Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Erster Band. (1)

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Zieht  man  auch  das  Jahr  1879  in  Betracht,  für  welches  eine  Trenuung  der
Todesfälle  nach  Stadt=  und  Landgemeinden  noch  nicht  vorliegt  (es  starben  6517  Personen
  im  Kindbette,  während  1.095  839  Kinder  geboren  wurden),  so  ergiebt  sich  für  die
letzten  12  Jahre  von  1879—1890  folgende  Abnahme  der  Todesfälle  im  Kindbette:  Es
starben  in  ganz  Preußen  auf  je  10  000  geborene  Kinder  nacheinander:  59,56  —  64,7  —  68,1
—  59,8  —57,4  —56,0  —  58,4  —  550  —  63,1  —  46%0  —  42  —  42,3  Wöchnerinnen,  mithin
sind  von  je  einer  Million  weiblicher  Personen,  welche  im  preußischen  Staate  jährlich
entbunden  werden,  im  lehzten  Berichtsjahre  1720  weniger  im  Kindbette  gestorben  als
12  Jahre  vorher.:)

Im  Königreich  Preußen.

wurden  lebend-  und  starben  im  Kindbett!  wmithin  starben  im  Kindbett
Jahr  todtgeboren  in  den  in  den  in  den  uf  je  10000  geborene  Kinder

Stadt-  Land.  Stadt.  Land-  in  den  Stadt.  in  den  Landgemeinden

  gemeinden  6  gemeinden  gemeinden  gemeinden

1880  8697961576  1859  3999  50,3  57%
1881369758/  684587  1903  425  51,5  61„
1882  374687  703247  1899  4491  **  63°
18883  874229  696  309  1873  468  50,0  -*e
1884384  398  709  676  1811  4316  47,1  60
1885389718  718  796  1859  4614  47  64%“
1886  23  1785  4461  45,2  61,
1887  899  610  729282  1714  4283  42,9  58.7
1888  408  889  725  609  1495  3727  366  Pel
1889  418  605  717983  1391  8468  33,2  48,1
1800  416  666718  466%  1378  8401  33.1  47n

C.  Königreich  Bayern.

Nach  den  in  den  Generalberichten  über  die  Sanitätsverwaltung  des  Königreichs
Bayern  veröffentlichten  Zahlen,  welche  nachstehend  für  die  Jahre  1879  bis  1889  zusammengestellt
  sind,  war  in  Bayern  die  Sterblichkeit  in  Folge  von  Schwangerschaft  und
Kindbett  während  der  letzten  Jahre  höher  als  im  Königreich  Preußen;  das  Maximum
derselben  ist  dort  wie  hier  im  Jahre  1885  beobachtet  worden,  seither  hat  die  Zahl  der
betreffenden  Todesfälle  stetig  abgenommen.  Ob  die  höheren  Ziffern  für  Bayern  allein
dadurch  zu  erklären  sind,  daß  hier  auch  die  seltenen  Todesfälle  in  Folge  der  Schwangerschaft
  mitgezählt  werden,  ist  zweifelhaft,  beachtenswerth  ist,  daß  auch  die  Rose  in  den
bayerischen  Heilanstalten  ein  verhältnißmäßig  häufigeres  Leiden  als  in  den  preu-Pischen
  ist.)

Das  Kindbettfieber  hat  in  Bayern  während  des  Jahres  1885  die  meisten
Todesfälle  verursacht,  ist  indessen  in  den  seither  verflossenen  Berichtsjahren  noch  nicht
seltener  als  in  den  Jahren  vor  1885  Todesursache  der  Wöchnerinnen  gewesen.  Das
Minimum  ist  vielmehr  in  den  Jahren  1879,  1880  und  1883  beobachtet  worden.

1)  Da  in  Preußen  während  des  Jahres  1890  weit  mehr  als  eine  Million  weiblicher  Personen
entbunden  worden  sind  (1  115  611  nach  der  Zeitschrift  des  Königlichen  statistischen  Bureaus  1891.  S.  149),
so  ist  dieser  Gewinn  an  Menschenleben  für  das  Jahr  1890  noch  höher  zu  veranschlagen.

2)  Den  bayerischen  allgemeinen  Krankenhäusern  gingen  von  1688  —  1888  mit  Rose  nacheinander
919  —  1088  —  1152  —  1075  —  1010  —  P88  Personen  zu.  Während  der  3  letzten  Berichtsjahre  waren  unter
je  10  000  neuen  Krankheitsfällen  in  den  bayerischen  Krankenhäufern  102,  in  den  preußischen  nur  7786
Fälle  von  Rose  festgestellt.  (Arb.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte  2c.  a.  a.  O.)