Metadata : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1868. (45)

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schulden  außer  Stande  war,  sie  in  erster  Instanz  geltend  zu  machen,  dieses  auch
bescheinigt.
Art.  710.

Die  in  Art.  344  bezeichneten  Einreden  können  in  der  Berufungsinstanz  nur  geltend
gemacht  werden,  wenn  sie  von  Amtswegen  zu  berücksichtigen  sind,  oder  wenn  die  Partei
ohne  ihr  Verschulden  außer  Stande  war,  sie  in  erster  Instanz  geltend  zu  machen,  dieses
auch  bescheinigt.  .

Auch  beim  Vorhandensein  der  kaum  gedachten  Voraussetzung  ist  die  Einrede  der
Sicherheitsleistung  für  die  Prozeßkosten  in  der  Berufungsinstanz  nur  dann  zulässig,  wenn
die  Berufung  vom  Kläger  ergriffen  ist.

Die  Verhandlung  zur  Hauptsache  kann  auf  Grund  der  erwähnten  Einreden  nicht
abgelehnt  werden;  das  Gericht  ist  jedoch  befugt,  die  abgesonderte  Verhandlung  über  solche
Einreden  auch  von  Amtswegen  zu  verfügen.

Art.  711.  .

Die  wiederholte  Vernehmung  bereits  vernommener  Zeugen  und  die  nochmalige  Begutachtung
  durch  die  früher  vernommenen  oder  durch  neue  Sachpverständige  ist  in  den  in
den  Art.  494  und  519  bezeichneten  Fällen  gestattet.

Auch  kann  das  Berufungsgericht  in  allen  Fällen  die  wiederholte  Vernehmung  bereits
vernommener  Zeugen  auf  Antrag  oder  von  Amtswegen  anordnen,  wenn  es  für  erforderlich
  hält,  daß  diese  Vernehmung  vor  ihm  selbst  stattfinde.

Art.  712.

Die  von  einer  Partei  im  Verfahren  erster  Instanz  ausdrücklich  oder  stillschweigend
abgelegten  Geständnisse  oder  Anerkenntnisse  von  Urkunden  behalten  ihre  Wirksamkeit
auch  in  der  Berufungsinstanz.

·  Art.  713.

Der  Widerruf  eines  in  erster  Instanz  abgelegten  Geständnisses  oder  Anerkenntnisses
von  Urkunden  auf  den  Grund  neuer  Thatsachen  oder  Beweismittel  ist  in  zweiter  Instanz
  nur  in  soweit  zulässig,  als  die  Partei  in  erster  Instanz  ohne  ihr  Verschulden  gehindert
  war,  dieselben  mittelst  Wiedereinsetzung  in  den  vorigen  Stand  (Art.  291)  geltend
  zu  machen,  und  dieses  bescheinigt.

Art.  714.
Die  in  erster  Instanz  eingetretenen  gesetzmäßigen  Folgen  versäumter  Tagfahrten