Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Aummer  86

Rosenheimer  Anzelgen

Dienstag,  13.  April  1818

 

Südöstlich  von  Ailly  fanden  die  Nacht  hindurch
  heftige  Nahlämpse  statt.  die  zu  unseren
Gunsten  entschieden  wurden.  Bei  einem  slarken,
aber  erfolglosen  französischen  Angriff  nördlich
Flirey  hatten  die  Franzosen  sehr  schwere  Verluste.


In  den  gestrigen  Kämpfen  im  Priesterwalde
nahmen  wir  dem  Feinde  vier  Maschinengewehre
ab.  Die  anschließenden,  sehr  erbitterten  Nachtlämpfe
  blieben  für  uns  erfolgreich.

Die  sehr  schweren  Verluste  der  Franzosen
in  den  in  den  Kämpfen  Wischen  Maas  und  Mosel  lassen
  sich  noch  sich  noch  nicht  annähernd  schätzen;  allein

zwischen  Selouse.  und  Lamorville-Wald  zählten
  unsere  Truppen  700,  an  einer  Ueinen  Stelle
nördlich  von  Regnieville  über  500  franzosische
Leichen.  Wir  machten  11  französische  Ol##stere
und  801  Mann  z—  Gefangenen  und  erbeuteten

sieben  Maschinengewehre.

 

 

Ein  infolge  zerschossener  Trosse  abgetriebener
deutscher  Fesselballon  ist  nicht,  wie  die  Franzosen
  angeben,  in  ihre  Linien  vertrieben,  sondern
  wohlbelalten  bei  Mörchingen  gelandet  und
geborgen.

In  den  Vogesen  schloß  Schneesturm  eine
größere  Gefechtslätigkeit  aus.

Oestlicher  Kriegsschauplatz.

Bei  Mariampol  und  Kalwarja,  sowie  bei
Klimli  an  der  Szkwa  wurden  russische  Angriffe
  abgeschliigen.

Aus  einem  Ort  bei  Bromierz  westlich  von
Plonsl  wurden  die  Russen  hinausgeworfen,  dabei
  80  Mam  gesangen  genommen  und  drei
Maschinengewehre  erbeutet.

In  Polen  südlich  der  Weichsel  unterhielten
die  Russen  die  ganze  Nacht  hindurch  ein  lebhaftes
  Infanteric  und  Artilleriefeuer.

Oberste  Heeresleizung.

2  1  *
Allgemeines  vom  krieg.

Die  Gefangenen  in  Deutschland.
Berlin,  11.  April.  Nicht  mehr  meit  ist  es
bis  zu  der  Million  Gesangener,  zu  der  wir
seit  langem  die  Ziffern  heranwachsen  salen.
Die  Zählung  vom  1.  April  nennt  annähernd
8130½0.  Niemals,  sei:  Begqinn  aller  Kriegsgeschichte,
  ist  ein  ähnlich  großes  Heer  Entwaffneler
  in  der  Gewalt  des  Gegners  gewesen.
Was  bedeuten  selbst  die  330000  Franzosen,
die  1871  in  deutschen  Feflungen  und  Gefangenenlagern
  weilten,  gegen  die  Armee  der  achtmalhunderllausend
  Feinde?  Eine  Armee?
Ein  Volk;  ein  Gewimmel  von  Völkern.  Ein
Staat  wie  Serbien  hat  zicht  so  viel  Männer,
wie  heute  Soldatlen  seiner  Verbündeten  in  deut-Sscher
  Gefangenschaft  leben.  Ihre  Zalt  ist  doppelt
  so  groß  wie  die  Einwohner  zahl  des  vergrößerten
  „Königreiche'  Monienegro;  mindeestens
  ebeniogroß  wie  die  des  tragischen  Staalswesens
  Albanien.  Und  sie  wächst;  unaushaltsam
  und  rasch.  Keine  werdende  Großfstadt,  der
von  ringeher  die  Menichen  zuströmen,  lein
fruchtbares  Neuland.  das  die  Siedler  lockt,  ist
jemals  so  schnell  an  Bewohnern  gewachsen.  Und
niemals  war  ihre  Vielhei:  bunter.  Mehr  als
eine  halbe  Million  Russen,  eine  Vierielmillion
Franzosen.  4“  ½0  Belgier,  mehr  als  20  002
Englander.  nerhlalb  dieser  Staalogemein

chen  und  Dialekten,  jede  Hautfarbe  zwischen
weiß  und  Ebenholzschwarz.  Diese  Ziffern  allein
genügen,  um  die  kriegerische  Ueberlegenheit,  die
Deutschland  bewies,  für  alle  Zeit  festzustellen.

