Aummer 86
Rosenheimer Anzelgen
Dienstag, 13. April 1818
Südöstlich von Ailly fanden die Nacht hindurch
heftige Nahlämpse statt. die zu unseren
Gunsten entschieden wurden. Bei einem slarken,
aber erfolglosen französischen Angriff nördlich
Flirey hatten die Franzosen sehr schwere Verluste.
In den gestrigen Kämpfen im Priesterwalde
nahmen wir dem Feinde vier Maschinengewehre
ab. Die anschließenden, sehr erbitterten Nachtlämpfe
blieben für uns erfolgreich.
Die sehr schweren Verluste der Franzosen
in den in den Kämpfen Wischen Maas und Mosel lassen
sich noch sich noch nicht annähernd schätzen; allein
zwischen Selouse. und Lamorville-Wald zählten
unsere Truppen 700, an einer Ueinen Stelle
nördlich von Regnieville über 500 franzosische
Leichen. Wir machten 11 französische Ol##stere
und 801 Mann z— Gefangenen und erbeuteten
sieben Maschinengewehre.
Ein infolge zerschossener Trosse abgetriebener
deutscher Fesselballon ist nicht, wie die Franzosen
angeben, in ihre Linien vertrieben, sondern
wohlbelalten bei Mörchingen gelandet und
geborgen.
In den Vogesen schloß Schneesturm eine
größere Gefechtslätigkeit aus.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Bei Mariampol und Kalwarja, sowie bei
Klimli an der Szkwa wurden russische Angriffe
abgeschliigen.
Aus einem Ort bei Bromierz westlich von
Plonsl wurden die Russen hinausgeworfen, dabei
80 Mam gesangen genommen und drei
Maschinengewehre erbeutet.
In Polen südlich der Weichsel unterhielten
die Russen die ganze Nacht hindurch ein lebhaftes
Infanteric und Artilleriefeuer.
Oberste Heeresleizung.
2 1 *
Allgemeines vom krieg.
Die Gefangenen in Deutschland.
Berlin, 11. April. Nicht mehr meit ist es
bis zu der Million Gesangener, zu der wir
seit langem die Ziffern heranwachsen salen.
Die Zählung vom 1. April nennt annähernd
8130½0. Niemals, sei: Begqinn aller Kriegsgeschichte,
ist ein ähnlich großes Heer Entwaffneler
in der Gewalt des Gegners gewesen.
Was bedeuten selbst die 330000 Franzosen,
die 1871 in deutschen Feflungen und Gefangenenlagern
weilten, gegen die Armee der achtmalhunderllausend
Feinde? Eine Armee?
Ein Volk; ein Gewimmel von Völkern. Ein
Staat wie Serbien hat zicht so viel Männer,
wie heute Soldatlen seiner Verbündeten in deut-Sscher
Gefangenschaft leben. Ihre Zalt ist doppelt
so groß wie die Einwohner zahl des vergrößerten
„Königreiche' Monienegro; mindeestens
ebeniogroß wie die des tragischen Staalswesens
Albanien. Und sie wächst; unaushaltsam
und rasch. Keine werdende Großfstadt, der
von ringeher die Menichen zuströmen, lein
fruchtbares Neuland. das die Siedler lockt, ist
jemals so schnell an Bewohnern gewachsen. Und
niemals war ihre Vielhei: bunter. Mehr als
eine halbe Million Russen, eine Vierielmillion
Franzosen. 4“ ½0 Belgier, mehr als 20 002
Englander. nerhlalb dieser Staalogemein
chen und Dialekten, jede Hautfarbe zwischen
weiß und Ebenholzschwarz. Diese Ziffern allein
genügen, um die kriegerische Ueberlegenheit, die
Deutschland bewies, für alle Zeit festzustellen.
Für den Frieden.
Köln, 11. April. Die „Köln. Volksztg.“
veröffentlich: eine Unterredung, die der amerilanische
Horrespndent der „Newyork World“,
Karl Wic zand, bei einer Audienz mit dem Papst
Benedilt XV. ##c, die am 6. April statlfand,
und worm der Payl seinen Wunsch äußerte,
im gegemoärtigen Krieg eintreten möge. Der
Papft schlof seine Ausführungen soigendermaen:
„I.h setze hierbei meine gonze Hoffnung
für einen baldigen Frieden auf das amerikanische
Volk. uf den Einfluß und die Macht.
über welche es in der ganzen Weit verfügt.
