–
—GG
E—
Nummex 114
selbst engibt, war die Truppe vor allem durch
die aupcrorden tiiche Wirkung der schweren Artillerie
der Verbündeten stark erschüttert. Am
Morgen des 5. Mai meldeten die Flieger, die
burch ihre Unermndlichkeit und ausgezeichneen
Meldungen die Führung außerordentlich unterütgten
und deren Tätigleit durch die warme
Maiensonne ganz w. sentli h begunstigt wurde.
den Wuchug des Feindes auf allen von Jaslo
nach Osten und Norden führenden Straßen.
Sie waren sämtlich von in großer Unordnung
abziehenden Kolonnen bededt. Die Straßenbrücken
bei Jaslo brannten und die Eisen
bahnbrücen krer die Ropa und die Wisloko.
waren gesprengt.
Nun war kein Zweifel mehr, daß der Feind
nicht mehr die Kraft besaß, die Wislokalinia
zu verteidigen. Der Aerzicht auf die Behaupkung
dieser Linie mußte aber von der weitesttragenden
Bedeutung für die russische Nachbar-Armee
werden, deren Steilungen im nördlichen
Zipfel Ungarns nummehr unhaltbar wurden.
Die strategische Wirkung des Durchbruchs mußte
sich jetzt fühlbar machen und die Aufrollung der
russischen Karpathenfront bis Zum Lupkowsattel
als Frucht des gelungenen Durchbruches dem
Sieger in den Schoß fallen. Zögerte der
Feind mit dem Abzuge. dann wurden ihm die
rückwärligen Verbindungen verlegt und seine
im Gebirge stehenden Truppen abgeschnitten.
Tatsächlich brachte der Telegraph von der
benachbarten Arme: des Generals der Infanterie
Boroevic von Bojna schon am frühen
Worgen die Kunde, daß der vor ihr gewesene
Feind in der Nacht vom 4. Mai den Abmarsch
nach Norden angetreten habe, und daß
er sich nahezu vor der ganzen Front im eiligen,
teilweise fluchtartigen Rückzuge befände. Die
drilte österreichische Armee folgte dem Feinde
auf dem Fuße. Um diesem aber womöglich noch
die Rückzugsstraße zu verlegen, ließ der den
rechten Flügel der Armee Mackensen befehligene
de General von Emmich seine Truppen, die bei
IJmuagrod dant dem eiligen Abzug der Russen
die Wiolokabrücke noch unversehrt gesunden hatten.
in einem Gewaltmarsch bis zu Jasiolka
nördlich Dukla, vorrücken, sodaß seine Kanonen
am Abend dieses Tages die Stadt Dukla
und die von dem gleichnamigen, vielgenannten
Paß heranführende Gebirgsstraße unter Feuer
nehmen konnten. Während Hannoveraner und
Bayern Wacht gegen die Karpathen hielten,
damit aus ihnen nichts nach Norden entschlüpfe,
stand im Rücken der deutschen Truppen noch
schanzender Feind. Im übrigen rückten Mitte
und linker Flügel der Armee Mackensen an diesem
Tage, gegen feindliche Nachhnien lämpfend,
an die Wisloka heran.
Am 6. Mai vollzog die Masse der Armee
den Uebergang über den Fluß. Der Feind versuchte.
preußischen Garderegimentern die östlichen
Uferhöhen streitig zu machen und ließ 15
Feldianonen somie zwei schwere Geschütze in
Hand des Siegers. Die Gardeiruppen hatten
bis dahin allein 12 000 Gesangene gemacht.
3 Ceschütze und 45 Maschinengewehre erbeutet.
In engster Zusammenarbeit mit dem Generalobersten
von Mackensen überschritt die Armee
dee Eriherzogs Joseph Ferdinand mit ihrem
rechten Flügel die Wislola.