Für  den  Frieden.

Köln,  11.  April.  Die  „Köln.  Volksztg.“
veröffentlich:  eine  Unterredung,  die  der  amerilanische
  Horrespndent  der  „Newyork  World“,
Karl  Wic  zand,  bei  einer  Audienz  mit  dem  Papst
Benedilt  XV.  ##c,  die  am  6.  April  statlfand,
und  worm  der  Payl  seinen  Wunsch  äußerte,

im  gegemoärtigen  Krieg  eintreten  möge.  Der
Papft  schlof  seine  Ausführungen  soigendermaen:
  „I.h  setze  hierbei  meine  gonze  Hoffnung
für  einen  baldigen  Frieden  auf  das  amerikanische
  Volk.  uf  den  Einfluß  und  die  Macht.
über  welche  es  in  der  ganzen  Weit  verfügt.
Gerecht  und  dabei  jederzeit  neutral  in  allen
seinen  Handlungen  (?0,  darf  Amerika,  so  bald
der  geeignete  Augenblick  zur  Einleilung  von
Friedensverhandlungen  gelommen  sein  wird,  der
nachdrücklichten  Unterstützung  des  heiligen  Valers
  sicher  sein.  Ich  habe  dies  bereits  Ihren
Präsidenten  durch  seine  angesehensten  Freunde
wissen  lassen.“

IZu  der  Unterredung  des  amerikanischen  Journalisten
  v.  Wiegand  mit  Papst  Benedikt  XV.
bringt  der  „Berliner  Lokalanzeiger“  u.  a.  noch
folgende  Einzelheiten:  „Als  der  Papst  erfuhr,
daß  an  der  Front  in  Nordfrankreich  die  Toten
an  manchen  Stellen  so  dicht  liegen.  daß  sie
eine  wahre  Mauer  bilden  und  die  Luft  vergiften,
  ergriff  er  die  Initiative  und  fraf)te  bei
Deutschland  an,  ob  es  in  einen  zweilägigen
Wafsenstillstand  zur  Bestattung  der  Toten  in
Nordfrankreich  einwillige.  Daraufhin  sei  vom
Deutschen  Kaiser  am  Ostersonntag  eine  beipflichtende
  Antwort  eingetroffen,  die  erklärte,
man  möge  die  französischen  und  englischen  Befehlshaber
  durch  ihre  Regierungen  in  Paris
und  London  benachrichligen  lassen,  daß  sie  Parlamentäre
  in  das  deutsche  Hauptauartier  senden
  möchten,  um  Einzelheiten  festzusetzen,  besonders
  aber  die  Plätze  zu  bestimmen,  innerhalb
  deren  das  Feuergefecht  während  zweier
Tage  aufzuhören  habe.“

Die  Wiener  „Reichspost“  sagt:  Diese  Kundgebung
  ist  ein  historisches  Ereignis,  dessen  Bedentung
  wohl  mit  Dankbarkeit  vom  ganzen  zivilisierten
  Erdkreis  gewürdigt  wird.  Wenn  sich
die  Vereinigten  Staaten,  die  die  Machtmittel
besitzen,  dem  Friedenswillen  Nachdruck  zu  verleihen,
  mit  der  Macht  der  überstrahlenden  geistigen
  Autorität  des  Papstes  vereinigten,  so
würde  die  Friedensvermittlung  vorbereitet  werden,
  wie  sie  für  die  entscheidende  Stunde  nicht
glanzvoller  und  nicht  ersolgverheißender  gedacht
werden  kann.  (3.)

Rotterdam,  11.  April.  In  der  letzten
Sißung  des  Kongresses  der  unabhängigen  Arbeilerparlei
  in  Norwich  wurde  mit  allen  Stimmen
  eine  Enischließung  angenommen,  worin  die
englische  Regierung  aufgesordert  wird,  die  Bedingungen
  bekannt  zu  geben,  unter  denen  sie
bereit  sei,  über  den  Frieden  zu  verhandeln.  Bei
der  Erläuterung  dieser  Entschließung  sagte  Clifsord
  Allen:  Wofür  kämpsen  wir?  Um  Deutschland
  zu  zerschmetlern,  oder  um  einen  Frieden  zu

 

schaften  aber  alle  Rassen,  ein  Babel  von  Spra-Der

  #ene  Bankdirekter.