Gerecht und dabei jederzeit neutral in allen
seinen Handlungen (?0, darf Amerika, so bald
der geeignete Augenblick zur Einleilung von
Friedensverhandlungen gelommen sein wird, der
nachdrücklichten Unterstützung des heiligen Valers
sicher sein. Ich habe dies bereits Ihren
Präsidenten durch seine angesehensten Freunde
wissen lassen.“
IZu der Unterredung des amerikanischen Journalisten
v. Wiegand mit Papst Benedikt XV.
bringt der „Berliner Lokalanzeiger“ u. a. noch
folgende Einzelheiten: „Als der Papst erfuhr,
daß an der Front in Nordfrankreich die Toten
an manchen Stellen so dicht liegen. daß sie
eine wahre Mauer bilden und die Luft vergiften,
ergriff er die Initiative und fraf)te bei
Deutschland an, ob es in einen zweilägigen
Wafsenstillstand zur Bestattung der Toten in
Nordfrankreich einwillige. Daraufhin sei vom
Deutschen Kaiser am Ostersonntag eine beipflichtende
Antwort eingetroffen, die erklärte,
man möge die französischen und englischen Befehlshaber
durch ihre Regierungen in Paris
und London benachrichligen lassen, daß sie Parlamentäre
in das deutsche Hauptauartier senden
möchten, um Einzelheiten festzusetzen, besonders
aber die Plätze zu bestimmen, innerhalb
deren das Feuergefecht während zweier
Tage aufzuhören habe.“
Die Wiener „Reichspost“ sagt: Diese Kundgebung
ist ein historisches Ereignis, dessen Bedentung
wohl mit Dankbarkeit vom ganzen zivilisierten
Erdkreis gewürdigt wird. Wenn sich
die Vereinigten Staaten, die die Machtmittel
besitzen, dem Friedenswillen Nachdruck zu verleihen,
mit der Macht der überstrahlenden geistigen
Autorität des Papstes vereinigten, so
würde die Friedensvermittlung vorbereitet werden,
wie sie für die entscheidende Stunde nicht
glanzvoller und nicht ersolgverheißender gedacht
werden kann. (3.)
Rotterdam, 11. April. In der letzten
Sißung des Kongresses der unabhängigen Arbeilerparlei
in Norwich wurde mit allen Stimmen
eine Enischließung angenommen, worin die
englische Regierung aufgesordert wird, die Bedingungen
bekannt zu geben, unter denen sie
bereit sei, über den Frieden zu verhandeln. Bei
der Erläuterung dieser Entschließung sagte Clifsord
Allen: Wofür kämpsen wir? Um Deutschland
zu zerschmetlern, oder um einen Frieden zu
schaften aber alle Rassen, ein Babel von Spra-Der
#ene Bankdirekter.
S###e#r#r ren Neizhot Orten#.
3 Eudtrad ec##)
Ver Praturt neigte zum gerhen des Ein.
ernündmisses das Haußt: aber es war gut für
ihn, daß Rodewaldt den Blick nicht mehr sehen
ko: z:ntee den er dem Fortgebenden nachschickte.
is tief in die Nacht hinein wuhlte die
Besprechung der Vanldireltoren; denn bei den
mannigian widerstreitenden Interessen und bei
der Wich'igleit der Dinge, die hier aus dem
Spiele standen, war es nicht leicht, eine Einigung
zu er hielen. Endlich aber haitme man sich
doch dahin versiindigt, eine sohr entschieden gehaltene
gemeinsame Protestnote an den Prasidenten
zu richten und derselben dadurch einen
noch großeren Nachdruck zu geben. daß sämtliche
ausla ndische Banken ihre Tätigkeit zunachst
einstellten. Eine solche Maßregel ließ sich natür,
lich nicht langer als für wenige Tage durchführen,
aber man hoffte, innerhalb dieser Zeit
eine Rücknahme der Regierungsverfügung zu
erreichen.
Es war lange nach Mitternacht, als Werner
in sein Hotel#mmer zurückkehrte. Wohl war
er zum Tade ermüdet, aber die Aufregung
hinderte ihn, den ersehnten Schlummer zu
finden. Es war in den letzten achtundvierzig
Stunden so vieles auf ihn eingedrungen —
eine so schwere Last der Verantwortung hatte sich
auf seine Schullern gewälzt, und in so ungewissem
Dunkel lag die nächste Zukunft vor lom.
daß es wohl begreiflich war, wenn bange Zweifel
sein Herg beschlichen, ob er auch überall den
rechten Den sinden würde, und wenn er trotz
leiner körverlichen Erschöpfung Stunde auf
erzielen, der keine Ursache zur Rache hinter=Stunde
mit pochenden Schläsen und brennenden
Augen in sorgenvollem Grübeln durchwachte.
