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ein Haus; allein die arme Frau starb, ehe es fertig war. Das
Haus steht jetzt nicht mehr; aber an seiner Stelle ist der edeln Johanna
ein Denkmal errichtet worden.
245. Die Wacht am Rhein.
Von Wilhelm Rübenkamp.
Wer von euch kennt nicht das schöne Lied „Es braust ein Ruf
wie Donnerhall, wie Schwertgeklirr und Wogenprall —" Das
ganze deutsche Volk kennt es, das ganze Volk singt es; es ist ein echt
volkstümliches Lied geworden. Der Dichter der „Wacht am Rhein“,
Max Schneckenburger, ist in Schwaben geboren. Näher als er steht
euch der Tondichter, der die herrliche Melodie des Liedes geschaffen
hat. „Warum?“ wirst du vielleicht fragen. „Ist die Melodie mehr
wert als das Gedicht?" MNein, beide sind gleich schön; aber der
Tondichter — Karl Milhelm heißt er — lebte und wirkte in deiner
Heimat, am Niederrhein. Er war von 1840 bis 1865 Musiklehrer
in Crefeld; dort hat er im Jahre 1854 die „Wacht am Rhein" in
Töne gesetzt. Aus Danhbarkeit hat man ihm auf dem Ostwall ein
Denbmal errichtet. »
Bei der Festfeier der silbernen Hochzeit des Prinzen von Preußen
in Düsseldorf wurde das Lied am 22. April 1854 zum erstenmal
öffentlich vorgetragen. Bald wurde es in vielen Vereinen gesungen;
doch der großen Mehrheit des Volkes blieb es noch immer unbekannt.
Da kam das Jahr 1870. Wie der Sturmwind verbreitete
sich das Lied da durchs deutsche Land. In allen Städten und Dörfern
hörte man es, in den Häusern und auf den Straßen und auf dem
Felde. Da wurde es auf einmal überall bekannt.
Das war jenes denkwürdige Jahr, als sich ganz Deutschland,
Aord und Süd, erhob zum Kampfe gegen den Erbfeind. Da
waren die Worte zur Wirblichkeit, zur Tat geworden:
„Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein,
wer will des Stromes Hüter sein!"
Als damals Deutschlands Söhne hinauszogen in den aufgezwungenen
schweren Krieg, wurden sie in allen Städten und Dörfern
mit diesem Liede begrüßt, da erbrauste durch alle Gaue unsers
weiten Vaterlandes der Gesang:
„Lieb Vaterland, magst ruhig sein,
fest steht und treu die Wacht am Rheinl“