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Schoͤnsee in Westpreußen, Flecken (bie 1833 Stadt).
In Not ein abgewenderer, sogen. gebilderer silberner
Salbmond zwischen zwei goldenen Sternen; darunter
ein halber silberner Fisch.
Nach Landrichter Engel hat das von etwa 1400 an im Thorner
Archiv vorkommende: „J S SIGCILLUMET * (40 mm)
dasselbe Bild, jedoch den halben Fisch auf wellen. Das: „SIGILLVM
CVITATIS scHoNESCHBENSIS8“ (leval 34:33 mm) aus dem
J7. Jahrh. hat, wie auch dae neue Farbsiegel des Schulzen-Amte,
die Darstellung im Schilde.
Schwetz, Sradr. In Blau eine aus dem unrern
Schildrand hervorgehende brennende Rerze zwischen
zwei abgewenderen gebilderen goldenen Salbmonden.
Das von Engel im Thorner Stadtarchiv gefundene:
„S’' UIUITNTIS SWGdGd SI8S“/Smm) aus dem 14. Jahrh.
beweist, daß beide jetzt geführten Bilder unrichtig seien. Es zeigt
im gegitterten Felde einen Schild mit zwei von dessen Oberecken
ausgehenden, abgewendeten Bogenpfählen, allo wohl ein Herrschaftewappen.
Uber dem Schilde zeigt sich eine undeutliche längliche
Erhoͤhung, in der #Engel den Griff einee hinter dem Dreieckschilde
befindlichen Schwertes erkennen will. Das 1540 gebrauchte, von
wegner in: „Ein Dommersches Herzogthum u. eine Oeutsche Grdens-Komthurei“
(Hosen 1872) nicht gut abgebildete: „###SlIGILLVN
CIVITATIS SwIEGIE“ (30 mm) zeigt im gespaltenen Schilde zwei
abgewendete, nicht mit Gesicht versehene Halbmonde. Aus der
stark betonten Spaltlinie ist dann später, aber noch im 16. Jahrh.,
wie ein: „+I SIOILLVM CIVITATIS SvEGCENNST“ (38 mmm). ein:
SIGILLVM clVrATNS“ SWEEzENSIS“ (1 30 mm) und die
spätern Siegel lehren, in Folge einer unrichtigen Ableitung des
Stadtnamens von dem slavischen: Swieca = Licht, die Rerze geworden.
Uber das Banner schreibt Dlugoß: „Banderium autem
Commendaria et Civitatis Swiecie, quod scalcales Campos albos et
rubeos habeat pro insigni“ (Tach Wagner a. a. G.;z in Doßberge
Bearbeitung der Banderia findet sich Schweg nicht).
Strasburg in Westpreußen, Stadt. In Schwarz
eine offene Rechthand.
Voßberg bildet als altestes ein: „T. S.BVRGCGRSIUITI-Dd.
S56ROSBGRG“ (62 mm) ab und erwähnt dann noch eines:
„T CTUTTKTIE 3TRKZBGRG“ ( mm) als des, wenn
auch noch dem 14. Jahrh. angehbörigen, so doch wohl jüngern
Siegels. Ein Sekret des I§S. Jahrhunderte bringt Engel: „ · s c ·
strasberguo“ (27 mm). Es kommt im Thorner Archiv 1471 und
1512 vor, und ist wohl dasselbe, mit dem „Bürgermeister Rathmanne
und Gancze gemeine der stadt Stroßbergk“ in Aulmseell)
am 4. Jan. 1327 einem Oomherrn der dortigen Kirche einen Revers:
„czu mherem bekentups ond ewighem gedechtupes mit vnser stadt
secrete onden angehangen“ besiegelten (Woelky, Urk. buch d. Bieth.
Tulm, No. 840). Zu Ende des I6. Jahrh. kam ein: „SIGILLVM O
CIVA-TLIS STRASBVRG * IX (m Selbe:) PR VS8)“ (33 mum)
in Gebrauch. Dann folgte das: „I “ Slöl-L CIVITAT -
STRASBVRG (im Selde: 1607“ (24 mm); erhalten hat sich ein
diesem nachgebildeter Stempel mir derselben Umschrift und Jahreszahl
(31 mm), der wohl aus dem 18. Jahrh. stammt. Alle Siegel
zeigen die Hand in einem Schilde.
Stuhm, Stadr. In Gold auf grünem Boden die
Mutter Gottes mit dem Rinde.