Die 10. österr. Division, die unter der Führung
ihres Kommandeurs Generals v. Mecensefjn
während der sänitlichen bis cherigen Kämpfe
sich besonders ausgezeichnet hatte, sette sich am
7. Mai nach einem erbitterten Straßenklampf
in lodes mutigem Sturm in den Besitz der Stadt
Brzoftel, die #i## Russen hartnäig verteidigt
hatten. Mitte und. iuler Flugel der österreichischen
Armee warsen ##.##4 Feind aus verschiedenen
zah verteidigten Nachhutst- lungen und setzten
ihren Vormarsch fort. Die erch rze liche Armee
hatte bis zum Abend dieses Tag# 2½000 Gefangene
gemacht, 3 Geschütze und 45 M. schinengewehre
erbeutet.
esscheber Dachriestes.
Zwickau, Mai. Beim Aussuchen eines
Brandherdes in dct ttcfllcnvohlcdc Bürgerachtes
sind ein Steiger, sein (ehilse und ein
Obersteiger tödlich verunglückt. Alle drei waren
verheiratet und Familienväter. Die Leichen
wurden geborgen.
Sch neidemühl, 11. Mai. In Knakendorf
im Kreise Deutsch-Krone sind gestern durch
die Unvorsichtigkeit eines Dienstjungen die Gehöste
dreier Besitzer niedergebraunt. Bei den
Reltungearbeiten kamen drei andere Besitzer zu
Tode, als das Strobdach eines Hauses herunterstürzte.
Sie wurden als total verkohlle
Leichen hervorgezogen. Die Frau eines anderen
Besitzers erlitt schwere Brandwunden.
12
1*——————
München, 11. Mai. Durch den Sturm entstand
gestern nachmitlag ein schweres Brandunglück.
In ihrer elterlichen Wohnung an der
Belgradstraße stand die zehnjährige Schlosseretochter
Babette Schmiol am geheizten Ofen, als
plotzlich in den Kamin ein Windstoß fuhr und
die Flammen aus dem Csen trieb. Die Kleider
des Mädchens singen Feuer und das bedauerns?-werte
Kind erlitt am ganzen Korper schwere
Brandwunden.
Bswveriches Verlend
Miesbach, 11. Mai. Wie verlautet, werden
auch die Wirte des Bezirkes Miesbach ab 1.
uni die in anderen Bezirken bereits beslehende
Preie serhölhung des vͤtiia. Z= und Abendtisches
eintreten lassen. Eine in nächster Zeil stattfindende
Versammlung wird darüber beschließen,
wie es ermöglickht werden kann, darin einen Ausgleich
zu finden.
mtühldorf, 11. Mai. Ein gräßliches Unglück
ereignete sich heute in der Lederiegasse. Der
fünf Valre alte Knabe der Sägerseheleute
Amiereller vergnügte sich mit Reifschlagen. Dabei
kam er zu Fall und stieß sich die eiserne
Stange, der er sich zum Forttreiben des Reises
bediente, mit voller Wucht in ein Auge. Ein
Spielgefährte 2og dem unglücklichen Amereller
die Stange aus der Augenhöhle. Der Vater
des beklagenswerten Kindes steht im Felde.
mühldorf, 11. Mai. Eine schwere Heimsuchung
ist über die Vindermeisterssamilie Hocherl
in der Wies hereingebrochen. Die Höcherleheleute
befassen sich auch mit der Näucherung
von Fleischwaren. Gestern mittag brach in der
Selchlammer ein Brand aus, dem die gesamten
Fleischvorräte zum Opfer fielen. Es sollen etwa
16 Zentner Schweinefleisch gewesen sein. Höcherl
steht seit dem zweiten Mobilmachungstage im
Felde. Das ugrunde gegangene Floeisch hatte
einen Wert von etwa 1000) Ml. Es sollen Awa
30 Personen Fleisch zum Räuchern übergeben
haben.
Kommnunales.
Sitzung des Nollegiums der Gemeinde.
Bevollmächtigten in Resenheim.
am Dienstag, den 11. Mai 1915
vormittags 9 Uhr.
Anwesend: 21 Mitglieder.
Vorsitzender: (6.-B. Finsterwalder.
In die Rommission betr. Getreide-, Mehlund
Futtermittelversorgung werden vom Kol-58
die G.-B. Finsterwalder und Huber eni-VBom
Pochwerkskanal in der Salinstraße.
