Drittes Kapitel.
Von den Veränderungen des weiblichen Körpers in der
Schwangerschast.
S. 47.
Die Schwangerschaft bringt in dem weiblichen Körper gewisse
Veränderungen hervor, die sich vorzugsweise in den Geschlechtstheilen
und deren Umgebung, nicht selten aber auch in entfernteren Theilen
und in dem allgemeinen Befinden der Frau zu erkennen geben.
8. 48.
Die bedeutendsten und dauerndsten Beränderungen erfährt die
Gebärmutter. Nach der Empfängniß kehrt der monatliche Blutfluß
aus derselben in der Regel nicht wieder. Wo dies ausnahmsweise
in den ersten Monaten der Fall ist, pflegt die Blutung schwächer
und von kürzerer Dauer, als sonst zu sein.
S. 49.
Von der Auflockerung und Verdickung der Gebärmutterschleimhaut,
in welche das Ei nach seinem Eintritie sich einbettet, und welche
dann zur äußersten Eihaut wird, ist schon die Rede gewesen. Natürlich
wird die Gebärmuter mit dem Wachsthume ihres Inhalts mehr
und mehr ausgedehnt, so daß am Ende der Schwangerschaft der
Gebärmunergrund bis zur Herzgrube hinauf reicht. Dabei geht
die bisherige platte Form der Gebärmutterhöhle in eine
kugelig-eiförmige über, indem die Kanten des Grundes und der
Seitenränder allmälich sich ausweiten und runden. Auch der Gebärmutterhals,
obwohl er in der Regel nicht und niemals vor den späteren
Monaten der Schwangerschaft zur Aufnahme des Eies mit verwandt
wird, nimmt an dieser Rundung Theil; die Querspalte des
dußeren Muttermundes verwandelt sich in ein rundes Grübchen.
Eine so bedeutende Ausdehnung der Gebärmutter wird dadurch möglich
gemacht, daß in Folge der Empfängniß nicht blos die Schleimhaut,
sondern auch die übrigen Theile derselben mit dem