S###e#r#r  ren  Neizhot  Orten#.

3  Eudtrad  ec##)

Ver  Praturt  neigte  zum  gerhen  des  Ein.
ernündmisses  das  Haußt:  aber  es  war  gut  für
ihn,  daß  Rodewaldt  den  Blick  nicht  mehr  sehen
ko:  z:ntee  den  er  dem  Fortgebenden  nachschickte.

is  tief  in  die  Nacht  hinein  wuhlte  die
Besprechung  der  Vanldireltoren;  denn  bei  den
mannigian  widerstreitenden  Interessen  und  bei
der  Wich'igleit  der  Dinge,  die  hier  aus  dem
Spiele  standen,  war  es  nicht  leicht,  eine  Einigung
  zu  er  hielen.  Endlich  aber  haitme  man  sich
doch  dahin  versiindigt,  eine  sohr  entschieden  gehaltene
  gemeinsame  Protestnote  an  den  Prasidenten
  zu  richten  und  derselben  dadurch  einen
noch  großeren  Nachdruck  zu  geben.  daß  sämtliche
  ausla  ndische  Banken  ihre  Tätigkeit  zunachst
einstellten.  Eine  solche  Maßregel  ließ  sich  natür,
lich  nicht  langer  als  für  wenige  Tage  durchführen,
  aber  man  hoffte,  innerhalb  dieser  Zeit
eine  Rücknahme  der  Regierungsverfügung  zu
erreichen.

Es  war  lange  nach  Mitternacht,  als  Werner
in  sein  Hotel#mmer  zurückkehrte.  Wohl  war
er  zum  Tade  ermüdet,  aber  die  Aufregung
hinderte  ihn,  den  ersehnten  Schlummer  zu
finden.  Es  war  in  den  letzten  achtundvierzig
Stunden  so  vieles  auf  ihn  eingedrungen  —
eine  so  schwere  Last  der  Verantwortung  hatte  sich
auf  seine  Schullern  gewälzt,  und  in  so  ungewissem
  Dunkel  lag  die  nächste  Zukunft  vor  lom.
daß  es  wohl  begreiflich  war,  wenn  bange  Zweifel
sein  Herg  beschlichen,  ob  er  auch  überall  den
rechten  Den  sinden  würde,  und  wenn  er  trotz
leiner  körverlichen  Erschöpfung  Stunde  auf

 

erzielen,  der  keine  Ursache  zur  Rache  hinter=Stunde

  mit  pochenden  Schläsen  und  brennenden
  Augen  in  sorgenvollem  Grübeln  durchwachte.


14.  Kapitel.

„Wohin  Sennor?“

Mit  dieser  Srage  hörte  sich  Rodewaldt  angeredet,
  als  er  in  der  Morgenfrühe  auf  dem
Wege  zu  der  Zusammenkunft  mit  Conchita  aus
der  Calle  Rivadavia  in  die  Chacabuco  einbiegen
wollte,  und  zu  seiner  Ueberraschung  sah  er  sich
einem  vierzig  bis  fünfzig  Kopf  starten  Trupp
von  Bewaüneten  gogenüber,  die  sogleich  einen
Kreis  um  ihn  schlossen,  wie  wenn  sie  ihm
jeden  Weg  zur  Jloio  abschnelden  wollten.  Da
die  Leute  einen  sehr  wenig  vertrauenerweckenden
  Eindruck  machten,  und  da  er  selbst  vollständig
  wassenlos  war,  hielt  Werner  es  für  geraten,
  ihnen  statt  der  stolz  abweisenden  Antwort,
  die  sich  ihm  auf  die  Lippen  drängen
wollte,  freundlich  und  halb  scherzend  Auskunft
u  geber
31%  6  gehe  meinen  Siieschülten  nach,“  erwiderte
  er,  „und  ich  hoffe,  daß¼  niewand  etwas
dagegen  einzuwenden  uen

