Contents : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

175  Rundbild  —  Rundteil.

drucken,  zugestehen,  abschlagen  u.  s.  w.;  eine  runde
erklärung,  abfertigung,  zusage;  eine  runde  antwort,
responsum  aberéum  Stieler;  da  ich  so  rund  mit
deiner  eigenliebe  zu  werke  gehe  Lessing  Bries  1769;
habe  ich  ihnen  rund  genug  erklärt  Hauss  11,  13;
rund  abgeschlagen!  Heyse  5,  271;  verzeihe  mir  die
runde  frage:  was  willst  du  hier?  Freytag  Soll  2,  157;
in  Verbindung  mit  heraus:  2und  heraus  gehen  im
reden,  rund  heraus  sagen  Frisch;  er  sagie  den  gegnern

rund  heraus,  sie  seien  nicht  katholiken  Treitschke

4,  718;  vgl.  auch  rundweg;  rund  nicht,  durchaus  nicht:
ich  aber  wolte  es  rund  nicht  gestatten  Simpl.  1,  112;
sormelbaft  mit  andern  Adjectiven  verbunden:  Thomas
bewäürt  gut  rund,  dasz  ..  Fischart  Bienk.  89;  war
..  in  reden  kurz  und  rand  Wieland  Aur.  u.  Cefalus
533;  eine  runde  und  feste  erklarung  Schiller  d,  59;
euch  zu  erklärcn  rund  und  uett  Wallenst.  Tod  2,  5.
2)  als  Subst.  —  runder  Gegenstand;  selten  als  Masc.:
tritt  ein  in  unsern  vertraulichen  rund  Geibel  1,  50;
gewöhnlich  als  Neutr.:  auf  dieser  wangen  rund  Königsb.
Dichterkr.  1922;  das  geile  rund  (die  Brusi)  Logau
1,  94,  95;  sorgsam  brachte  die  mutter  des  klaren  herrlichen
  weines  in  geschliffener  flasche  auf  blankem
zinnernem  runde  (Teller)  Goethe  Herm.  u.  Dor.  1;
bier  sitzt  nun  alles,  herr  und  hof  im  runde  Faust  1I,  1;
gern  von  der  Erde:  disz  grosze  rund  Stieler,  das
rund  der  welt,  orbis  terrarum  Frisch;  das  ganze
weite  rundt  ist  deiner  güte  voll  Opitz  3,  175;  wozu
die  götter  wohl  diesz  schöne  rund  gezimmert  Wieland
  Perr.  1,  129;  dieses  unendliche  rund  Schiller
2,  319;  der  erde  bluhndes  rund  Rückert  Liebesfr.
1,  9.  —  Zusammensetzungen:  Rundbild,  u.  neuere  Verdentschung
  von  Panorama  (noch  nicht  bei  Campe).  —
Rundbogen,  m.  Bogen  einer  Thür  oder  eines  Fensters
der  rund  schließt,  im  Gegensatz  zum  Spitzbogen.  —
Rundeisen,  u.  Stabeisen  in  runder  Form:  bei  Zinngießern
  vorn  abgerundetes  Dreheisen.  —  Rundfahrt,  (.
Fahrt  im  Kreise,  in  die  Runde,  mit  dem  Ausgangspunkte
  als  Ende.  —  Rundfenster,  n.  Feuster  von  runder
Form:  über  dem  altare  ist  ein  rundfenster  mit  dem
auge  gottes  Rosegger  Waldschulm.  185.  —  Rundgang,
  m.  Gang  in  die  Runde,  im  Kreise:  cinen  rundgang
  um  den  wall  machen;  als  Sitte  in  höfischen
Gesellschaften:  der  general.  der  unterdesscn  seinen  rundgang
  brendet  hatte  Wilbdeubruch  Nor.  11;  als
Bauwerk:  ein  rundgang  um  eine  kapelle.  —  Rundgemälde,
  n.  Rundbild.  —  Rundgesang,  m.  Gesang  in
einer  gesellschaftlichen  Runde;  Gesang  den  in  einer  Gescllschaft
  jeder  der  Reihe  nach  anstimmen  muß.  —  Rundhobel,
  m.  bei  Tischlern  Hobel  in  besonderem  rundem
Gehäuse.  —  Rundholz,  n.  Holz  von  runder  Form,  besonders
  das  nicht  gespaltene  Brennholz  von  Baumästen;
  auf  den  Schiffen  jedes  walzenförmige  Holz.  —
Mundlauf,  m.  Lauf  in  die  Runde,  im  Kreise;  bei  Turnern
Gerät,  an  dem  ein  solcher  Lauf  volljührt  wird.  —
Rundreim,  m.  Verdeutschung  von  frauz.  re“ra  sinat
den  rundreim  krästig  mit  Goethe  Faust  I.  —  Nundreise,
  L.  Reise  in  die  Runde,  vgl.  rundfahrt;  rundreise
um  die  erde;  zur  schlesischen  rundreise  Moltke
6,  288;  jetzt  als  besondere  Art  einer  Reise  zu  Eisenbabn.
  —  Nundsäge,  t.  Säge  zum  Ausschneiden  geschweifter
  Gegenstände.  —  Rundschreiben,  n.  Schreiken,
das  innerhalb  eines  bestimmten  Kreises  die  Runde  macht.
—  Rundschrift,  k.  besondere  Art  Schreibschrift  mit  runden
Formen.  —  Rundstück,  n.  Stück  von  runder  Form;
auch  kleines  rundes  Gebäckstück.  —  Nundtanz,  m.  Tanz,
bei  dem  man  sich  im  Kreise  dreht:  da  sic  keine  freundin
von  rundtänzen  war  Wildenbruch  Nov.  10.  —  Rundteil,
  n.  Rundwerk,  Nundplatz,  Umdeutschung  des  franz.