In Sachen der Verbindungsstraße zwischen
Salin= und Kufsteinerstraße ist seinerzeit beschlossen
worden, einen Teil der Arbeiten jetzt
und einen Teil im Herbst als Notstandsarbeilen
durchführen zu lassen. Nunmebr hat sich herausgestellt,
daß in der Salinstraße die Ueberdedung
des Pochwerlslanals vollständig verrostet ist,
sodaß eine schleunige Instandsetzung hrforderlich
wurde, um cv. ein Unglück zu verhüten, wenn
ein schweres Lastfuhrwerk die Strecke passierte.
Auch die Mauerung ist reparaturbedür. tig. Diese
Ausbesserungen mustien, wie der Vorsitzende berichtete,
umgehend ausgeführt werden. Insgesamt
war dafür ein Betrag von 500 Mart
erforderlich. Ohne weitere Debatte stimmte das
Kollegium der Forderung zu.
Die Plakatierung bei der Mobilmachung.
Gegen cin geringes Pauschale besorgt das
Plakatinftitut Keil auch das Plalatieren der
städt. Belanntmachungen. Aus Anlaß der Molilmachung
waren gröhere und zahlreiche Vorschriften
längere Zeit zu plalatieren. Hr. Keil
ersuchte, die Kosten dafür in Höhe pon 107.50
Mark gesondert berechnen zu dürfen. Aus Billigleitsgründen
genehmigte der Stadtmagistrat
diesen Betrag. Diesem Beschluß trat auch das
Kollegium der Gemeindebevollmächtigten einstimmig
bei, umsomehr, als Hr. Keil das Plalalieren
für die Wohltätigkeitsveranstaltungen
usw. gänzlich unentgeltlich besorgt.
Rechnungsprüfungen.
Zunächst berichtete G.-B. Schmidt über die
Rechnungen der Eisenmannschen und Högnerschen
Stipendienstiftungen für das Jahr 1913.
Die Eisenmannsche Stiftung hat jetzt ein Vermögen
von 7535.79 Mk., während sich das
Reinvermögen der Högnerschen Stipendienstiftung
auf 30119.32 Mk. beläuft. Ohne jede Erinnerung
wur urn die beiden Rechnungen genehmigt.
Ueber die Rechnung der Reichalmosenstliftung
für 1913 berichtete G.-B. Ruedorffer. Die Slif.
ung ist bereits auf das 14. Jahrhundert zurückzuführen.
In dieser Stiftung wird auch
das Ellmaierhaus verrechnet, welches im Jahre
1913 ein Mieterträgnis von 4102 Mk. hatte.
Die Gesamteinnahmen betragen 9164 Mk. Die
Auagaben setzen sich zusammen aus verschiedenen
Zuschüssen zum Armenhaus, zur Suppenanstalt,
zur Veabreichung warmen Essens an bedürftige
Kinder usw. Dem Armenfonds überweist sie
50)) Mark, dem Spitalbaufonds 2000 Mk.,
welch letzterer Betrag heuer für die Unterstützung
von Gewerbetreibenden im Krieg verwendet
wird. Die Gesamtausgaben stellen sich auf
10 245 Mark, so daß die Rechnung diesmal mit
einem Passiorest von 1082 Mk. abschließt gegen
27439 Mk. Aktivrest im Jahre vorher. Besonbeiten
im Ellmaierhaus. Das Gesamtvermögen
der Stistung beträgt 185 457 Mk., darunter
59763 Mk. Kapitalien. Auch diese Rechnung
wuxde ohne Beanstandung genehmigt.
ders in Betracht kommen die Instandsetzungsar
Ueber die Rechnung des Armenhauses für
1913 berichtete ebenfalls G.-B. Ruedorffer.