14. Kapitel.
„Wohin Sennor?“
Mit dieser Srage hörte sich Rodewaldt angeredet,
als er in der Morgenfrühe auf dem
Wege zu der Zusammenkunft mit Conchita aus
der Calle Rivadavia in die Chacabuco einbiegen
wollte, und zu seiner Ueberraschung sah er sich
einem vierzig bis fünfzig Kopf starten Trupp
von Bewaüneten gogenüber, die sogleich einen
Kreis um ihn schlossen, wie wenn sie ihm
jeden Weg zur Jloio abschnelden wollten. Da
die Leute einen sehr wenig vertrauenerweckenden
Eindruck machten, und da er selbst vollständig
wassenlos war, hielt Werner es für geraten,
ihnen statt der stolz abweisenden Antwort,
die sich ihm auf die Lippen drängen
wollte, freundlich und halb scherzend Auskunft
u geber
31% 6 gehe meinen Siieschülten nach,“ erwiderte
er, „und ich hoffe, daß¼ niewand etwas
dagegen einzuwenden uen
Aber der Mann, der ihn *# angeredet
halte und der Anführer des Hausens zu sein
schien, war offenbar nicht geneigt, sich so eicht
abfertigen zu lassen. Mit einer gewissen Feier-Hochten
ertlarte er: „Jetzt ist nicht Zeit, Geschäften
nach zugehen. 50 Vaterland ist in
Gefahr, und Sie werden gleich uns zu den
Waffen areisen, Seunor, um die Freiheit zu
retten.
immer glaubte Werner die Sache von
der lulihen Seite nehmen zu dürsen. „Ihr irrt
euch in meiner Person,“ sagte er „ich bin ein
Fremder, der sich erst seit einlgen Wochen in
daß Amerila baldie##t zuhmusten eines Frieden
läßt? Weiter wurde beschlossen, sich mit den
Sozialisten in den anderen, auch den feindlichen
Ländern sofort in Verbindung zu setzen. (3.)
Wie lange, dauert der Krieg?
Genf, 11. April. Eine belgische Perfönlichkeit,
welche mit der französischen und der
englischen Regierung nahe Beziehungen unterthält,
hat dem Berichterstatter des „Journal
de Geneve“ in Rom erklärt: Französische und
englische Kreise seien überzeugt, daß der Krieg
im Oltober beendet sein werde. Die Kriegführenden
hätten nicht den Mut, ihren Truppen
und ihrer Vevölkerung. einen neuen Winterseldzug
aufzuerlegen. Man were ieen machen,
selbst wenn der Friede den Wünschen der
Belgier nicht entspreche, welche mit der Zahlung
einer grosten Kriegsentschädigung durch Deutschland
rechneien. Es hängt von dem Erfolg der
Offensire der Verbündeten ab, ob eine solche
Entschädigung gefordert werden könne. Der
Belgier fährt fort: er befürchte, daß Frankreich
und England, um den Krieg nicht zu verlängern,
sich mit einem relativen Erfolg benügen,
die Deutschen aus Frankreich und Belgien
zu vertreiben. Vom belgischen Standpunkt
aus könnte man mehr wünschen! (3.)
Wilson und der Krieg.
London, 11. April. Dem „Daily Telegraf“
wird aus Neuyork berichtet: Präsident Wilson
sprach in einer Konferenz, die in der Methodistenlirche
in Maryland stattfend, über den
Krieg. Er beschränkte sich auf ganz allgemein
gehaltene Bemerkungen und sagte, es sei seine
Ueberzeugung, daß niemand weise genug sei,
um schon jetzt über den europäischen Krieg ein
Urteil auszusprechen. Jedermann könne sich aber
bereit halten, die Wahrheit über diese titanischen
Kämpfe anzuhbren, wenn sie offenbar werde.
Es sei, als ob große, blinde materielle Mächte
losgelassen worden seien, die lange zurückgehalten
worden wären. Aber unter ihnen könne man
den Antrieb starler Ideale sehen. Ohne diese
wäre es den Menschen unmöglich, durchzumachen,
was jetzt auf den Kriegsfeldern Europas
durchgemacht werde. (ZJ.) Wenn Wilson von
„blinden, materiellen Mächten“ spricht, was
sind dann die amerikanischen Woffenlieferungen?
Brände in Petersburg.