Landrichter Engel hat im Thorner Archiv an einer Urkunde
v. J. 1430 das, Doßberg nur dem Höôrensagen bekannt gewordene,
[pitzovale Stadisiegel vom Ende des 14. Jahrh. gefunden. Es
zeigt die Madonna mit dem KRinde auf dem linken Arme im
Strahlenkranze, auf einer Nonsole stehend. VDon der Umschrift,
die Doßberg als: „Sigillum der neugen stat um dem stume“
(spitzoval 30:28 mm) angibt, ist wenig mehr zu entziffern; das,
was gelesen werden kann, widerspricht nicht der Angabe. Ein:
„8 S · civitatis · stum 8“ (35 min) des 15. Jahrh., zeigt die Jungfrau
mit dem Kinde auf dem rechten Arme, in der Linken ein
Scepter haltend, in einem langgezogenen Vierpasse. Ein: „SIGIL:
CIVIT: STHVNENSIS“ (1 29 mm) des vorigen Jahrh. hat die
Gottesmutter in einem zopfigen, vom preußischen Adler gehaltenen
Rahmenschilde. Q„
Thorn, Stadr. In Rot eine silberne Zurg mir
drei Sinnenrürmen; der rechte Thorflügel ist geöffner,
so daß das Fallgatter zu sehen ist.)
Das noch der ersten Hälsfte des 13. Jabrh. angehoͤrende:
„PSIGILLUIBVRGGRSILQ-IR-TRORURz),
das „Mariensiegel“, zeigt die gekrönte Gottesmutter mit dem
Kinde auf einem hrcels e unter dem Bogen eines, von zwei
Türmer beseiteten Thores. Das wohl wenig spätere „Johannissiegel“:
„.. SGGRGTVEI BVRGGRSIH INIThORUN:„:
(52 mm) hat den mit einem Felle bekleideren Täufer zwischen einem
Eich- und einem Ahornbaume stehend. Von beiden bewahrt die
Stadt noch die schöngeschnittenen Stempel. Die Burg („das
Thor“) scheint zum erstenmal auf dem von Thorn und DOanzig
gemeinschaftlich geführten Siegel aus der zweiten Hälfte des
14. Jahrh. vorzukommen. ODies interessante, zu den Pfundgeld-1)
JLarbenangabe nach der Schraffierung des Wappens auf dem vom Magistrat
benugten Briefkopf; man finder aber auch oft die Burg rot in stlbernem Zelde.
Drovinz Westpreußen. Regierungsbezirk Marienwerder.
duittungen dienende Signet) zeigt im gespaltenen Schilde vorn
die Burg, hbinten die beiden Rreuze von Danzig und lautet die
Umschrift: „N S’' ThORUR 5: SDHRT Rd C# zum).)
Dann sindet sich die Burg auch auf einem im städt. Museum zu
Thorn befindlichen langen eisernen Schlagstempel mir der Umschrift:
„ S'TORURGRSdGd“ (A mm) der noch dem 14. Jahrh. angehört,
und von dem ich Herrn Landrichter Engel einen Abdruck verdanke.
Letterer machte auch (s. S. 2) zuerst ein kleines (28 mm) Siegelchen
mit der Burg im Schilde, ohne Umschrift, bekannt, was im dortigen
NRatsarchiv an Urkunden von 1405 an, vorkommt. — Oie WMeu--stadt
— Thorn führte in ihren Siegeln eine Seebake (aus Balken
gezimmerter, mit Zinnen versehener und hier spingedeckrer wachtturm)
zwischen zwei Schilden mit dem Oeutschordens= Kreuze;
über jedem derselben, und inmitten des Balkenwerkes der Bake.
schwebt je ein Stern. Die drei bekannt gewordenen Siegel unterscheiden
sich nur durch die Große und durch EKleinigkeiten in der
Umschrift voneinander; das älteste: „F SlIGCIILLVII ROUOG
CIVITKTIS TORVR“ ( 64 mm) gehert noch dem 13. Jahrh.
an;z der Stempel hat sich erhalten; wenig spáter sind ein nur
15 mm großes, welches jedoch den Schreibfehler SigiluN nicht
teilt (sehlt bei Doßb.), und ein 46 mm großes, bei dem die Schrift
den Umkreie nicht ausfüllt, weshalb hinter derselben noch ein
paar kleine Derzierungen Hlan fanden. — Nach der erzwungenen Dereinigung
der Veustadt mit der Altstadt. i. J. 1454, erscheinen zwei
Siegel, die den Schild der Stadt von einem #ngel gehalten zeigen.
Auf dem ersten derselben kniet dieser und befindet sich rechts von
ihm auf einem slatternden Bande die Inschrift: „#8-ei#a/ thorun“
(45 mm); hierbei zeigt sich zum erstenmal der von da an sters
beibehaltene ge5ffnete Eine Thorflügel.") Beim zweiten hält der
Engel den Schild vor der Brust; auf einem Bande: „83cwitatis?
thorun (35 mm). Don zwei dem Anfang bezw. dem Ende des
I7. Jahrh. zugehörigen Siegeln in der Sammlung (lericus (jetzt im
Geh. Staatsarchiv in Berlin), auf denen zwei Engel einen Rahmenschild
mit dem Stadtwappen halten (37 und ##mm), ist nicht sicher, ob
sie städtischem Gebrauche dienten, da sie keine Umschriften tragen.“)
Später zeigen die Siegel oft den gekronten polnischen Adler mir
polnischer Umschritt. vereinzelt auch das von einem lengel gehaltene
Stadtwappen mit einer solchen. — Ein sehr hübsches Schoͤffensiegel
des 15. Jahrh. har den hl. Michael mit dem Lindwurm zum
Bilde; die späteren Gerichtesiegel bringen das polnische, resp.
lachsen-polnische Wappen oder auch die Burg. — Oie interessanteren
Thorner Stadtsiegel sind ôfter, am besten (mitrelst des Guillochierverfahrens)
in Ooßberg's: „Munzen und Siegel der Städte Oanzig,
EElbing, Thorn“ 1841 abgebildet.
