Volltext : Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

26  1611  11—12.

Januar  8.  jl,  Erzherzog  Leopold  an  den  Kurfürsten  von  Mainz.

Ich  bin  von  den  Blattern  wieder  hergestellt.  —  Der  Kaiser
will  den  nach  unfruchtbarem  Ausgang  der  augsburger  Zusammenkunft
  in  Aussicht  genommenen  katholischen  Bundestag  „zu
erhaltung  ihrer  kaiserlichen  authoritet,  respect  und  hoheit  durch  eine
ansehenliche  schickung  zu  dem  ende  besuchen,  damit  sie,  was  die
unionsverwanten  bei  dem  gülichschen  wesen  den  gehorsamben
ständen  zu  guetem  oder  aber,  da  si  durch  ihre  mit  dem  'gegenthail
aufgerichtete  vergleichung  hieran  verhindert,  auf  den  fal,  dass  pars
adversa  des  gülichschen  wesens  sich  annemben  würden,  was  sie  alsdan
  zu  thun  oder  zu  lassen  gesinnet,  vernemben  mögen“.  Damit
sich  die  Gesandten  nicht  etwa  mit  Mangel  Befehls  entschuldigen,
mögen  E.L.  den  Bundesständen  hievon  Mitteilung  machen.  —  Prag
den  8.  januarii  a.  1611  —  Praes.  Aschaffenburg  17.  jan.  a.  1611.

Wme.,  Religionsakten,  Band  11,  no.  126;  Or.!

Januar  11.12.  Herzog  Maximilian  von  Baiern  an  Erzherzog  Leopold,

Auf  das  Schreiben  vom  256.  Dezember.?  Ich  habe  mich  allerdings,
  aber  nicht  auf  die  Weise,  wie  die  von  E.  L.  mir  mitgeteilte
Schrift  ausweist,  mit  Kurpfalz  in  Korrespondenz  eingelassen  und
wegen  der  augenscheinlichen  Gefahr  Handlung  gepflogen.  E.  L.  wissen,
dass  ich  vom  Anfang  dieser  passauer  Werbungen  dem  Kaiser  durch
Schreiben  und  Schickungen  die  zu  besorgenden  Unzuträglickheiten
vorgestellt  habe:  wie  die  Protestanten  deshalb  rüsten  und  auch  die
Katholischen  zwingen  würden,  sich  mit  grossen  Kosten  in  Gegenverfassung
  zu  setzen,  wodurch  ein  unlöschbares  Feuer  in  Deutschland
entstehen  könnte;  ich  habe  ferner  oft  vor  der  Einquartierung  des
Kriegsvolkes  im  Stifte  Passau  gewarnt  —  aber  alles”  vergeblich,
  ja  ich  habe  nicht  einmal  eine  Nachricht  bekommen,  wohin
dieses  Volkes  gemeint  sei.  —  Darstellung  der  bisher  erwachsenen
Ungelegenheiten  und  der  bisherigen  vergeblichen  Abdankungsversuche
des  Herzogs  von  Braunschweig.  —  Das  Volk  hat  sich  unverholen  vernehmen
  lassen,  den  Pass  durch  mein  Land  auch  mit  Gewalt  zu

i  Der  Erzherzog  schrieb  im  gleichen  Sinn  am  11.  Januar  an  den  Herzog
von  Baiern.  Dieser  Herzog  erwiderte  am  19.  Januar  kurz:  der  Bitte
könne  nicht  willfahrt  werden,  denn  er  habe  schon  vor  Einlangen  des  Schreibens
auf  Veranlassung  von  Kurmainz  die  Ausschreiben  zu  einem  Bundestag  unterfertigt;
  dazu  sei  der  Bundestag  nur  zur  Ordnung  des  Rechnungswesens  im
Bund  bestimmt;  Wh.,  Reichsakten  in  genere,  no.  59a,  Or.  —  Der  erste
Eutwurf  für  das  Ausschreiben  zum  Bundestag  in  Würzburg  ist  wirklich
vom  165.  Januar  datiert  (Mc.,  Entstehung,  Fasz.  V,  no.  37,  f.  172;  Kop.)

?  Ma.,  425/2,  f.  452;  Or.