Aber  der  Mann,  der  ihn  *#  angeredet
halte  und  der  Anführer  des  Hausens  zu  sein
schien,  war  offenbar  nicht  geneigt,  sich  so  eicht
abfertigen  zu  lassen.  Mit  einer  gewissen  Feier-Hochten
  ertlarte  er:  „Jetzt  ist  nicht  Zeit,  Geschäften
  nach  zugehen.  50  Vaterland  ist  in
Gefahr,  und  Sie  werden  gleich  uns  zu  den
Waffen  areisen,  Seunor,  um  die  Freiheit  zu
retten.

immer  glaubte  Werner  die  Sache  von

der  lulihen  Seite  nehmen  zu  dürsen.  „Ihr  irrt
euch  in  meiner  Person,“  sagte  er  „ich  bin  ein
Fremder,  der  sich  erst  seit  einlgen  Wochen  in

daß  Amerila  baldie##t  zuhmusten  eines  Frieden

läßt?  Weiter  wurde  beschlossen,  sich  mit  den
Sozialisten  in  den  anderen,  auch  den  feindlichen
Ländern  sofort  in  Verbindung  zu  setzen.  (3.)

Wie  lange,  dauert  der  Krieg?

Genf,  11.  April.  Eine  belgische  Perfönlichkeit,
  welche  mit  der  französischen  und  der
englischen  Regierung  nahe  Beziehungen  unterthält,
  hat  dem  Berichterstatter  des  „Journal
de  Geneve“  in  Rom  erklärt:  Französische  und
englische  Kreise  seien  überzeugt,  daß  der  Krieg
im  Oltober  beendet  sein  werde.  Die  Kriegführenden
  hätten  nicht  den  Mut,  ihren  Truppen
und  ihrer  Vevölkerung.  einen  neuen  Winterseldzug
  aufzuerlegen.  Man  were  ieen  machen,
  selbst  wenn  der  Friede  den  Wünschen  der
Belgier  nicht  entspreche,  welche  mit  der  Zahlung
einer  grosten  Kriegsentschädigung  durch  Deutschland
  rechneien.  Es  hängt  von  dem  Erfolg  der
Offensire  der  Verbündeten  ab,  ob  eine  solche
Entschädigung  gefordert  werden  könne.  Der
Belgier  fährt  fort:  er  befürchte,  daß  Frankreich
  und  England,  um  den  Krieg  nicht  zu  verlängern,
  sich  mit  einem  relativen  Erfolg  benügen,

  die  Deutschen  aus  Frankreich  und  Belgien

  zu  vertreiben.  Vom  belgischen  Standpunkt

aus  könnte  man  mehr  wünschen!  (3.)
Wilson  und  der  Krieg.

London,  11.  April.  Dem  „Daily  Telegraf“
wird  aus  Neuyork  berichtet:  Präsident  Wilson
sprach  in  einer  Konferenz,  die  in  der  Methodistenlirche
  in  Maryland  stattfend,  über  den
Krieg.  Er  beschränkte  sich  auf  ganz  allgemein
gehaltene  Bemerkungen  und  sagte,  es  sei  seine
Ueberzeugung,  daß  niemand  weise  genug  sei,
um  schon  jetzt  über  den  europäischen  Krieg  ein
Urteil  auszusprechen.  Jedermann  könne  sich  aber
bereit  halten,  die  Wahrheit  über  diese  titanischen
Kämpfe  anzuhbren,  wenn  sie  offenbar  werde.
Es  sei,  als  ob  große,  blinde  materielle  Mächte
losgelassen  worden  seien,  die  lange  zurückgehalten
  worden  wären.  Aber  unter  ihnen  könne  man
den  Antrieb  starler  Ideale  sehen.  Ohne  diese
wäre  es  den  Menschen  unmöglich,  durchzumachen,
  was  jetzt  auf  den  Kriegsfeldern  Europas
durchgemacht  werde.  (ZJ.)  Wenn  Wilson  von
„blinden,  materiellen  Mächten“  spricht,  was
sind  dann  die  amerikanischen  Woffenlieferungen?

Brände  in  Petersburg.

Wien,  10.  April.  In  Petersburg  wurde
eine  Konferenz  zur  Beratung  über  Abwehrmaß.
nahmen  gegen  die  zunehmenden  Fabrilbrände
einberufen.  Man  erklärte,  es  sei  auffallend,  daß
sich  gerade  in  jenen  Fabriken  die  Brände  häuften,
  die  für  Kriegszwecke  arbeiten.  Der  Stadthauptmann
  schob  die  Schuld  für  die  Brände  auf
die  mangelhaften  Sicherheitsvorkehrungen.  (3.)

