Full text : Lehrbuch der Geburtshülfe für die Preußischen Hebammen.

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schränkt  werden  müsse.  Der  völligen  Durchführung  dieses
Grundsatzes  stellten  sich  jedoch  zur  Zeit  unüberwindliche  Hindernisse
  entgegen.  Das  Königliche  Ministerium  hatte  sämmtliche
  Regierungen  und  Landdrosteien  aufgefordert,  nach  Anhörung
  der  Kreis-Physiker,  über  das  nothwendige  Maaß  der
den  Hebammen  für  die  Ausübung  ihres  Berufes  beizulegenden
  Befugnisse  zu  berichten.  Aus  den  eingegangenen  Antworten
  mußte  es  die  Ueberzeugung  gewinnen,  daß  in  einer
nicht  geringen  Zahl  ländlicher  Distrikte,  wegen  der  spärlichen
Ausrüstung  mit  Aerzten  und  der  Mangelhaftigkeit  der  Verkehrsmittel,
  ärztliche  Hülfe  bei  Geburten,  entweder  überall
nicht,  oder  nur  mit  solchem  Zeitverluste  beschafft  werden  könne,
daß  die  Gebärenden  häufig  auf  den  alleinigen  Beistand  der
Hebammen  angewiesen  wären,  und  daß  es  demnach  nothwendig
  sei,  diesen  für  solche  Nothlagen  in  gewissen  Grenzen
die  Befugniß  zum  operativen  Handeln  zu  belassen.  Es  wird
daher  auch  in  Zukunft,  unter  bestimmten  in  dem  Lehrbuche
näher  bezeichneten  Voraussetzungen,  den  Hebammen  gestattet
sein:  bei  Fußlagen  nicht  bloß,  nachdem  das  Kind  bis  zur
Brust  geboren,  die  Arme  zu  lösen,  den  Kopf  herabzuziehen
und  ihn  aus  dem  Becken  hervorzuheben,  sondern  auch  bei
gleichzeitigem  Vorfalle  der  Nabelschnur,  wenn  der  Puls  in
derselben  schwächer  und  seltener  wird,  das  Kind  schon  vor
dem  Austritte  der  Hüften  an  den  Fußen  hervorzuziehen;
ferner  bei  Schief=  und  Querlagen  des  Kindes  dasselbe  auf
die  Füße  zu  wenden;  endlich  nach  der  Geburt  des  Kindes
bei  gefahrdrohender  und  durch  andere  Mittel  nicht  zu  stillender
  Blutung  die  Nachgeburt  künstlich  zu  lösen  und  zu  entfernen.
  Niemals  jedoch  entbinden  diese,  nur  für  den  Fall
der  Noth  ertheilten,  Befugnisse  die  Hebamme  von  der  Erfüllung
  ihrer  ersten  Pflicht,  sich  bei  jeder  Geburt  möglichst