Inhaltsverzeichnis : Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Erster Band: Von den frühesten Zeiten bis zur Mitte des sechzehnten Jahrhunderts. (1)

Cussttenkrieg.  921

lich  mit  allen  ihren  Ländern  und  Besitzungen  belehnt,  sowie  sie
auch  zwei  Tage  später  der  Königskrönung  Sigismunds  im
Schlosse  St.  Wenzels  beiwohnten.  Wie  heftig  selbst  die  gemäßigten
  unter  den  Böhmen  die  Meißner  haßten,  bezeigt  ihr
Anerbieten  an  den  König,  daß  sie  ihm  Prag  verschaffen  wollten,
wenn  er  ihnen  die  Meißner  Preis  geben  wolle.  Freilich  wütheten
diese  für  den  abgeschlagenen  Sturm  desto  furchtbarer  in  der
Umgegend.  Bald  nach  der  Krönung  entließ  der,  *l*e  das
Heer,  und  die  Fürsten  kehrten  heim.  *

Die  Zwischenzeit  bis  zum  neuen  Feldzuge  benutten  Frichric
und  Wilhelm  zu  tüchtiger  Kriegsrüstung  und  zu  Bündnissen
mit  Mainz,  Trier,  Köln,  Pfalz,  dem  Herzoge  von  Glogau,
dem  böhmischen  Landvogte  der  päpstlich  gesinnten  Oberlausitz,
vor  Allem  mit  dem  Markgrafen  von  Brandenburg  (3.  December),
den  eine  Verbindung  der  Böhmen  mit  Polen  bedrohte.  Und
wirklich  kam  1421  ein  noch  weit  größeres  Heer  nach  Böhmen,
dem  aber  leider  am  König  selbst  der  rechte  Mittelpunkt  fehlte.
Friedrich  zog  im  August  Brix  zu  entsetzen,  den  einzigen  festen
Platz,  der  noch  in  dieser  Gegend  Widerstand  leistete,  dessen  im
vorigen  Jahre  von  ihm  zurückgelassene  Besatzung  unter  Hans
von  Polenz  so  hart  bedrängt  war,  daß  sie  gegen  Zusicherung
des  Lebens  ihre  Ergebung  anbot;  aber  auch  das  wies  der
Fanatismus  ihrer  Gegner  zurück.  Da  erschien  der  Markgraf
und  zum  ersten  Male  suchten  die  Hussiten  in  wilder  Flucht-#ihr
Heil.  600  Gefangene  wurden  unbarmherzig  niedergemetzelt.
Dann  eroberte  Friedrich  dem  Könige  den  leitmeritzer  Kreis,
nahm  Kadan  und  Kommotanu;  nur  Bilin  widerstand  glücklich.
Weniger  gelang  dem  Reichsheere,  und  da  es  nach  dem  mißlungenen
  Sturme  auf  Saatz  bei  der  Nachricht  von  Ziskas
Aumarsch  auseinanderlief,  so  zog  sich  auch  Friedrich  zurück.  Der
dankbare  Papst  Martin  verwilligte  dafür  dem  Markgrafen  nicht
nur  (December  1421)  die  gesuchte  Freihcit  für  seine  Unterthanen,
  den  Evocationen  der  geistlichen  Gerichte  außer  ihren
Sprengelu  nicht  gehorchen  und  nur  vor  dem  gewöhnlichen
Richter  Recht  nehmen  zu  dürfen,  auch  durch  Bannsprüche  und
Interdicte  nicht  mehr  beunruhigt  zu  werden,  sondern  auch  im

folgenden  Jahre  zu  dem  ihm  bereits  zustehenden  Präsentations-Böttiger,
  Geschichte  Sachsens,  2.  Ausfl.  1.  21

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