
über  50  geschäygt.

Der  Bayerische  Landesverband  des
lath.  Frauenbundes  krat  dieser  Tage  in
München  zu  seiner  3.  Genralversammiung  unter
siarler  Veteiligung  aus  dem  ganzen  Königreich
zusamn  nen.

roßbe  Figarrenschiebungen  sind
*  *  die  Mun.Aner  Pol  diʒei  aufgededt  worden;
die  Gigarren,  d#e  in  Danzig  und  Posen  beschlagnahmt
  worden  waren,  hättien  im  Kettenhandel
  nach  Dolen  velschleppt  werden  sollen.
Es  handelt  sich  um  Mengen  in  der  Höhe  von
mehreren  100  000  Marl.

5
Bspyerische  Nochrichten.

Zu  nächtlichen  Ausschreitungen  kam
es  in  der  Nacht  zum  Montag  in  Pasing  zwischen
  Betruntenen  und  dem  Fahrpersonal  eines
Straßenbahnzuges.  Vyn  den  radaulustigen  Burlchen
  wurden  zwei  festgenommen.

I  Großer  Pretiosendiebsta  hl.  Nachts
wurde  in  inem  Juwelierladen  in  der  Steingasse
in  Augs  burg  eingebrochen  und  sechs  Herren-,
30  Damen=  und  20  Brillantringe  mit  verschiedenfarbigen
  Sleinen  veriehen.  10  goldene  Eherünge,
  1  Dugßzen  silberne  Tasell  öffel,  1  silber-4
  Dessertbeiled,  2  süberne  Taf  felbeftde,  16

Dou:ble.  Armba  der,  daruier  ein  Tula-Armband,
  5  lange  silberne  damen  Taillenketten,  im
Gesamtwert  von  et'wa  10000  Ml.  entwendet.
Von  den  Dieben  hat  man  noch  keine  Spur.

H#E  3  ««,
OWNER-stecktede
Traunstein,  21.  10.  Gegen  eine  gewisse

  Sorte  Traun  leiner  Damenund
M  ddchen  inunn  sich  der?  Verbindungsoffizier  des
Traun-  nreiner  angeneulagere.  öfsentlich  in  der
Lolalpresse  dieser  Warnung  wenden:  Sollten
  sich  die  Fälle  von  Briefverlehr  mit  Gefangenen
  tron  aller  Waruug  nicht  vermindern,  so
müßte  ich  veranlassen,  dahß  die  Namen  aller  betciligien
  Troumeiner  „damen“  und  „Mädchen“
in  den  Tageoblä:tern  veröffen  tlicht  werden.  Ich
Balte  esd  auch  einer  demischen  Frau  für  nicht  würdig,
  wenn  sie  ihrem  gelichlen  Franzosen  beim
Abtrans  prr:  nach  HUrar  such  in  ailer  Frühe  noch
Blumen  uenen  will  oder  sich,  eigeno  noch  auf
die  Wegscheid  bemuht,  *  den  Franzosen  letztes
Lebewohl  zuzuwinlen,  wie  bas  beim  vorletzten
Abtraueport  der  Aiustauf  schgesangenen  der  Fall
War.  Dise  Vöaznung  spricht  Bände!

lichersc,  20.  Oit.  Wohl  der  Aelteste
aus  dem  Epiem  gau  verschied  in  Feldwies.
Herr  Josef  Tichler,  Kleinzauser,  erreichte  das
hohe  Alter  von  93  Jahren.  In  seinem  ganzen
Leben  benötligte  er  keinen  Arzt.

Mühldorf,  20.  Oll.  Kirchendiebe.

Von  den  Seitenaltären  der  Pfarrlitche  Mettenbeim
  stahlen  Frauenspersonen  die  Allartücher
und  Kerzen  am  hellichten  Tage.  Die  Diebinnen
wurden  abgefaßt  und  ihnen  die  Beute  abgenommen.
  Ein  die  Dichienen  begleitender  Bursche
  wollte  sich  mit  dem  Messer  zur  Wehr  setzen;
er  gab  oler  seinen  Widersiand  bald  aufutuinan

  ier.
*  Rosenheim,  22.  Oltober.
Elne  angenehme  Uebercaschung
wurde  den  Besuchern  des  Deutschen  Kaiser  in
den  letzten  Tagen  bereilet:  Die  weiten  Räume
waren  angenehm  durchwärmt!  Seit  Jahren
ist  die  mangelhafte  Beheizung  dort  das  Schmertzenslind
  der  Rosenh  eimer.  Der  ungute  Zustand
ielt  fedährlich  in  der  kalten  Jahreszeit  nicht
MWerige  davon  ab,  Theater,  Konzerte  oder  Vor- 



 

 

 

 

 

 

4räge  zu  besuchen.  Unter  Berücksichtigung  des
Umstandes,  dahb  es  sich  doch  um  das  erste  Gesellschaftsunternehmen
  am  hiesigen  Patze  handelt  —
so  glücklich  werden  die  Rosenheimer  wohl  in  einem
Menschenalter  noch  nicht  sein,  daß  sie  es  zu  einem
Stadttheater  gebracht  haben!  —  war  dieser  unhaltbare
  Zustand  sehr  zu  bedauern.