Das Armenhaus zählte in diesem Jahre 15 Insassen,
darunter 3 Männer. Der jüngste Mann
zihlte 58, die älteste Frau 35 Jahre. Das
Reinvermögen stellt sich auf 40 543 Mk., daruner
19 469 Mk. Kapitalien. Ueber die Mehrausgaben
in Höhe von 1011 Ml. wurde die
Bemerlung angefügt, daß sie unverhältnismäßig
hoch seien. Verursacht sind sie haumsächlich
durch Verabreichung des Frühstücks, wofür von
Frl. Gerfraud Stumbeck ein Betrag von 600
Mark zur Verfügung gestellt wird. G. V. Göpsert
fragte, ob die Bäckerlieferungen im Turnus
verteilt werden. Der Berichterstatter erwiderte,
daß die Bäcker bei den einzelnen Anstalten
berüdsichtigt würden. Im letzten Jahre hätten
wei Bäcker in das Armenhaus geliefert, im
Jahr zuvor nur einer. Es sei besser, wenn für
die einzelnen Sliftungen der gleiche Bäcler beblbehalten
werde, während G.-B. Göpfert von
der Abwechselung sich bessere Resultale verspricht.
Im übrigen wurde die Rechnung erinnerungelos
angenommen.
Nach der Rechnung des Zierbrunnenfonds
für 1913 Hhat dieser Fonds ein Vermögen von
2146 Mk. . Er wlrd alljährlich mit 10100 Ml.
aus der Gemeindekasse gespeist. Die Rechnung,
wurde erinnerungslos verbeschieden.
Die Lokalarmenkasse.
Weiter beschäftigte sich das Kollegium mit
dem Voranschlag der Lokalarmenkasse für 1915.
Berichterstatter war G.-B. Dachs. Das Schlußergebnis
des Voranschlages ist, daß das Gesamterfordernis
91 747.86 Mk. beträgt, dem
Einnahmen in Höhe von nur 24 146.86 Mark
gegenüberstehen. Somit ist der Fehlbetrag von
67000 Mk. durch Umlagen zu decken. Gegenüber
dem Vorjahre hat diese Summe eine nicht
unwesentliche Erhölung erfahren. Damals stellten
sich die Ausgaben auf 83 837.36 Mk., denen
Einnahmen in Höhe von 27537.86 Mk. gegenüberstanden,
sodaß ein Fehlbetrag von
56 300 Mark sich ergab. Angesichts dieser Steigerung
meinte der Verichterstatter, der Bedarf
würde sich vielleicht in drei bis vier Jahren
schon auf 100 000 Mk. stellen. Mangels irgendwelcher
Fonds, über welche andere Städte
verfügten, müßten hier diese Beträge auf die
Umlagen übernommen werden. Dem Armenbflegschaftsrat
stellt die Kasse 2610 Mk. zur
Verfügung für Unterstützungen, für die Unterbringung
von Peisteskranken sind 170/.00 Mark,
für die Ausbildung und Pflege von Kindern
18000 Mark aufzubringen. Von diesen letzteren
Posten werden Dreiviertel wieder vom Kreisei
vergütet. Die Kranlenbehandlung, einschließlich
Arzt und Apothelsc, ist mit 9000 Mk. eingesetzt.
Wie stark der städtische Zuschuß gewachsen ist,
ergibt sich aus der Tatsache, daß er im Jahre
1876 noch 6800 Mt. betrug. Im Jahre 1907
und 1911 blieb der jeweilige Zuschuß von einer
Erhöhung verschont. Zu berücksichtigen ist auch
die Uebernahme von Unterstützungsbedürftigen
von auswärts. Bereits sind 330#1 von auswärts,
übernommen worden. Weiteren Einfluß wird
auch der am kommenden 1. Januar in Kraft
tretende Unterstützungswohnsitz ausüben. Die
Glückwunschenthebungskarten brachten den Einnahmen
1200 Mk. Der Voranschlag wurde
erinnerungslos genehmigt, jedoch die Bemerkung
angefügt, daß man der Rechnung für 1913 und
191 baldigst entgegensehe.
LCatalnackrichen.
Rosenheim, 12. Mai.
Auf dem Felde der Ehre gesallen:
Uiltualienhändler Mar Strohmaner aus Bad
Aibling (seine Kameraden sandten der Witwe
und den zwei Kindern 130 Mk.); Franz Taver
Ester aus Loholz, Oberjäger im Res. Zäger-Bat.
