Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1817. (8)

3)  Die  Schulden,  welche  der  baͤuerliche  Besitzer  in  Ruͤcksicht  stines  Besitzrechtes
oder  etwaniger  eigenthuͤmlichen  Gebaͤude  kontrahirt  hat,  gehen  auf  seine  neue
Besitzung  uͤber;  dagegen  verlieren

4)  die  Hypothekarien  deejcnigen  Gutes,  wohin  die  Translokation  geschieht,  ihr
Hypothekenrecht  in  Rücksicht  derjenigen  Perkinenzien,  die  den  Bauern  angewiesen
  werden;  ihre  Hypothekenrechte  werden  dagegen  auf  den  Zuwachs  an
Pertinenzien  übertragen,  welche  das  Gur,  von  welchem  die  Versetzung  geschehen
  ist,  durch  diese  Versetzung  erhält.

g.  51.  Um  auch  bei  der  Uebertragung  der  Reallasten  und  Schulden  von
dem  Gute,  wohin  translozirt  wird,  auf  den  Zuwachs  desjenigen,  von  welchem
die  Bauern  versetzt  werden,  keinen  der  Gläubiger  beider  Güter  zu  verkürzen  und
dieselben  einfacher  auseinander  zu  setzen,  ist

1)  der  Zuwachs  an  Realitäten,  welchen  das  Gut,  von  welchem  translozirt
wird,  durch  die  Versetzung  erhält,  abzuschätzen  und  dessen  Werth  mit  dem
Werthe  des  Hauptgutes  in  Verhältniß  zu  setzen.

Dabei  verstehr  sich  von  selbst,  daß  die  Absindung,  welche  der  Gutsherr
für  die  Auflösung  der  gutsherrlichen  Berhältnisse,  sey  cs  in  Land  oder  in
Renten  und  sonstigen  Prástationen,  erhält,  als  Zuwachs  des  Gues,  von
welchem  translozirt  wird,  nicht  in  Anschlag  kommen  kann.  Werden  aber
die  vorbehaltenen  Renten  und  sonstigen  Prästationen  dem  Gute  zugeschlaen,

  wohin  die  Translokation  geschieht;  so  müssen  solche  von  dem  Zuwachse

es  ersteren  abgerechnet  und  dem  letzteren  als  Zuwachs  und  Erfatz  für  einen
gleichkommenden  Theil  der  abgetretenen  Prrrinenzien  angerechne  werden.

2)  Ist  das  Verhälmitz  des  Gutes,  von  welchem  kranslozirt  worden,  zu  dem

Zuwachse,  welchen  es  durch  die  Translokation  erhalren  hat,  nach  Quoten
usgemittelt;  so  muß  die  „#xpothekenbehörde  danach  das  hinzugekommcne
Perlinenzstück  und  dessen  Werth  in  das  Hypothekenbuch  eintragen.  Sie
muß  aber  auch  zugleich  in  demselben  bemerken,  daß  und  welche  der  bis  dabin
  auf  diesem  Gute  cingetragenen  dkreren  Gläubiger  auf  diesen  in  einer
Quote  unterschiedenen  Zuwachs  kein  Hypothekenrecht  haben  und  auf  dieses
neue  Perrinenzstück  die  Gläubiger  deszenigen  Gutes,  wohin  die  Translokgslion
  geschehen  ist,  eintragen.

Wäre  z.  B.  der  Werkh  des  Zuwachses  bei  dem  Gute,  von  welchem
translogirt  worden,  nach  Nr.  1.  ....  ..10,000RkhIk,
und  der  Werth  des  letzteren,  ohne  jenen  Zuwachs,  jedoch
mit  Einrechnung  der  dem  Gutsherrn  fuͤr  die  Aufloͤsung
der  guteherrlichen  Verhältnisse  zukommenden  Abundung  30,000  Rlhlr.
so  würde  das  Hrpothekenrecht  der  bisherigen  Gläubiger  4
dieses  Gutes  an  dem  Gesamutwerthe  veen  D900c0  Rlblr.
nur  eine  Quote  von  3;  das  .#0po#  heke  nrecht  der  Gläubiger  des  Gures  aber,
wohin  die  Versttzung  gechehen  ist,  cine  Ouote  von  :  zum  Gegenstande
haben.

#  52.  In  eben  der  Art  ist  zu  verfahren,  wenn  die  Suzesssonsrechte  der
keiden  Güuker  verschieden  sind.  Es  Und  daher  die  Lehns=  und  Fideikommißfolger

von