Die  Verhöältnisse  lagen  dort  so:  Die  vor  20
Jahren  beim  Bau  des  Hauses  durch  eine  Münchener
  Firma  eingerichtete  Jentralheizung  ist  nicht
kiach  denjenigen  Grundsäßzen  erstellt  worden,  die
heute  für  eine  solche  Anlage  maßgebend  sind.
Im  Laufe  der  Jahre  rosteten  zahlreiche  Daiu.
jöhren  durch  und  machten  so  den  Kreislauf  de
wärmespendenden  Elements  unmöglich.  Selbst  or
fäuherster  Beheizung  der  Kessel  war  es  in  den
letzten  Jahren  unmöglich,  eine  Durchwärmung
des  Saales  und  der  Hotelräume  zu  erzielen.  Zu
all  dem  lam,  daß  die  Unrentabilität  des  Unslernehmens
  unter  den  bieberigen  zahlreichen  Besitzern
  und  Pächtern  größere  Ausgaben  für  Neparaturen
  überhaupt  nicht  zuließ.  So  froren
Theaterbesucher  und  Gäste  jeden  Winter  luueri.

riuer  G.  b.  lnter  h  des  Telite.

Varon  v.  n  .  s  deren  Verwalter,
Herr  Rentier  Hanrieder  in  München,  kurz  nach
Kriegsbeginn  den  heutigen  Pächter  Bach  für  die
Seitung  des  Unternehmens  gewann,  waren  nicht
Wenige,  die  zu  dieser  Uebernahme  durch  einen
Nichtsachmann  Bedenken  äußerten.  Dur
reitlose  Ausnutzung  von  Saal  und  Hotelbetrieb
b't  es  Direktor  Bach  jedoch  gelungen,  eine  Rentabilität
  des  Hauses  zu  erzielen.  Was  Fachleuten
  vordem  in  gün  stigen  Zeiten  nicht  immer
möglich  war,  brachte  die  Rührigkeit  des  Herrn
(BKach  zuwege:  Die  heute  sehr  ansehnliche  Pachtsumme
  sloßz  der  Besitzerin  wieder  zu.  Nur  so
dlonnte  es  lommen,  daß  die  Verhältnisse  im  Deutschen
  Kaiser  nicht  nur  langsam  wieder  auf  eine
seste  Grundlage  gestellt  wurden,  sondern  daß
auä+h)  noch  eine  derartig  große  Ausgabe  für  die
Reparatur  der  Heizanlage.  gewagt  werden  konnte.
  Unsere  einheimische  Firma  Voggenauer
Hat  die  Reparatur,  die  sich  auf  eine  teilweise
Erneuerung  der  Leitungen,  Aufstellung  neuer
Heizlörper,  Erstellung  und  U  abesserung.  von
Heizlesseln  usw.  er'treckte,  in  bester  Weise  ausgefuhrt.


Und  nun  braucht  man  diesen  Winter  im
Deutschen  Kaiser  nicht  mehr  frieren  —  vorausgesehzt
  natürlich,  daß  dem  Pächter  die  Ko  ler
tarte  nicht  zu  knapp  bemessen  wird!
Amtliche  Hersonglnachrichten.
Bahndienst.  Versetzt  in  etatsmäbiger
Weise  auf  Ansuchen:  Stationsdiener  im  Nebenbahmdienst
  Johann  Kobl  von  Mainburg  nach
Trostb  erg,  Bahnwärter  Jakob  Edenhofer  von
Bm  Ampsfing  nach  Bim  Holzkirchen.  —  Berusen
in  ctatsmäßiger  Weise:  Wagemvärter  Joseph
Lindner  von  Nürnberg  Rbf.  nach  Dsencheim

Auszeichnung  im  Felde.  Dem  Infantertsten
  Johann  Gruber,  Dienstknecht  von  Rosenheim,
  wurde  das  Eiserne  Kreuz  2.  Klasse
verliehen.  Er  ist  ein  Sohn  des  Telegrasenbaugehilsen
  Gruber.

