270 Einleitung.
Karolinger Zeit enthielt, die wahrscheinlich die Unterlage für den
grösseren Teil des C. E. bildeten, dessen Schreiber nur die Güter und
Einkünfte aus den Urkunden auszog.
Die Bibliothek, beziehungsweise das Archiv des Klosters muss
unter den Ereignissen an der Wende des Jahrhunderts, als die geistlichen
Herrschaften säkularisiert wurden, schwer gelitten haben. Das
Kloster selbst war 1524 in eine Propstei verwandelt und 1546 von
Paul 1II. dauernd mit dem Bistum Speier verbunden worden. Schon
der vorletzte Propst und Fürstbischof von Speier, Aug. Phil. Karl
v. Limburg-Styrum, hatte sich in den Kriegswirren nach Freising,
dann nach Passau geflüchtet und starb zu Freudenhain bei Passau
(26. Febr. 1797)'Y). Wahrscheinlich wurden damals auch die Bibliothek
und das Archiv von Weissenburg nach Bayern verbracht und
nach verschiedenen Orten verschleppt. Im Jahr 1814 fand E. Cottu
die vier obengenannten Handschriften bei einem Antiquar in Augsburg”).
Von Cottas Sohn erwarb sie der historische Verein der Pfalz
in Speier 1841.
3. Diewissenschaftliche Verwertung der Handschriften.
Das Traditionenbuch und den C. E. gab 1842 Joh. Kasp. Zeuss
mit einigen Stücken aus dem Lehenbuch und Privilegienbuch und
alten Urkunden des Klosters aus andern Quellen heraus?). Neben
dem zuverlässigen Text, der trefflichen Einleitung und gutem Ortsund
Personenregister vermisst der Leser ungern den ganzen Text des
C. E., das Lehen- und Privilegienbuch, das Sachregister und jede
Erläuterung in geschichtlicher, topographischer und textkritischer Hinsicht.
Das chronologische Urkundenverzeichnis 5. 340— 353 ist neuer
Durchsicht bedürftig.
Einer der ersten Forscher, die den C. E. für die Spezialgeschichte
verwerteten, war Chr. Fr. Stälin*), der freilich noch nicht das gedruckte
Werk, sondern nur Mitteilungen von Zeuss benützen konnte,
80 dass seine Angaben mannigfach lückenhaft sind. Einige Ergünzung
bot das „Königreich Württemberg“°).
Inzwischen sind die Weissenburger Quellen in vielfacher Weise
für die Aufhellung der deutschen wie der Provinzialgeschichte in
‚Anspruch genommen worden, so besonders für die elsässische Ge-')
Rheinwald, L’abbaye e la ville de Wissembourg (Weissenburg 1863),
8. 309. — °) Z. II. — °) 8. 263 Anm. 1.— *) Wirtemb. Geschichte 1, 0018.
—ı) 9. 233, Anm. 1.