rondellc,  was  sonst  in  älterer  Spr.  als  rundel  orbes

Dies.,  rundell,  rondel,  cxger,  tumulus  rolundus

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des  cekes  Goethe  43,  111)  Aufnahme  gefunden  hat.  —
Rundtrunk,  m.  Trunk  wobei  der  Becher  in  der  Runde
kreist,  haustus  circularis  Stieler;  der  rundtrunk
musz  der  stimmen  bund  belcben  Hagedorn  Od.  5,  4.
—  rundum,  Zusammenrückung  von  rund  und  um  (vgl.
rund  1),  betont  ründum  und  rundüm:  dein  licd  erklingt
  rundum  Uhland  374;  die  leute  in  der  rundum
von  eisenbahn  umgebenen  mitte  Bismarck  Red.  9,  41;
wenn  wir  die  verhältnisse  rundum  in  Europa  vergleichen
  13,  103.  —  rundweg,  offen  heraus  (vgl.  glattweg
  unter  glatt,  und  rund  1):  etwas  rundweg  abschlagen
(Körner  Vetter  aus  Bremen  7),  verweigern  (Keller
Sinnged.  161),  ablehnen  (Treitschke  1,  629),  erklären
(2,  309),  bitten  (331).

Runda,  n.  besondere  Gattung  von  Liedern,  in
Studentenkreisen  gesungen  und  gespielt,  aus  franz.
rondeau  übernommen:  die  dicses  runda  mitgesungen
Günther  916;  auch  runda  spielen,  blasen;  auf  der
geige  greilen  (ebd.);  daber  singt  runda  Goethe  Faust  1;
landschaftlich  noch  erhalten.  —  Runde,  f.  1)  Eigenschaft
des  Runden,  runder  Gegenstand;  mbd.  runde  (nur  in
tavelrunde  als  Bezeichnung  des  Kreises  des  Königs
Artus),  später  auch  umgelautet  runde,  eine  Form  die
sich  lange  gehalten  hat:  runde  Stieler,  runde  und
runde  Steinbach,  runde  Adelung;  nach  den  rerschiedenen
  Bed.  des  Adjectivs:  wacbsen  vwie  ein  rub
inn  dic  runde  Garg.  71;  die  ründe  der  kugel  Gocthe
53,  202;  auf  der  dufgequollnen  runde  der  suszen  beer
Brockes  1,  230;  runde  und  weisze  eines  urmes,  busens,
ciner  band;  Kreis  und  Kreisförmiges:  in  die  runde,
cireufatn,  das  wagenrad  gehet  in  der  rüunde  fort,
rota  currus  in  girum  ereumierllur,  der  flusz  geht
die  ründe  um  die  stadt  herüm,  slumen,  ut  cireino
eireumduetum,  oppidum  eingit  Stieler;  in  der  ründ'
um  ihrem  (der  Blume)  sticle  Brockes  v,  132;  in  der
runde  sitzen,  kreisen;  damen  besetzten  das  grosze
