Full text : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

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land  gemacht  werden,  um  die  verschuldeten  Gutsbesitzer
aus  der  Noth  zu  reißen.  „Man  kann  sich,  ischreibt
ein  Zeirgenosse,  keinen  Begriff  von  der  damaligen  Norh
machen.  Um  nur  ein  paar  hundert  Thaler  zu  negociiren,
  mußten  oft  die  sichersten  Leute,  wer  weiß  wie
viel  reisen,  schicken,  bitten,  und  wurden  um  eine  eben
so  kleine  Summe  nicht  selten  bis  zur  Auspfindung
erequirt“  1).  Während  des  Krieges  lagen  die  Schweden
regelmäßig  im  Lande  und  thaten  sich  gütlich;  wenn
die  Preußen  einrückten,  um  sich  in  den  Winterquartieren
gütlich  zu  thun,  schlüpften  jene  Herren  Schweden  eben
so  regelmäßig  nach  ihrem  Pommern  zurück.  Herzog
Friedrich  flüchtete  dann  eben  so  regelmäßig  nach
Lübeck.  1762  drohte  noch  ein  schwereres  Ungewitter
über  Mecklenburg  hereinzubrechen:  Kaiser  Peter  III.
von  Nußland  hatte  seinem  Vetter  von  Dänemark
den  Krieg  erklärt;  beide  Armeen,  die  russische  und  denische,
  standen  schon  in  Mecklenburg,  zum  Kampfe  gerüstet,
  einander  gegenüber,  als  Peter  durch  seine  eigene
Gemahlin,  die  große  Catharina,  des  Thrones  entsetzt
und  aus  dem  Wege  geräumt  wurde.

Nachdem  ver  hubertsburger  Frieden  geschlossen
war,  wurden  in  den  Jahren  1766  und  1768  enbdlich
die  für  ein  und  eine  halbe  Million  Thaler  während  des
turbulenten  Zustandes  des  Landes  unter  dem  vertriebenen
  Carl  Leopold  an  Hannover  Lerpfändeten  acht
Aemter  eingelöst.

)  ne,  Prediger  in  Gadebusch,  mecklenb.  Gecchichte
1801.  560.