Full text : Gesetzblatt für das Königreich Bayern. 1873. (24)

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Ort  ihrer  Errichtung  den  im  rechterheinischen
Bayern  geltenden  Tax=  und  Stempelnormen,
insoferne  und  insoweit  diese  Verträge  durch  die
bestehenden  Gesetze  nicht  von  Tar=  oder  Stempelgebühren
  befreit  sind.

Artikel  3.

Das  Staatsministerium  der  Finanzen  ist  ermächtigt,
  die  ihm  gemäß  Artikel  4  Absatz  2
des  provisorischen  Taxgesetzes  vom  21.  Juni
1870  eingeräumte  Befugniß,  statt  der  wirklichen
  Stempelverwendung  zu  den  lrschriften
der  gerichtlichen  Verhandlungen  die  Erhebung
und  Verrechnung  des  gesetzlichen  Stempelgebührbetrages
  als  Taxe  anzuordnen,  auf  alle
stempelpflichtigen  Schriftstücke  auszudehnen,
welche  in  den  Landestheilen  rechts  des  Rheins
bei  einer  königlichen  Gerichts=  oder  Verwaltungsbehörde
  oder  von  einem  Notare  aufgenommen
  oder  ausgefertigt  werden,  oder  bei
denen  bisher  eine  nachträgliche  Stempelbeicassirung
  Seitens  der  genannten  Behörden  und
Notare  zulässig  war.

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Artikel  4.

Das  Staaatsministerium  der  Finanzen  ist  ermächtigt,
  Stempelmarken  anfertigen  zu
lassen,  durch  deren  Verwendung  auf  stempelpflichtigen
  Schriftstücken  in  den  Landestheilen
rechts  des  Rheins  die  gesetzliche  Verpflichtung
zum  Gebrauche  von  Stempelbögen  erfüllt
werden  kann.

Durch  Verordnung  sind  Vorschriften  über  den
Verkauf  dieser  Stempelmarken,  sowie  darüber
zu  treffen,  für  welche  stempelpflichtige  Schriftstücke
  die  Verwendung  der  Stempelmarken  statthaft
  ist,  und  in  welcher  Weise,  sowie  zu  welcher
  Zeit  diese  Verwendung  zur  Vermeidung
des  Nachtheils,  daß  die  nicht  in  vorgeschriebener
Weise  verwendeten  Stempelmarken  als  nicht
verwendet  angesehen  werden,  zu  geschehen  hat.

Artikel  b.

Gegenwärtiges  Gesetz  erlischt  mit  dem  Schlusse
der  XII.  Finanzperiode,  insoferne  nicht  vor
dieser  Zeit  die  Einführung  einer  deutschen  Cioilprozeßerdnung
  für  das  ganze  Bundesgebiet  erfolgen
  sollte.

Gegeben  Hohenschwangau,  den  29.  December  1873.

Lud

wig.

v.  Pfrehschner.  Frhr.  v.  Pranchh.  Dr.  v.  Lutz.  v.  Pfeufer.  Dr.  v.  Fäustle.  Perr.

Nach  dem  Befehle  Seiner  Majestät  des  Königs:

der  Generaliekretd:  des  Stnalerathes,
Wigard.