Wien, 10. April. In Petersburg wurde
eine Konferenz zur Beratung über Abwehrmaß.
nahmen gegen die zunehmenden Fabrilbrände
einberufen. Man erklärte, es sei auffallend, daß
sich gerade in jenen Fabriken die Brände häuften,
die für Kriegszwecke arbeiten. Der Stadthauptmann
schob die Schuld für die Brände auf
die mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen. (3.)
Heuschreckenplage in Aegypten.
London, 10. April. Die „Morning-Post“
meldet aus Kairo: In Aegypten herrscht eine
Heuschreckenplage, die trotz aller Vorkehrungen
zunimmt. Die Baumwollernte ist in Gefahr,
vernichtet zu werden. Aus Syrien kommt die
Nachricht, daß die Heuschrecken die Täler zwischen
Jerusalem und El Arisch zerstörten und
daß die Nomaden der Halbinsel Sincei nach
Aegypten i ( 3)
3emB wesinchen ariegsschaubiah
Die französischen Offensivpläne.
(Henf, 12. April. In einer Besprechung der
Kriegslage zwischen Pont-a-Mousson und St.
l Mihiel schreibt General Verthaut im „Tele-Buenos
Aires aufhält und durchaus keine Lust
hat, sich in die politischen Streitigkeiten des
Landes einzumischen. Ich wünsche euch alles
Gute, meine Freuns aber ich habe wenig
Zeit und würde euch dankbar sein, wenn ihr
mich nicht länger auspalten wollte
Der Redner von vorbin woene mit selner
Umgebung einide Wort., die Werner nicht versiand,
und sein vorhin sehr höflicher Ton halte
sich in einen barschen und drohenden verwandelt,
als er dem jungen Deutschen sein Gesicht mieder
önkehrte. „So mag ein Feigling und ein Verräter
sprechen. remd oder einheimisch — jeder
rechtschaffene Mann muß auf unserer Selte
stehen, und man brauch!t nicht in diesem Lande
geboren . “] um zu wissen, was gut und
was schlecht ist. Keine Umstände also! Wir
Sie mögen sich von ihm ein Gewehr geben
lassen, um gleich allen necschaffenen Republikanern
für die Freiheit zu käm
rl einpe en denen, die ihin' am nächsten
standen, auf eine recht bedenkliche Weise mit
ihren Waffen zu hantieren begannen, kam
Werner nach kurzer Ueberlegung zu dem Schlußz,
daß es am besten sein würde, sich Tcheinber
ihrem Willen zu sügen; denn er hoffte, d
der Capikano, von
hatte, vernünftig
reden zu lassen Woch
wiederzugeben.
„Gut denn,“ sagte er, „bringt mich zu dem
Senkoor. Capltano, daß ich selbst an- ihm
88
r Haufe nahm ihn in die Mite, und es
guh ann, 22—27 Eate erner · in
e nten Ge ulegen hatte.
n der Kreuzung ber Ar r unk
ßenn
augse Bewegungsfreiheit
gnügen würden, es werde ihnen vielleicht gewerden
h zu unserem Capitano führen, und 6
gramme“ von Boulogne: „Wir müssen die besten
verfügbaren Kräfte ansetzen, um uns von
dem Dorn zu befreien, der sich hier in unsere
Stellungen einbohrt. Es ist zweifellos ein gefährlicher
Abschnitt, denn die deutsche Front
droht hier mit einer Umfassung unserer Streitkräfte.
Mit der Besetzung des 150 Einwohner
zählenden Fleckens Regnieville, 2½ Kilometer
von Fey-en-Haye entfernt, ist noch nichts geschehen.
Wir müssen bei Combres, Moinville,
Essey durchstoßen, um einerseits Thiaucourt, andererseits
Vigneulles zu erreichen und die Offensive
in Rschtung Metz einzuleiten. Ob diese gewaltige
Unternehmung glücken wird, läßt sich
nicht sagen. Den Anfang muß man aber machen,
sonst kommt uns der Feind mit einer Altacke
zuvor, die unseren Flügel in eine prekäre Lage
bringen könnte. (3.)
Neue deutsche Geschosse?
Rotterdam, 11. April. Der bekannte „Augenzeuge“
im englischen Hauptquartier meldet:
Man hat ein neues Kampfmittel der Deutschen
entdeckt, das sie im Argonnerwald, wo die
Laufgräben besonders nahe aneinondergerückt
sind, anwenden. Es handelt sich um ein unter
starkem Druck aus Stahlzylindern gepreßtes
Oel und um Erstidungsgase. An verschiedenen
Stellen der Front werden Vorbereitungen getroffen,
um die Truppen der Verbündeten bei
weiterem Vorgehen mit dem neuen Kampfmittel
zu empfangen. (J.) — Solche deutsche Gechosse
wären, wenn die Meldung des „Augenzeugen“
richtig ist, nur die gebührende Antwort
auf die Verwendung von Stickgasen bei den
französischen Granaten, die im vorgestrigen deutschen
Tagesbericht festgestellt wurde.
