Metadata : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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send,  ob  ich  wache,  ob  ich  trüume  HvKleist  Amphikooon
  2,  4;  er  träumte  halb  und  wachte  halb  Platen
Abbass.  2,  236;  in  freierer  Bed.,  von  Gedanken  und
Einbildungen  wie  im  Traume:  ich  träume  nicht,  ich
wähne  nicht  Goethe  Werther  11;  mein  geschüftiger
geist  konnte  weder  schlaten  noch  trüumen  W.  Meist.  6;
wie  ich  mir  die  Winthem  vorstelle?  sie  ist  von  mittler
grösze,  bat  blaue  augen  .  hab  ich  recht  geträumt  7
Hölty  220;  es  reden  und  träumen  die  menschen  viel
von  bessern  kunftigen  tagen  Schiller  Hoffuung;  ihr
träünmtet  schon  ..  den  freigebornen  Franken  in  der
knechtschaft  schmach  zu  sturzen  Jungfr.  2,  7;  welchen
himmel  hatte  ich  mir  mit  Theresen  getränmt  Goethe
W.  Meist.  7,  7;  dasz  wir  den  krebsgang  träumen  zu
geniusllug  Klopstock  2,  71;  reflexiv,  mit  Angabe  der
Wirkung:  wir  können  stundenlang  uns  in  die  goldne
zeit  der  dichter  träumen  Goethe  Tasso  1,  1;  in  seiner
werkstatt  trüume  sich  der  kunstler  zum  bildner  einer
schönern  welt  Schiller  Karl.  3,  10;  ich  will  mich  frei
und  glucklich  träumen  M.  Stuart  3,1;  in  Formeln  des
weisels,  der  Abweisung:  kerl,  trüumst  du  oder  —
änb.  7,  2;  seh  ich  recht,  oder  träum  ich?  2,2;  ich
glaube,  du  trüumst!;  mit  sächlichem  Subj.:  liebe  trüumt
sich  in  jede  wuste  elysium  Ficsko  4,  14;  wo  beim
sommerlicd  der  grille  murmelnd  träumt  der  wiesenbach
  Rückert  298;  im  Inf.  und  Partizipien:  leben
heiszt  träumen  Schiller  Fiesko  1,  6;  so  werden  wir
sein  wie  die  trewmende  Pf.  126,  1;  dn  redest  wie  ein
trünmender  Schiller  Karl.  2,2;  ein  augenblick  sturzt
uns  aus  dem  geträumten  glucke  Benedix  zärtl.  Verw.
3,  2.  —  Träumer,  m.  der  da  träumt;  srei  =  wie  träumend
  Sinnender:  diese  trewmer,  die  das  fleisch  beflecken
  Indas  8;  Ihre  kunst  macht  diesen  alten  mann
zum  bartlosen  träumer  Schiller  Fiesko  2,  18;  alter
träomer  Körner  Hedwig  2.  1.  —  Träumerci,  k.  Zustand,
  Gebaren  eines  Träumers:  endlich  mustzte  er  doch
aus  dieser  wachenden  träumerei  erwachen  Wieland
Sylv.  5,  8;  im  Plur.  von  derartigen  Gedankenspielen:
(ich  verliere  mich)  allzu  sehr  in  trüumereicn  Lessing
Brief  1773.—  Träumerin,  k.  weiblicher  Träumer:  allerlicbste
  trüumerin!  Schiller  Räub.  1,  3.—  träumerisch,
der  Art  eines  Träumers  gemäß,  somnolentas  Steinbach;
  träumerisch  oinher  gehen  Adelung;  als  Aglaja
.  .  sieh  cinem  träumerischen  sinnen  hingab  Keller
Werke  6,219.—  traumhaft,  traumartig,  wie  im  Traume;
Wort  erst  der  heutigen  Spr.:  in  der  ferne  schwanken
traumbatt  veise  lilsen  HHeine  15,  138;  wübrend
alles  in  trube,  traumhafte  verwirrung  zerh#el  Keller
Werke  1,  112;  der  erste  eindruck  war  ganz  traumhaft
264;  von  einem  Umriß:  ein  streif  von  Capris  schlankem
bau,  nur  traumhaft,  in  gedämpftem  blau  Heyse  1,  321.