Heuschreckenplage  in  Aegypten.

London,  10.  April.  Die  „Morning-Post“
meldet  aus  Kairo:  In  Aegypten  herrscht  eine
Heuschreckenplage,  die  trotz  aller  Vorkehrungen
zunimmt.  Die  Baumwollernte  ist  in  Gefahr,
vernichtet  zu  werden.  Aus  Syrien  kommt  die
Nachricht,  daß  die  Heuschrecken  die  Täler  zwischen
  Jerusalem  und  El  Arisch  zerstörten  und
daß  die  Nomaden  der  Halbinsel  Sincei  nach
Aegypten  i  (  3)

3emB  wesinchen  ariegsschaubiah
Die  französischen  Offensivpläne.
(Henf,  12.  April.  In  einer  Besprechung  der
Kriegslage  zwischen  Pont-a-Mousson  und  St.
l  Mihiel  schreibt  General  Verthaut  im  „Tele-Buenos

  Aires  aufhält  und  durchaus  keine  Lust
hat,  sich  in  die  politischen  Streitigkeiten  des
Landes  einzumischen.  Ich  wünsche  euch  alles
Gute,  meine  Freuns  aber  ich  habe  wenig
Zeit  und  würde  euch  dankbar  sein,  wenn  ihr
mich  nicht  länger  auspalten  wollte

Der  Redner  von  vorbin  woene  mit  selner
Umgebung  einide  Wort.,  die  Werner  nicht  versiand,
  und  sein  vorhin  sehr  höflicher  Ton  halte
sich  in  einen  barschen  und  drohenden  verwandelt,
als  er  dem  jungen  Deutschen  sein  Gesicht  mieder

önkehrte.  „So  mag  ein  Feigling  und  ein  Verräter
  sprechen.  remd  oder  einheimisch  —  jeder
rechtschaffene  Mann  muß  auf  unserer  Selte

stehen,  und  man  brauch!t  nicht  in  diesem  Lande
geboren  .  “]  um  zu  wissen,  was  gut  und
was  schlecht  ist.  Keine  Umstände  also!  Wir

Sie  mögen  sich  von  ihm  ein  Gewehr  geben
lassen,  um  gleich  allen  necschaffenen  Republikanern
  für  die  Freiheit  zu  käm

rl  einpe  en  denen,  die  ihin'  am  nächsten
standen,  auf  eine  recht  bedenkliche  Weise  mit
ihren  Waffen  zu  hantieren  begannen,  kam
Werner  nach  kurzer  Ueberlegung  zu  dem  Schlußz,
daß  es  am  besten  sein  würde,  sich  Tcheinber
ihrem  Willen  zu  sügen;  denn  er  hoffte,  d
der  Capikano,  von
hatte,  vernünftig
reden  zu  lassen  Woch
wiederzugeben.

„Gut  denn,“  sagte  er,  „bringt  mich  zu  dem
Senkoor.  Capltano,  daß  ich  selbst  an-  ihm

88
r  Haufe  nahm  ihn  in  die  Mite,  und  es
guh  ann,  22—27  Eate  erner  ·  in
e  nten  Ge  ulegen  hatte.
n  der  Kreuzung  ber  Ar  r  unk

ßenn
augse  Bewegungsfreiheit

 

gnügen  würden,  es  werde  ihnen  vielleicht  gewerden

  h  zu  unserem  Capitano  führen,  und  6

gramme“  von  Boulogne:  „Wir  müssen  die  besten
  verfügbaren  Kräfte  ansetzen,  um  uns  von
dem  Dorn  zu  befreien,  der  sich  hier  in  unsere
Stellungen  einbohrt.  Es  ist  zweifellos  ein  gefährlicher
  Abschnitt,  denn  die  deutsche  Front

droht  hier  mit  einer  Umfassung  unserer  Streitkräfte.