2) Es ist zweifellos Klter als das Bomturstegel, auf dem Voßberg die erste
Darstellung des Thores zu sehen glaubte. Bei Doßberg feblt es, ist aber beschrieben
von *eVth in;, „Golsteinische u. Cauenburgische Siegel d. Mittelalters a. d. Archiven
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der St. Luͤbeck
Es kommt oft vor, daß die versammelten Abgesandten verschiedener
einer Stadt
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Staͤdte in derem Namen gemeinschaftlich an Dritte unter dem Siegel
schreiben; aber eigentliche gemeinschaftliche, auch durch ihre Umschrift als solche
kennrlich gemachte Siegel geh ren zu den großen Seltenheiten. In spsteren Seften
slad noch einzelne solche zu besprechen. Sler hat es vielleicht Interesse, daß Ende
Merz 1453 der Thorner Nathsberr Tllmann vom Weghe in Wiener-Meustadt mit dem
Prokurater der preußischen Städte u. A. auch über ein von diesen zu führendes
gemeinschaftliches Siegel berieth. Dasselbe wurde ihm aber vom kaiserlichen
Sofe nicht bewilligt, da es in dem schwebenden Drozeß (zwischen den Städten
und dem Orden) viel Aufsehen erregen würde. (Vergl. Töppen, Akten der preuß.
Ständetage, 1II. Zd., S. 706
« Dies huͤbsche Siegel hat vielfach zur Vorlage gedient und wird in der
uͤblichen Verduͤnnung auch von den jetzigen Stadtsiegeln wiederholt.
5) Vielleicht sind es Abdruͤcke von kleinen Formen fuͤr Lebkuchen; fruͤher
wurden solche, mit den Thorner Stadtwappen versehen, überall im Lande verkauft
(Gregorovius, „Die Ordensstadt Neidenburg“).
Tuchel, Stadt. In Silber die gekrönre hl. Margarerha,
in blauer Rleidung, in der Rechten ein Rreuz halrend,
stehend auf einem widersehenden grünen TLindwurme.
So, im gegitterten Siegelfelde, das der ersten Hälfte des
14. Jahrh. angehörige: „T SICILLUTD & CIVITHTN X
TUChhOL M ldésmmd); Abb. bei Voßb. Aus den Akten des
Magistrats Tuchel über das städt. Siegel und Wappen geht hervor,
daß die Stadt i. J. 1781 total abbrannte, wobei der Stempel
dieses Siegels verloren ging. Er wurde jedoch 1823 in Jastrow
bei der Reinigung eines Brunnens gefunden und spaͤter der Stadt
wieder zugestellt, die ihn noch bewahrt und sein Bild zur Vorlage
für die neuen Siegel gewählt hat. Ein: „P SIGILUM
CIUITATIS TUGRUL“ (40 mm), noch aus dem 14. Jahrh.,
zeigt die Heilige ungekrönt nach links schreitend, ohne Orachen,
sedoch mit einem langen, oben mit einem Kreuze besteckten Stabe
in der Linken im gegitterten Felde, während ein: „& FSemnartg #m
tuchol.“ (24 mm) aus dem 15. Jahrh., dieselbe wachsend und
gekrönt, mit einer Taube auf der Rechten und dem Treuze in
der Linken, gibt. So auch bei dem: „* SlGlIL- CIVIT · SE RE M
TVCHOL S-MARGAR“ (17 25 mm) vom Aufang des I7. Jahrh.,
dessen merkwürdige Umschrift von einem Siegel des 18. Jahrh.
genau wiederholt wird, und bei dem Stadtsiegel von 180.
Tuͤtz in Westpreußen, Stadt. In Silber eine blaubekleidete
Jungfrau, in jeder Hand ein rotes Rad empor
haltend.
Einzige Quelle ein: „SIEGEL DES MAGISTRATS ZU TUETZ
(im Selde:) 1810“ (26 mm) bei dem über diesem Bilde ein gekroͤnter
Adler mit dem Schwert und Scepter in den Fängen, schwebt.
Nach einer Notiz in der Samml. Clericus (jegt im Geh. Staats-1333
von den Gebrüdern
auptprivilegium erteilt;
ad.
archiv in Berlin) wurden dem Orte
Stanislaus und Christoph wedell das
die wedell aber führen im Schilde ein
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