Trann,  Ausruf  der  Versicherung,  Beteurung,  entstanden
  aus  mittelb.  entrüwen,  trüwen  (für  nir.  entriuwen,
  triuwen),  vgl.  unter  treue;  in  vollerer  Form
der  älteren  Spr.:  das  ebreisch  volk  ist  trawen  nicht
zu  verachten  Indith  10,  20;  ich  weisz  sein,  trawen!
nit  BWaldis  Esop  3,  44;  in  gekürzter  heutiger:  ich
wil  trawn  nicht  das  gesetze.  auflösen  Luther  5,  3935;
traun,  certo,  utique  Schottel;  die  dam’  hat  wackre
diener,  traun  Uhland  336.

Traurig,  in  Traner,  ahd.  trarag,  trüreg,  mhd.
trüree:  tristis  trurig,  drurig,  traurig  Dief.;  von  Personen,
  die  Trauer  an  den  Tag  legen:  als  die  traurigen.
aber  alle  zeit  frölich  2.  Cor.  6,  10;  traurig  sein  (Joh.
16,  20),  werden  (Matth.  14,  9),  bleiben  (Hes.  3,  8
geben  (Ps.  38,  7),  uber,  wegen  etwas,  in  alter  Spr.  mit
Gen.:  des  mucos  ich  trürice  gestän  Nib.  135;  einen
traurig  machen  (2.  Cor.  2,  2);  wie  können  Sic  sich  doch
ohne  noth  traurig  machen?  Gellert  Betschw.  1,6;  Sie
sehen  sehr  traurig  aus  zärtl.  Schwest.  1,4;  von  Innerem,
Stimmung  und  deren  Ausdruck:  mit  trawrigem  herzen
Eir.  4,  6;  traurige  gefahle;  er  hat  so  traurige  angen;

Träumer  —  traurig.

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N

Traurigkeit  —  treffen.  1024
eine  traurige  mine  Adelung;  von  Dingen,  die  Traurigkeit
  erzengen:  des  feld  sicht  ietzo  traurig  aus,  und
giebt  uns  schlechten  trost  und  freude  Günther  160;
das  traurige  rauschen  des  wagens,  der  dich  von  hinnen
Iuhrte  Schiller  4,  33;  euch  gehorchen  ist  meine  erste
traurige  pllicht  Räub.  1,  1;  traurige  erfahrung  4,  2;
traurig  kahlt  die  stätte,  wo  einst  ein  quell  flosz  Lenau
249;  mit  herberem  Beisinn,  von  Dingen,  die  man  innerlich
  abweist:  bitten  Sie  mich  nicht  wieder  zu  einer
so  traurigen  gesellschaft  Gellert  Looß  5,  4;  ein  traurig
amt  verwaltet  ihr  Schiller  M.  Stuart  2,  3;  du  treibst
ein  trauriges  bandwerk  Kab.  3,  6;  der  rache  trauriges
vergnugen  Schrist.  5,  162,  trauriger  triumph  192;  traurige
  täuschung  Häusser  d.  Gesch.  3,  167;  der  ritter
von  der  traurigen  gestalt  Wildenbruch  Nov.  13
(lläglich  aussehender  Mensch),  vgl.  unter  ritter.  —
Traurigleit,  k.  traurige  Stimmung,  ahd.  mhd.  trarecheit:
  (er)  fand  sie  schlafen  sur  trawrigkeit  Luc.  22,14;
ewer  trawrigkeit  sol  in  freude  verkeret  werden  Joh.
16,  20;  ein  weib,  wenn  sir  gebirt,  so  hat  sie  trawrigkeit
  21;  trauriges  Ereignis:  o  trawrigkeit,  o  herzenleid!
  ist  das  dann  nicht  zu  klagen  Wackernagel
Kirchenl.  5,  1280  „.