  Mit  der  Besetzung  des  150  Einwohner
zählenden  Fleckens  Regnieville,  2½  Kilometer
von  Fey-en-Haye  entfernt,  ist  noch  nichts  geschehen.
  Wir  müssen  bei  Combres,  Moinville,
Essey  durchstoßen,  um  einerseits  Thiaucourt,  andererseits
  Vigneulles  zu  erreichen  und  die  Offensive

  in  Rschtung  Metz  einzuleiten.  Ob  diese  gewaltige

  Unternehmung  glücken  wird,  läßt  sich
nicht  sagen.  Den  Anfang  muß  man  aber  machen,
sonst  kommt  uns  der  Feind  mit  einer  Altacke
zuvor,  die  unseren  Flügel  in  eine  prekäre  Lage
bringen  könnte.  (3.)

Neue  deutsche  Geschosse?

Rotterdam,  11.  April.  Der  bekannte  „Augenzeuge“
  im  englischen  Hauptquartier  meldet:
Man  hat  ein  neues  Kampfmittel  der  Deutschen
entdeckt,  das  sie  im  Argonnerwald,  wo  die
Laufgräben  besonders  nahe  aneinondergerückt
sind,  anwenden.  Es  handelt  sich  um  ein  unter
starkem  Druck  aus  Stahlzylindern  gepreßtes
Oel  und  um  Erstidungsgase.  An  verschiedenen
Stellen  der  Front  werden  Vorbereitungen  getroffen,
  um  die  Truppen  der  Verbündeten  bei
weiterem  Vorgehen  mit  dem  neuen  Kampfmittel
  zu  empfangen.  (J.)  —  Solche  deutsche  Gechosse
  wären,  wenn  die  Meldung  des  „Augenzeugen“
  richtig  ist,  nur  die  gebührende  Antwort
auf  die  Verwendung  von  Stickgasen  bei  den
französischen  Granaten,  die  im  vorgestrigen  deutschen
  Tagesbericht  festgestellt  wurde.

Die  Nachmusterung  in  Frankreich.

Genf,  11.  April.  Nach  einer  Verordnung
des  französischen  Kriegsministers  werden  nunmehr
  die  zurückgestellten  und  felddienstuntanglichen
  Ersahreservisten  der  Jahrgänge  1914  und
1915  einer  neuen  Ausmusterung  unterworfen.
Die  Gesamtzahl  der  einer  neuen  Ausmusterung
zu  unterziehenden  Ersatzleute  beträgt  nach  dem
„Journal“  177000  Mann.  Im  Rriegsministerium
  gibt  man  sich  keiner  Illusion  hin  über
die  physische  Unzulänglichkeit  dieser  Mannschaften;
  denn  es  wurden  besondere  Bedingungen
  für  eine  diskrete  und  schonende  individuelle
Uniersuchung  der  letzten  Jahrgänge  bei  diesem
Ausmusterungsgeschäft  erlassen.  Der  Kriegsminister
  hat  auch  wohl  nur  deshalb  eine  allgemeine
  Ausmusterung  aller  Feiddienstuntaug.
lichen  angeordnet,  weil  das  Gesetz  über  die  ?
hebung  der  Rekruten  von  1917  ihn  derpbichten
zuerst  alle  Reserven  zu  erschöpfen,  bevor  die
Liste  des  Jahrgangs  1917  aufgestellt  wird.
(Z.)  —  Man  kann  sich  einen  Begriff  machen,
was  das  für  eine  „Armee“  werden  wird.

Gefälschte  französische
Feldpost-Briefe.
Rom,  11.  April.  Unter  der  Ueberschrift,
„Volk,  man  betrügt  dich!“  schreibt  „Cri  de
Paris“:  Die  in  Frankreichs  Presse  ständig  veröffentlichten
  rührenden  Soldatenbriefe  sind
meist  von  Anfang  bis  zu  Ende  gefälscht,  um
Stimmung  zu  machen.  Das  Blatt  erzählt,  daß
in  gewissen  Präselturen  diese  angeblichen  Soldatenbriese
  auf  Veranlassung  der  Behörden  fabriziert
  werden.  Ebenso  seien  viele  angeblichen
Photographien  und  Ansichtslarten  mit  Kriegsbildern
  Schwindel.  Auch  hierfür  erbringt  „Cri

de  Paris“  den  Nachweis.  (Z.)

