Die Bürgschaft der Nürnberger Reformallon. 339
Entsch. d. Obersten Gerichtshofs Bd. 1 S. 79 und Bl.
f. RA. Bd. 44 S. 426) das Zeugniß aus, daß die Bestimmungen
dieses Gesetzes über den Regreß der Bürgen,
welche den Gläubiger befriedigt haben, gegen die Mitbürgen
bei näherer Prüfung sich so unklar und mangelhaft
zeigen, namentlich in Bezug auf die Voraussetzungen,
unter welchen der Regreß zwischen den zum benelicium
divisionis nicht berechtigten Bürgen stattfinden soll, daß
es zu ihrer Ergänzung nothwendig ist, auf das gemeine
Recht zurückzugehen.
In der That widerspricht zweifellos der Abs 1 dieses
Gesetzes, welcher im Falle einer Mehrheit der Bürgen
eine solidarische und „unverscheidenliche“ Zahlungsverpflichtung
des einzelnen Bürgen für die ganze Summe
statnirt, dem Abs. 2, der ihn, Ausnahmsfälle abgerechnet,
nur zur Zohlung seiner Angebührniß anhält. Auch die
commentirenden Bemerkungen von Wölkern, Lahner,
Wurffbain und die Dissertationsschrift des Nürnberger
Joh. Martinus Trechselius, dictus Grosskopf:
de privilegiis fidejfussorum Altdorf 1698 s XVIII, XIX
u. XXI lassen uns im Stich, so daß also einfach auf das
gemeine Recht zu recurriren sein wird.
Jedenfalls ist der befriedigte Gläubiger verpflichtet,
nach Abs. 2 Ges. 1 dem zahlenden Bürgen seine Ansprüche
zu cediren, und hat letzterer, wenn ihm die Ansprüche
nicht cedirt sind, nur dann den Regreß gegen die
Mitbürgen, wenn er sich bei der Zahlung das Recht auf
Abtretung der Klage ausdrücklich vorbehielt, oder er zu
den Mitbürgen in einem Gesellschafts= oder sonstigen
Rechtsverhältnisse steht, aus welchem eine besondere Verpflichtung
der Mitbürgen zur Ersatzleistung entspringt
(Samml. a. a. O. Bd. 1 S. 78; Bl. f. RA. Bd. 33
S. 391 und Nachschrift; Entsch. d. RG. Bd. 1 S. 344,
Bd. 18 S. 235 u. fg.). Auch hat der Bürge nach der
mit der Specialbestimmung des Tit. IV Cap. 10 8 14
Ziff. 1 des Bayer. LN. (Samml. Oberstr. Urth. Bd. 11