Die Nachmusterung in Frankreich.
Genf, 11. April. Nach einer Verordnung
des französischen Kriegsministers werden nunmehr
die zurückgestellten und felddienstuntanglichen
Ersahreservisten der Jahrgänge 1914 und
1915 einer neuen Ausmusterung unterworfen.
Die Gesamtzahl der einer neuen Ausmusterung
zu unterziehenden Ersatzleute beträgt nach dem
„Journal“ 177000 Mann. Im Rriegsministerium
gibt man sich keiner Illusion hin über
die physische Unzulänglichkeit dieser Mannschaften;
denn es wurden besondere Bedingungen
für eine diskrete und schonende individuelle
Uniersuchung der letzten Jahrgänge bei diesem
Ausmusterungsgeschäft erlassen. Der Kriegsminister
hat auch wohl nur deshalb eine allgemeine
Ausmusterung aller Feiddienstuntaug.
lichen angeordnet, weil das Gesetz über die ?
hebung der Rekruten von 1917 ihn derpbichten
zuerst alle Reserven zu erschöpfen, bevor die
Liste des Jahrgangs 1917 aufgestellt wird.
(Z.) — Man kann sich einen Begriff machen,
was das für eine „Armee“ werden wird.
Gefälschte französische
Feldpost-Briefe.
Rom, 11. April. Unter der Ueberschrift,
„Volk, man betrügt dich!“ schreibt „Cri de
Paris“: Die in Frankreichs Presse ständig veröffentlichten
rührenden Soldatenbriefe sind
meist von Anfang bis zu Ende gefälscht, um
Stimmung zu machen. Das Blatt erzählt, daß
in gewissen Präselturen diese angeblichen Soldatenbriese
auf Veranlassung der Behörden fabriziert
werden. Ebenso seien viele angeblichen
Photographien und Ansichtslarten mit Kriegsbildern
Schwindel. Auch hierfür erbringt „Cri
de Paris“ den Nachweis. (Z.)
Beihrand siteß man auf eine großere Anzaht
Bewaffneter, die mit dem Bau einer Barrikadebeschäftigt
waren. In einem etwas komödienhaft
aufgeputzten Herrn mit mächtigem Federhut,
großem Schleppsäbel und buntseidener
chärpe, der mit weithin schallender Stimme
Befehle eerteilte, um die sich übrigens niemand
vlel zu kümmern schlen, haue er ohne Zweifel
jenen Capitano zu erblicken, von dessen Entbeidung'“
seln? icksal Köhönen sollte, und
er zögerte nicht, htalal ihn zu wenden, indem
er in energischem Don- und mit gröherem Nachdruck
als vorhin seine Eigenschaft als Fremder
betonte und dem Verlangen Ausdruck gab, unbehelligt
seines Weges geben zu dürfen.
Aber der Vertetbiger der ergentinischen Frelon
zeigte sich durchaus ulcht willens, der guten
Sache einen so statlllchen ut wie es der
junge Deutsche war, entgehen zu lassen. „Wie,
Sennor,“ 2 er pathetssch, —* hLobes seii
Vochen die zh dleses herrlichen Landes geatmet,
Sie haben das Brot gegessen, das auf
unleren schönen Fluren wuchs, und Sie wollten
feige der ersten Gelegenheit auswelchen,
Ihre Schreoarlele 4 dle genossene Gastfreundschaft
durch die Tat zu beweisen 7 Es gllt, der
Torannei des Präsidenten ein Ende 3 machen,
und nur, wer zu der verruchten Rotte seiner
Anhänger Hehor, kann sich weigern, selne Hand
zu dlesem Feelungswert zu bieten. Sind Sie
aber unser Gegner, so dürfen wir Sle um
unserer ei enenc Sicherhelt ilen nicht mehr
aus den 7 den lassen. Sie müssen dos begreisen,
Sennor, und Sie müssen einsehen, daß
ch meine Leute nicht verhindern könnte, Sie
niederzuschießen, wenn Sie den Versuch abien
heimlich von hlier zu entweichen. Wollen
den Rat eines aufrichtlaen Freundes Volen Sie
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