Beihrand  siteß  man  auf  eine  großere  Anzaht
Bewaffneter,  die  mit  dem  Bau  einer  Barrikadebeschäftigt
  waren.  In  einem  etwas  komödienhaft
  aufgeputzten  Herrn  mit  mächtigem  Federhut,
  großem  Schleppsäbel  und  buntseidener

chärpe,  der  mit  weithin  schallender  Stimme
Befehle  eerteilte,  um  die  sich  übrigens  niemand
vlel  zu  kümmern  schlen,  haue  er  ohne  Zweifel
jenen  Capitano  zu  erblicken,  von  dessen  Entbeidung'“
  seln?  icksal  Köhönen  sollte,  und
er  zögerte  nicht,  htalal  ihn  zu  wenden,  indem
er  in  energischem  Don-  und  mit  gröherem  Nachdruck
  als  vorhin  seine  Eigenschaft  als  Fremder
betonte  und  dem  Verlangen  Ausdruck  gab,  unbehelligt
  seines  Weges  geben  zu  dürfen.

Aber  der  Vertetbiger  der  ergentinischen  Frelon

  zeigte  sich  durchaus  ulcht  willens,  der  guten

Sache  einen  so  statlllchen  ut  wie  es  der
junge  Deutsche  war,  entgehen  zu  lassen.  „Wie,
Sennor,“  2  er  pathetssch,  —*  hLobes  seii
Vochen  die  zh  dleses  herrlichen  Landes  geatmet,
  Sie  haben  das  Brot  gegessen,  das  auf
unleren  schönen  Fluren  wuchs,  und  Sie  wollten

feige  der  ersten  Gelegenheit  auswelchen,

Ihre  Schreoarlele  4  dle  genossene  Gastfreundschaft
  durch  die  Tat  zu  beweisen  7  Es  gllt,  der
Torannei  des  Präsidenten  ein  Ende  3  machen,
und  nur,  wer  zu  der  verruchten  Rotte  seiner
Anhänger  Hehor,  kann  sich  weigern,  selne  Hand
zu  dlesem  Feelungswert  zu  bieten.  Sind  Sie
aber  unser  Gegner,  so  dürfen  wir  Sle  um
unserer  ei  enenc  Sicherhelt  ilen  nicht  mehr
aus  den  7  den  lassen.  Sie  müssen  dos  begreisen,
  Sennor,  und  Sie  müssen  einsehen,  daß
ch  meine  Leute  nicht  verhindern  könnte,  Sie
niederzuschießen,  wenn  Sie  den  Versuch  abien
heimlich  von  hlier  zu  entweichen.  Wollen

 

den  Rat  eines  aufrichtlaen  Freundes  Volen  Sie

ummier  85

Die  en
WTB.  Haa#
soondent  des
nefse  gibl  die
##———#
amt.  Die  Li
.  Verwunde
ohne  die  ?#
fer  Truppen,
ie  gemeldet
fde  Armee  v
t,  701  vermi
faiten  17760
#amißt  und  1,

dee  ##

seitere  se#.

London,

dampser  „Cor
gonth  komme
ibr.  hatte  fl.
nZlischen  Dar
ei  dem  Leuc
parden  oder

aluce“  war  #
Eugskomitees
fon  53  Man
.  darunter  !
gann,  wahrsch
Fegelschiff  „
on  einem  à##
Eie  Besatzun
ber“  hatte

hue  Sonis“  in,
lrerseeboot
e##  Unterseel
e  mit  Kug,
plles  Holzwe
cmroot  seuer
rdoch  zu  trei
ie  Barke  in
onute  gere!
kientlicht  d
Spider“,  de
Enne  getriel

Diee

London,
selossen  worne
  zu  mo
Kriegomuniti
gzerleinde  vor
beiner  zu  dies
Eine  de
Koln,  1
ai:  Das  9
ten  unter  de

loreirigten
in-  r-Frilas

  be#
*  die  Abi

 

⁊  *1  tihland
(Teine  der?

ir  beteilige
eßen  Wer
rrniell  Sie  %
we  den  Sie

Ta:  erlebt
Obwohl

n  nteit  gesas
n  zweisei
O  eine  seh
Er  blich

jeden  rialls  ir
e;  Insurg
uen  ver
EILI
der  ja  für
läler  war,  i
nach  zusende
Außerd
Zuichnitt  de
utonen  w
allen  tragi
derhand  ge
nur  um  del
mare  es  11
Verweigern
sein  Leben
er  lief
ein  Gewehn
baudigte.
nuch  die  an
nark  verm
Voilendung
Schanze,  d
ungestürzte

 

Kisten,  Fäl.