Das Eiserne Kreuz wurde verliehen vom
Landsturm-Infanterie-Bataillon Wasserburg:
dem Offiziersstellvertreter Albert Heizer, dem
Feldwebel Emil Schweighardt, den Vigefeldwebeln
Otto Bühlmann und Ludwig Hinterneder,
den Unteroffizieren Georg Lachenmaier
und Matthias Stecher, den Gefreiten Johann
Ascherl und Albert Dergmam, dem Landsturmmann
Franz Oßwald.
Bayerische Kriegsfürsorge. Zn der
Zeit vom 14. bis 22. Mai 1915 soll in gan:
Vayern unter Leitung der Orts= und Bezirkeausschüsse
für die Kriegeinvalidenfürsorge eine
Webzeugsammlung von Haus zu Haus vorgenommen
werden. In jedem Haushalt gibt es
Dinge, die unverwendbar und doch zu schade zum
Verbrennen sind: Tuchreste, Kleiderstoffe, abgetragene
und zerrissene Kleider, Vorhänge.
Fanelssachen, alte Soden, Lappen. Unterkleider,
Tuchdecken, kurz, Sachen, die in Schrank
und Kasten nur den Plotz beengen und von
Motten zerfressen, schließlich doch in den Lumpensack
wandern müssen. Durch die Reichswollwoche
ist zwar schon ein Teil dieser Stofse und
Stoffreste für unsere Soldaten gesammelt worden,
es gibt aber licher noch genug solchen unbequemen
Kram in KRisten und nschften aus
dessen Verkauf noch erhebliche Mittel für die
Kriegeinvalidenfürsorge gewonnen werden können.
Deshalb empfehlen wir dringend Nachschan
und Bereitlegung zur Abholung.
Entflohene Gefangenec. Aus dem Gefangenenlager
Puchheim entfloh der russische
Kriegsgefangene Maley Anton (25 Jahre alt,
Oonnersfag, I3. Mal 1915
1.70 Meter groß, braunes Haar, bartlos, graue
Augen, abgemagerte Gestalt, bekleidet mit grüner
Uniformbluse, russlsche Feldmütze, schwarze
Zivilhose mit rotem Oelfarbstreifen, Holzschuhen
mit Vederbesatz, spricht vict deutsch). In
Münsingen entwichen Schott Erust, Sergeant.
(braunhaarig), Maillaud Heuri, Sergeant:
Peguignod 122 Jahre alt. 1.65 Mocter großt.
schmächtig, dunkelhaarig, finsterer Bleck, schielt,
gebogene Nase, bartlos); Manguls de Vracomdal,
Student, Fileger (21 Jahre alt. 1.60
Meter groß. rote Haare, Sommersprossen. blaut
Augen, roter Barianflun, spricht etwas deutsch
hat Geld); Puchen stud. med. (25 Jahre, 1.6.,
Meter groh, dunkelhaarig, vorstehende Angen,
spricht etwas deutsch); Combarmont Bictor (2.
Jahre alt, 1.70 Meter groß, blond, lleiner
Schnurrbart); Leon Louis (26 Jahre alt. 1.72
Meier groß, braunhaarig, kleiner Schnurrbart).
Gefunden. Eine Brille und eine Uhr wiur.
den gefunden; abzuholen im magistratischen Ce
schäftszimmer Nr. 2.
Mufik und Theaker.
Ein heimischer Komponist. Aus
Traunstein brachte die „M. N. N."“ in ihrer
Nummer 222 vom 2. Mai folgenden Bericht:
Dieser Tage fand hier ein Wolltätigleils
ionzert statt. Frau Landgerichtsdireltor Riedl
sang auszer zwei arößeren Arien mehrere pracht
voll empfundene Lieder, entnommen der Lie derreihe
„Aus Deutschlands Heldenzeit“; die Sän
gerin sowie der Komponist Ph. Weber ernteten
starlen Beifall. Mit großem Erfolge trat hier
die junge Geigerin Frl. Marie Stamm auf,
eine Schülerin des Professors Felir Berber,
die bei starker Begabung ernstes Streben be
lundete.“ Es wird von Interesse sein, zu er
sahren, daß der oben erwähnte Komponisl Ph.