Für  das  Vaterland  starb  in  einem
Feldlazarett  Gefreiter  Josef  Siebenhüter,  einziger
  Sohn  des  pens.  Gendarmen  Benedilt
Siebenhüter  hier,  im  schönsten  Alter  von  2012
Jahren.  Der  junge  Held  war  mit  dem  Eisernen
Kreuz  2.  Klasse  ausgezeichnet.

*  Postverwalter  Mar  Wiesnet  f.  Von
einem  JFeldlazarett  in  Thannweiler  (Elsaß)
lommt  die  tiefbetrübende  Nachricht,  daß  Hr.
[Mar  Wiesnet,  lgl.  Postverwalter,  der  in  wwener
Wilichterfüllung  un  2  Jahre  bei  einer  b.
tär-  Telegsensormation  im  Felde  stand,  dem
Vaterlande  sein  Leben  geopfert  hat.  Er  starb  an
den  Folgen  der  Grippe.  Unter  seinen  Kollegen,
bei  denen  sich  der  Verblichene  großer  Beliebtheit
erfreule,  itt  die  Trauer  groß.  Zahlreiche  Freun.
de  —  der  Verblichene  war  unverehelicht  —
klagen  gleichfalls  den  Heimgang  Wiesnets,  nPt
im  Aller  von  42  Jahren  viel  zu  früh  aus  dem
Veben  schied.  Die  Leiche  wird  nach  Rosenheim
überführt,  wo  die  Beerdigung  stattfindet.  R.  I.  P.
Toressall.  In  rascher  Folge  von  schwerem
  Leide  heimgesucht  wurde  die  Familie  des
Herru  priv.  Apothekers  Karl  Jehlin.  Am  9.
Februar  1917  #arb  rasch  und  unerwartet  Frau
Fabrildirektor  Felizitas  Hutten,  während  Herr
Hutten  zwecks  Vornahme  einer  schweren  Operation
  in  einer  Münchener  Klinik  weilte.  Leider
brachie  diesem  die  Abnahme  seines  linken  Fußes
rie  erhoffte  Besserung  nicht,  denn  am  23.  April
1918  rief  Gott  auch  ihn,  den  Nimmermüden,  zu
sich  ab.  Seine  einzige  Tochter,  Frau  Apotheker
Jehlin,  ging  ganz  in  der  Sorge  für  ihre  Familie
auf.  Plötzlich,  vor  etwa  14  Tagen  erkrankte  auch
sie  und  gestern  ist  sie  ihrem  schweren  Leiden  erlegen.
  Ihrem  schwergeprüften  Gatten  und  ihren
4  Kindern,  —  2  Töchtern  und  2  Söhnen,  —
deren  einer  im  Felde  kteht,  wendet  sich  die  herzliche
  Teilnahme  Aller

Ein  brennender  Waggon  Heu.  Auf
dem  Geleise  zum  Stapelamt  Nosenheim  geriet
heute  vormittag,  wahrscheinlich  infolge  Pabenwurf
  einer  Lokomotive,  ein  Waggn  Heu  in
(Brand.  Der  bremende  Waggon  wurde  Agnt
auf  das  GEeleise  zur  oubesgen  Säge  abgeschoben


.  rsn%  Erträgnisnn  des  Bunten  Abends,
s  wir  in  Nummer  vom  19.  Oltober
von  673,07  bezifferten,  hat  sis  auk  die

Mittwoch,

Summe  von  773,07  Mk.  erhöht.  Herr  Benno
Rilke,  der  neue  Besitzer  des  Gutes  Sieserling,
hat  uns  henn  einen  Scheck  über  100  Mark  übersandt,
  mit  der  Bestimmung,  ihn  an  die  einschlägige
  Stelle  weiterzuleiten.  Mit  diesem  ansehnlichen
  Erträgnis  haben  sich  die  Veranstalter,  an
ihrer  Spitze  Herr  Cubasch,  selbst  das  schönste
VLemnr  gesetzt.
Acht  Grad  Kälte  zeigte  in  der  Morgenfrühe
  des  vergangenen  Monlags  das  Thermo
meter  auf  dem  Ludwigsplatz.  Dieser  tiefe  Temperaturfland
  schein  jedoch  nicht  eine  Nalurfolge
zu  sein,  denn  die  ganze  vergangene  Woche  blieb
die  Flüssigleitssäule  trotz  der  angenehmen  Witterung
  immer  un'er  dem  Wärmegrad.  Es  ist
nur  dem  fehlerhaften  Funktionieren  dieses  Apparates
  zuzuschreiben,  daß  er  schon  im  Oktober
eine  Januartemperalur  aufweist.  Wenn  hier
in  Bälde  nach  dem  Richtigen  gesehen  würde,
wäre  der  Zweck  dieser  Zeilen  erreicht.
Eingestellte  Züge.  Seit  dem  18.  Okt.
unterbleibt  die  Führung  der  Schnellzüge  209
[Wien-  Salzburg  (Salzburg  an  3,16  nachm.,
„Innebruck  an  9,54  abds.)  und  210  Salzburg—.
1  (Wien  (Sahburg  ab  2,  45  nachm.,  Wien  an  9,10
abends.)
1  Lebensmittelversorgung.  In  seiner
n  heutigen  Ausschreibung  gibt  der  Stadtmagistrat
die  Abgabe  von  Mehl  als  Fleischersatz  bekannt.
Ferner  wird  für  Mittwoch  Obstverkauf  im

23.  Oktober  1018

 

ch  I  Stadtlagerhaus  angekündigt.

