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den Kirche gleichsam auf ewig vollendet. Sie hatten nun ihre
eigene ganz fuͤr sich bestehende Hierarchie. Sie breiteten sich,
nachdem diese ganz eingerichter war, in Syprien, Mesopotamien,
Armenien, Aegypten, Nubien und Abyssinien immer
mehr aus. Ihrer wurden im Orient so viele, daß der Patriarch
von Antiochien nicht mehr alle regieren konnte, es entstand
deswegen in folgenden Zeiten an den Gränzen von Armenien
ein eigener Primas zu Tagrit. Auch die Araber, als
sie im siebten Jahrhundert alle erstgenannte Provinzen überschwemmten,
waren einer solchen Christenpartie sehr günstig,
welche durch ihr eigenes Religionsinteresse von den Christen
des Byzantinischen Reichs getreunt wurde.
So hatte sich also die Chriltliche Kirche am Ende des
sechsten Jahrhunderts in drei große Haufen getheilt, deren
Unterscheidungszeichen anfangs theils auf Mißverständniß, theils
auf verschiedenem theologischem Sprachgebrauch beruhte. Nachdem
jeder dieser Haufen ein Paar Jahrhunderte lang seine eigene
Schicksale erlitten, seinen eigenen Weg der Bildung gegangen
war, so sahen sie sich freilich unter einander so unähnlich,
daß man kaum noch ehemalige Brüder an ihnen wahrnehmen
zu koͤnnen glaubte.
S. %
Folgen dieser Controversien für die ganze Theologie.
Bei allen diesen theologischen Controversien, welche nun
seit dem Jahr 431 bis zu Ende des sechsten Jahrhunderts mit
so vielem stets neu aufflammendem Eifer geführt wurden, war
nur das wenigste, daß dadurch einige neue Bestimmungen in
die Dogmatik kamen: aber die Art, wie gestritten worden war,
gab der ganzen theologischen Denkungsart dieses Zeitalters eine
besondere Richtung, und brachte gewisse theologische Moden
auf, welche leider nicht die Wandelbarkeit der Moden hatten,