Friedrich der Strenge und seine Bruͤder. 85
Silber; Erstere galt dem Gegenkönige, diese wurden ihm
fuͤr die Entsagung angetragen. Somit entschied sich Friedrich
für das Lettere, wies die dargebotene Kdnigskrone von sich
und bedeutete den Grafen Gönther von Schwarzburg, ein
Gleiches zu thun. Diesen aber verlockte der Glanz der ihm
angebotenen Konigskrone, die ihm nach einigen Monaten
den Untergang bereitete.
Friedrich der Ernsthafte starb am 18. November 1349,
erst 39 Jahre alt, und wurde in der von ihm gebauten
Capelle zu Altencelle begraben. Sein Charakter will — in
scharfen, aber schwankenden Umrissen uns erscheinend —
nicht ganz klar aus seiner Zeit hervortreten. Besonnen, fest
und muthig, scheint er doch der sanftern Regungen entbehrt
zu haben, namentlich tritt uus vielen seiner Handlungen
eine gewisse Herzlosigkeit hervor.
Von seiner Gemahlin Mechtild hinterließ er, nebst zwei
Tochtern, vier Söhne: Friedrich, Balthasfar, Ludwig und
Wilhelm I. Ludwig erwählte den geistlichen Stand. Bei
des VaterS Tode war von den Brüdern nur der lteste,
Friedrich — mit dem spätern Beinamen des Strengen —
mündig, welcher die gemeinschaftliche Regierung für sich und
seine minderjahrigen Brüder sofort antrat, indem damals
das Recht der Erstgeburt noch nicht anerkannt ward. Er
schloß sich gleich anfangs sehr innig an Karl IV. an, welcher
dafür Friedrich und dessen Brüder 1350 nicht nur mit
der Markgrafschaft Meißen, dem Osterlande, dem Pleißnerlande
und den Grafschaften Orlamünde, Rochlitz und Groitsch
belehnte, sondern ihnen auch das Reichs -Oberjägermeisteramt
ertheilte, welches Friedrich auf dem großen Hoftage zu
Metz 1356 seierlichst ausübte. Friedrich's Verehelichung
mit Katharina, der Tochter Heinrichs XII. von Henneberg,
hatte ihm die Pflege Koburg eingebracht, und 1357 wußte
er, nach längerer Fehde, auch die Voögte von Plauen dahin
zu bringen, daß sie ihm Ziegenrück, Triptis, Auma und
noch andere Orte überlassen mußten. Auf ähnliche Weise
wußten die Brüder sich nach und nach in den Besitz der
Schlosser Ddringsberg, Windberg und Greifberg zu setzen,
1319
1350
1356
1357