Traut,  in  Liebe  verbunden;  nur  hochd.  Wort,  ahd.
mhd.  trat,  jedenfalls  alte  Partizipialbildung  zu  trauen;
in  der  alten  Spr.  vielfach  gebraucht,  später  nachlassend:
mein  trautes  kind  Jer.  31,  20;  mein  trauter  freund,
amice  /#delissime,  mein  trantester  schatz,  eharissima
anima  mea  Stieler;  im  18.  Jh.  wieder  dichterisch  und
in  gewählter  Spr.  empor  gekommen:  du  trantes  kind
Bürger  Lenore;  wohl  um  den  trauten  reiter  schlang
Ssie  ihre  liljenhnde  ebd.;  du  liebes,  trautes  herzblatt
Moltke  6,  200;  trautester  gemahl  Wildenbruch
Harald  5,  I,  3;  als  Subst.  mein  tranter,  meine  traute;
du  aber  zenge,  meine  traute!  Uhland  17;  kosend  mein
trautchen;  mein  trautel  hült  mich  für  und  für  in  festen
liebesbanden  Bürger  Trautel;  von  Dingen:  unter  dem
tranten  dache,  im  trauten  kreise,  in  trauter  gesellschaft;
  er  liebt  die  traute  vaterhutte  Voß  5,  61;  aus
der  trauten  jugend  dämmernissen  Hevse  1,  355.

Tranung,  k.  Zusammengeben  zu  ehelicher  Gemeinschaft
  (vgl.  trauen  4),  bei  Steinbach  mit  Umlaut
trinung;  bei  einer  tr.  sein,  zur  tr.  gehen,  kommen,  die
tr.  geschicht  im  hause,  in  der  kirche;  jetzt  kirchliche
trauung  im  Unterschied  von  eiviltrauung,  trauung  auf
dem  standesamte;  sprichwörtlich:  nach  geschehener
trauung  haben  die  kompliwenten  cin  ende,  Dost  saeerdotalen
  eopulam  rerba  amatorsa  cessank  Stieler.

Treber,  f.  Rückstand  beim  Keltern  oder  Bierbrauen,
nur  im  Plur.  trebern;  entstanden  aus  einem  Plur.  ahd.
mhd.  treber,  zu  altengl.  drüf  Hefe  gehörig:  treber  srre
trehern,  estiomeage  Stieler,  noch  Adelung  verzeichnet
trüber  als  Pluralform;  begerte  seinen  bauch  zu  fullen
mit  trebern  Luc.  15,  16;  bildlich:  all  ihr  reichthum,
spiel  und  jauchzen  sind  die  treber  und  nour  schein
Günther  819;  (Himmel)  der  auch  mit  träbern  und
bodensatz  noch  kreaturen  speist  Schiller  Kab.  4,  3.

Treff,  m.  Hieb,  Schlag,  der  trifft,  mhd.  trek;  in  gewöhnlicher
  Rede:  einem  ein  tref  geben,  einen  wohl
treffen  Frisch,  einem  einen  trell  geben  Campe;  tödlicher
  Schlag:  hast  du  ihr  den  ireff  schon  gegeben?
Hebel  2,  191.  —  Treff,  n.  Farbe  im  franz.  Kartenspiele,
  schwarzes  Kleekrenz;  aus  franz.  trefle  entstanden;
im  Wortspiel  mit  dem  vorigen  trell:  treff  ist  trampf
Simrock  569.  —  tressen,  mit  Schlag,  Stoß  oder  äbnlicher
  Bewegung  berühren,  erreichen;  gemeingermanisches,
nicht  überall  bezeugtes  Wort  von  dunkler  Abstammung,
aber  mit  der  älteren  Bed.  des  Schlagens,  Erschlagens
und  Stoßens,  die  besonders  im  altnord.  drepa,  altengl.
drepan  hervoriritt,  während  altsächf.  drepan,  ahd.  tresan,
treffen.  mhd.  trelfen  dazu  vielfach  den  milderen  Sinn
des  bloßen  Berübrens,  Zusammenlommens  ausgebildet