Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1830. (7)

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K.  4.  .

Nach  Ablauf  der  Strafzeit  eines  dem  gerichtlichen  Erkennntnisse  gemäß  in  sein
Heimwesen  abzuliefernden  Gefangenen,  ist  dieser  von  der  Verwaltung  der  Straf-Anstalt
dem  Oberamte  des  Bezirks,  in  dem  lebtere  gelegen,  Behufs  der  Transportirung  desselben
  an  seinen  Bestimmungs-Ort  zu  übergeben.

Zu  gleicher  Zeit  ist  der  Transportschein,  dessen  Ausfertigung  jener  Behörde  (der
Verwaltung  der  Straf-Anstalt)  obliegt,  mit  allen  die  Heimaths-Verhältnisse  des  Gefangenen
  nachweisenden  Belegen  dem  Oberamte  zur  Unterzeichnung  und  weiteren  Besorgung
  zugehen  zu  lassen.

Andere  Förmlichkeiten  finden  bei  der  Uebergabe  nicht  Statt.

K.  5.

Den  Fall  einer,  nach  ärztlichem  Gutachten,  die  Transportirung  verhindernden
Krankheit  ausgenommen,  darf  unter  keinerlei  Voraussehung  ein  Gefangener  nach  Ablauf
  seiner  Strafzeit  in  der  Stras-Anstalt  zurückgehalten  werden  und  den  von  der  Verwaltung
  der  lehtern  dem  Oberamte  Uebergebenen  ist  dieses  unweigerlich  anzunehmen
verbunden.

g.  6.

Wenn  daher  in  außerordentlichen  Faͤllen  die  vollstaͤndige  Erhebung  der  Heimaths-Verhältnisse
  eines  Straf-Gefangenen,  selbst  zur  Zeit  seiner  Entlassung  aus  der  Straf-Anstalt,
  noch  nicht  erfolgt  wäre,  so  ist  das  Oberamt  zur  Uebernahme  gleichwohl  verpflichtet.


Dasselbe  hat  sodann  den  Gefangenen  ohne  Verzug  an  das  Oberamt  desjenigen
Bezirks,  in  welchem  er  in  Untersuchung  gestanden  (F.  2),  oder,  falls  die  betreffende
Kreis-Regierung  nach  Beschaffenheit  der  Umstände  den  Transport  an  ein  anderes
Oberamt  oder  die  einstweilige  Verwahrung  in  einem  Polizeihause  bereits  verfügt  hätte,
dahin  abzusenden,  damit  hiernächst  von  dieser  Behörde,  beziehungsweise  von  dem  Oberamte,
  in  dessen  Bezirke  das  Polizeihaus  gelegen  ist,  zu  endlicher  Regulirung  der  Heimaths-Verhältnisse
  die  erforderliche  Einleitung  geschehe.

Jedenfalls  ist  der  Gefangene  bis  zu  diesem  Erfolge  in  angemessener  oberamtlicher
Verwahrung  oder  Aufsicht  zu  behalten.