Ein  Verbot  der  Kündigung  von
Mietwohnungen  der  Eisenbahnbeamten  u.
Ecenbahnbediensteten  hat  der  siellv.  Kommandierende
  General  des  2.  bayerischen  Armeelorps
erlassen.

Cehte  nachrichten.

WTB.  Großes  Hauptaquartier,  den
22.  Olt.  (Drahtb.)  Amtlich.

Westlicher  Kriegsschauplatz.

(*An  der  Lys  und  Schelde  Infanteriegefechte.
(Die  Versuche  des  Feindes,  die  Flüsse  zu  überschreiten,
  waren  vergeblich.  Die  seindlichen  Anhrisse
  beiderseils  von  Kortrick  mit  Panzerwagen
und  starlen  Krästen  wurden  blutig  abgewiesen,
ebenso  nördlich  der  Serre  und  zwischen  Oise
und  Serre.  Hier  auf  breiter  Front.

Auf  den  Aiene-  Höhen  öftlich  von  Vonzieres
bestige  Kämpfe.  Die  Höhen  von  Vandy  zwischen
  Dallay  und  Chestres  und  nördlich  von
Felaise  wurden  dem  Feind  entrissen  und  behauptet.
  Amerikanische  Angrisse  sind  nördlich
von  Challerance  und  beiderseits  von  Banteville
in  unserem  Feuer  und  Gegenstoß  unter  schwersten
  seindlichen  Verlusten  gescheitert.

Balkan-Kriegsschauplatz.
Südböstlich  von  Krusevac  und  am  Bucevac
sind  feindliche  Angriffe  gescheitert.  Südlich  der
Morawa  ersfolgreiche  eigene  Unternehmungen.
Ludendorff.

Starrslebretär  Scheibemann  über  die  Kriegsanleihe:


Seid  pflichthewußt!  Helft  unserem
Lande!  Gedenbet  der  Soldaten  und
ihrer  Fawilten!  Wer  Gelb  bu  ber
zelchne!  Estist  hein  Opfer,  sein  Geld
mündelsicher  zu  fünf  Prozent  anzulegen.


 

Sitzung  des  Reichstags.
*  Berlin,  22.  Okt.  (Drahtb.)  Die  heutige
Rede  des  Neichslanzlers  im  Reichstag  wird,
wie  nach  der  B.  J.  am  Mittag  verlautet,  eingehender
  als  in  der  Note  an  den  Präsidenten
Wilson  die  dort  nur  lkurz  berührten  Behaupltungen
  von  den  sogenannten  Greueltaten  unserer
  Heere  und  unserer  Marine  zurückweisen
Und  sich  außerdem  über  die  innere  Neugestaltung
im  Reiche  ausführlich  verbreiten.
Die  Entente  und  die  14  Punkte
s  Wilsons.
8  Berlin.  22.  Okt.  (Drahtb.)  In  der  letzten
  Sitzung  des  engiischen  Unterhauses  wurde
Staatsselretär  Bonar  Lam  von  mehreren  Abgeordneten
  über  das  Verhalten  der  Entente  zu
den  14  Punkten  Wilsons  befragt.  Bonar  Law
erllärte  im  Namen  der  englischen  Regierung,
daß  die  Regierungen  der  Entente  zu  den  14
Pnuten  Wilsons  und  seinen  späteren  Kriegszieler#llärungen
  noch  keinerlen  Stellung  genommen
  haben.  Ebensowenig  hätte  die  Entente  die
Frage  erörtert,  ob  die  14  Punkte  als  Basis  für
Friedensverhandlungen  r  mit  Drutschland  dienen
Unnten.  Auf  weitere  Fragen,  die  den  gleichen
Gegenstand  betrafen,  lehnte  Bonar  Law  die
aituort  ab.

Die  heutige

 

 

 

Wetterbericht  ht  für  Mitwoch,  den  23.  DOltober.
Heiter  bis  Senn  bewölkt,  lokale  Nebel.

 

 

Verantwortl  r  Sn  pegt  F  Mitti
st  de  ũ  i  ———
1  —  r  —