Die Franzosen üben wieder ihre alten Tricks an, indem sie sich in den Häusern, wo unsere Soldaten Quartiere
beziehen, verstecken und nachher aus den Hinterhalten überfallen. Das haben sie in Weilerthal und St.
Moritz getan. Die Einwohner wurden als Gefangene nach Deutschland gebracht und die Ortschaften gänzlich
in Brand gesteckt.
Die marokkanische Regierung hat dem kaiserlichen Geschäftsträger in Tanger seine Pässe zugestellt und
ihn mit seinem gesamten Personal gewaltsam an Bord des französischen Kreuzers „Cassard“ geschafft, um
sie von dort aus nach Palermo zu transportieren.
Daß Österreich-Ungarn treu zu uns, uns gegen Japan unterstützt, ist daraus wieder zu ersehen, daß der
k. k. Botschafter dem Auswärtigen Amt folgende Mitteilung gemacht hat. Im allerhöchsten Auftrage erging
an das Kommando Sr. Majesiät Schiff Kaiserin Elisabeth, sowie an den k. k. Botschafter in Tokio der
telegraphische Befehl, daß die Kaiserin Elisabeth in Tsingtau mitzukämpfen habe.
England hat wieder eine ihrer bekannten abgefeimten Spitzbubereien gemacht. Die Garette de Hollande
vom 21. August meldet aus Ymniden: Der niederländische Dampfer Nicolaß, der aus Ymniden (Leith)
ankam, hatte 37 niederländische und deutsche Fischer an Bord, die die Bemannung von 6 Fischerbooten bildeten.
Von den Booten sind vier durch englische Kriegsschiffe in Grund gebohrt und zwei gekapert worden. Obwohl
die Fischer holländischer Nationalität sind, wurden sie nach Inverneß und von dort nach dem Gefängnis von
Perth gebracht. Dort waren sie 5 Tage eingesperrt, schlecht behandelt und ungenügend genährt. Dann brachte
man die 37 Fischer nach Edinburg, wo sie abermals 8 Tage ins Gefängnis gesteckt wurden. Sie verdanken
ihre Befreiung lediglich der energischen Intervention des Kapitäns d. Nikolaß.
27. August.
Zuverlässige Meldungen aus Nisch berichten über eine Hungeronot in Serbien, da die Zufuhr aus Rumänien
und Bulgarien wegen des eigenen Bedarfes dieser Länder ausbleibt, und die Zufuhr über Saloniki durch die
Sprengung der Bahnbrücke bei Gewgeli und eines Tunnels durch bulgarische Komitatschis gestört ist.
Der Kaiser von Deutschland richtete an König Wilhelm von Württemberg folgendes Telegramm: Mit
Gottes gnäbiger Hilfe erfocht Albrecht mit seiner herrlichen Armee einen glänzenden Sieg. Du wirst mit mir
dem Allmächigen danken, und auf den Sieger stolz sein. Ich verlieh Albrecht soeben das Eiserne Kreuz
erster und zweiter Klasse. Gott segne weiter unsere Waffen und unsere gerechte Sache. gez. Wilhelm.
König Ludwig von Baiern hat dem Kaiser und der Kaiserin telegraphisch seine Glückwünsche zum Siege
des deutschen Kronprinzen ausgesprochen.
Kaiser Franz Josef beglückwünschte den Deutschen Kaiser anläßlich des großen Sieges bei Metz in einer
Depesche.
In Stuttgart herrscht großer Jubel über die Siege bei Metz. Als König Wilhelm aus der Kirche trat,
hielt er folgende Ansprache: Nun haben auch württembergische Truppen ruhmreichen Anteil genommen an dem
mächtigen Ringen der Völker und dabei im vollsten Maße ihre Pflicht getan, wie ich das auch niemals anders
erwartet habe. Viel Blut wird in den letzten Tagen geflossen sein und schwer und furchtbar sind die Opfer,
die von unserein Volke verlangt werden. Aber, so Gott will, werden diese Opfer nicht umsonst gebracht sein
und die Welt soll sehen, daß wir sie freudig und mit Begeisterung bringen. Am Abend feuerte Artillerie Viktoria
und gleichzeitig läuteten von allen Kirchtürmen der Stadt die Glocken.
Kaiser Wilhelm hat an den Oberbürgermeister in Berlin folgendes Telegramm gerichtet: Der Kaiser bewilligt
zur Linderung der durch Arbeitslosigkeit entstehenden Not der arbeitenden Klassen ein Gnadengeschenk
von 50000 Mark und ermächtigt die kaiserliche Schatulle zur Zahlung der Summe an Euere Exzellenz zu geeigneter
Verwendung.
Kaiser Wilhelm sandte folgendes Telegramm an die Kronprinzessin Cecilie in Berlin: Innigsten Dank,
mein liebes Kind, Ich freue mich mit Dir über Wilhelm's ersten Sieg. Wie herrlich hat Gott ihm zur Seite
gestanden. Ihm sei Dank und Ehre. Ich habe ihm das eiserne Kreuz zweiter und erster Klasse verliehen. Oskar
soll sich auch brillant mit seinen Grenadieren geschlagen haben. Er hat Eisernes Kreuz zweiter Klasse bekommen.
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