sopha  und  die  stuble  der  runde  Freytag  Soll  2,  395;
von  der  Erde:  Columb  .  umschift  der  erden  runde
Haller  18;  runde,  wie  Umkreis:  2wei  meilen  in  der
ruode;  übertragen:  ibnen  (Untersuchungen)  die  ründe
und  politur  zu  geben  Lessing  11,  540;  so  vielerlei
man  auch  rege  macht.  kommt  doch  wenig  zur  runde
und  reife  Goethe  an  Schiller  1795.  2)  runde,  Rundgang,
  zunächst  soldatischer  Wachen,  und  solche  Personen
selbst,  dem  franz.  ronde  entlehnt,  in  letzterer  Form  auch
deutsch:  runde,  ronde.,  eireitores,  eireuitores  Stieler;
gewöhnlicher  runde.  Plur.  runden:  weder  ..  runden
gehen  noch  schildwacht  stehen  Simpl.  1,  389;  die  ganze
nacht  hallte  der  schritt  der  runden  durch  die  gassen
Heyse  5,  279;  in  freierer  Anwendung,  besonders  in  der
Verbindung  qdie  runde  machen:  (ich  will)  die  runde
durch  Genun  machen  Schiller  Fiesko  3,6;  (der  Vater)
der  selbst  vor  schlasengebn  die  runde  hält  Grillparzer
  7,  56.  —  Rundel,  n.,  s.  rundteil.  —  runden,
1)  rund  machen,  späte  Bildung  zu  rund,  auch  mit  Um-Rundtrunk

  —  runden.

Taut,  der  erst  in  der  jetzigen  Spr.  wieder  verschwunden

ist:  runden,  rundiren,  eireinzare  Schottel;  im
17.  Ih.  auch  ronden:  gott  hat  die  sonne  gerondet
Stieler;  tranf.  und  refl.:  etwas.  sich  runden;  da  der
schone  säugcnd  huanfen  ründet  seine  flache  brust  Spee
Trutzu.  240,  10;  wenn  bber  wir  der  bimmel  rein
sich  ründet  Goethe  Div.  »,  51;  warum  die  lippe
schwellend  sich  ger##u#del  Tieck  Oet.  333;  bildlich,  übertragen:
  der  krunz  des  dascins  miusz  sich  bluhend  runden
Nückert  Liebesfr.  1,  10;  jeder  höret  gern  den  schall
an,  der  zum  ton  tich  rundet  Goethe  Div.  1,  14;  eine
periode  zu  rüunden  Wieland  Per.  Prot.,  Einleitung;
es  soll  sich  sein  gedicht  zum  ganzen  runden  Goethe
Tasso  1,  2;  die  sprache  zu  ergründen,  zu  regeln  und
zu  ründen  Uhland  75;  so  schn  die  zvei  das  erste
juhr  sich  runden  Hcyse  3,  29;  vgl.  auch  abrunden;

Stieler,  neuer  als  rondel  und  rundel  (das  runde!  Part.  der  Vergangenheit  adjectivisch:  hinten  gerundet