Wekter der hiesige protest. Stadtpfarrer ist, der
eine Folge von schnell beliebt gewordenen, viel
gesungenen Kriegeliedern herausgegeben Bal.
Auch hier sind sie schon in einem engeren Kreise
rühmlichst bekannt. Die begabte junge Geigerin,
Frl. Marie Stamm, ist die Tochter des Bau
rates Stamm in München, der einige Jahre
hier als Vorstand des Kgl. Landbauamtes
wirkte.
Dergnügungsanzeiger
Lichtspiele Helios. Im Hotel „Deuticher
Kaiser“ gelangt am Christihimmelsahrts
tag, ab mittags 1 Uhr, der grohartige Kunflsilm
„Die Toteninsel“, Lebensroman nach Bodlinschen
Motiven in 4 Akten, zur Vorführung.
Herrliche Szenerien und wunderbare Ausstat
tung gestalten diesen Prachtfilm zu einem Mei
sierwerl. Der allerneuest: Kriegswockenbckricht
und verschiedene erstilalfige Nebennummern sind
dem Pro: ara ssioiin
Mark-es- W
München. 11. Mai. Der Münchener
Schlachtviehmarkt am Montag hatte ein
Gesamtangebol von! 2078 Schlachttieren, und
zwar: 380) Ochsen, 64 Bullen, 175 Kühe, 39
Jungrinder, 657 Kälber, 1007 Schweine, 49
Schafe und 7 Lämmer, sowie Kitze. Der Groß
viehmarlt hatte der Zahbl nach nur schwaches
Angebot. Der Beschaffenheit nach waren vom
neu zugeführten baycrischen Vich 13 Ochsen
und 52 Kühe gute, eltwa 70 Stück, haun!l
sächlich Küde und Jungrinder mindere, alle
übrigen Tiere mittlere Mare. Vom außerbayerischen
Inlandsvieh waren von den Ochsen
26, von den Kühen 6 Stück gute, alle übri
gen Tiere bessere Mittelware. Der Handel setzte
ansangs etwas zurückhaltend ein, da wegen
Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche die ganden,
mit Beginn des Marktes vorhanden geme
senen Vorräte zur Schlachtung geräumt werden
mußien, und man dadurch sich einigen Einfluß
auf die Preise ausmüben verhoffte. Später
entwickelte sich die Kauflust etwas besser, sodaß
nicht bloß die Preise des letzten Freitagsmarktes
durchwegs gehalten werden lonnien,
sondern für beste Ware, insbesondere Kalbinnen
einzeln höhere Preise angelegt werden munten.
In der Hauptsache galten der Zentner Lebendgewicht:
bayerische Ochsen 52 73 Mk., norddeutsche
Ochsen 64 68 Mk., Bullen 43.56
Mark, Kühe, sowie Kolbinnen 32 63 Ml. und
Jungvieh 30 42 Mk. Der Kälbermarkt hatte
der Zahl nach nur schwach mittelmäßiges An
gebot. Der Beschaffenheit nach waren elwa
100 Stück des Vorrates gute, 250 Stück mitllere
und der Rest mindere Ware. Die Nachfrage
setzte schon ab Beginn des Marltes ziemlich
flott ein, insbesondere bei besseren und mittlercht.
Qualitälen, was zur Folge hatte, daß gegen
Freitag die Preise neuerlich um bis gu 7 Mark
per Zentner anzogen. Der Schweinemartt hatte
der Zahl nach gegen frühere Montagsmärkte
schwere, die übrigen junge Tiere unter 120
Vorrates waren Fettschweine, 500 Stück mittelschwere,
die übrigen jungen Tiere unter 120
Pfund Lebendgewicht. Der Handel gestaltete
sich etwas schleppend, da die Verkäufer ihre
Preisforderungen gegen den letzten Freitagsmarkt
sowohl in lebender als auch in geschlachteter
Ware neuerlich um 2—3 Mark #er
ner erhöhten. der Hauptsache galn 1 tevende
Tiere 85—95 Mk., geschlachtete I., 107 Ml.
Beste Ware erzielte lebend bis zu 0# dllI., ge
schlachtet bis zu 118 Mk. der Zentner, in einzelnen
Fällen sogar auch darüber.