Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Kumisek  48

AA

HPamstuüg,  22.  Kebruat  1977

 

gen  geräumt  hatie.  Die  Hauptmacht  fand  keinen
  Widerstand.  Frühmorgens  zog  Kapitän
Demeillon  mit  einer  Anzahl  von  Aufklärern
aus,  um  bas  Gelände  zu  erkunden.  Sie  sahen
gegen  9  Uhr  einen  deutschen  Zug  aus  Aus  kommen,
  der  von  50  Reitern  gedeckt  war,  vermutlich
um  die  Eisenbahn  mit  Dynamit  zu  zerstören.
Soldaten  Demeillons  gaben  Feuer  auf  1800
Vards  und  töteten  (7°)  5  Mann.  Die  Truppen
Demeillons  rückten  gegen  den  Feind  vor,  der
sich  zurückkog  (?).  Bei  diesen  Operationen
wurde  die  Abteilung  Demeillons  plötzlich  aus
70  Vards  Abstand  beschossen,  wobei  Demeillon
und  1  Soldat  verwundet  umurden.  Demeillon
nahm  eine  neue  Stellung  ein,  von  der  aus
er  das  Feuer  erwidern  lonnte.  Bei  ciner  zueisten
  Salve  wurde  Demeillon  wieder  getroffen.
Darauf  zogen  sich  die  Mufklärer  zurück.  Sie
ließen  die  beiden  Verwundeten  in  den  Händen
des  Feindes  zurück,  der  sich  etwa  5  Meilen
westlich  von  Aus  besand.  (Z.)  —  Wenn  die
Engländer  schon  soviel  zugeben,  wird  die
Schlappe  für  sie  jedenfalls  noch  wesentlich  gröwer
  sein.
·

Bon  den  Österr.  Kriegsschauplätzen.

1000  Russen  von  den  Oesterreichern

gefangen.
WTB.  Wien,  25.  Febr.  Amtlich  wird  berid,tet:
  In  Russisch-Polen  keine  Veränderung.

An  der  westgalizischen  Front  brachte  der  Vorsloß
  einer  Gesechtstruppe,  die  den  Russen  östlich
Orobom  mehrere  Stützpunkte  entriß,  560  Gefangene
  und  sechs  Maschinengewehre  ein.  In
den  Karpathen  ist  wiederum  starker  Schneefall
eingetreten,  der  die  Kampftätigkeit  beeinflußt.
Die  allgemeine  Sitnation  hat  sich  nickt  geändert.
Der  Angriff  unserer  Truppen  in  den  Gefechten
südlich  des  Dujestr  schreitet  mit  Erfolg  vorwärts.
  In  den  Kämpfen  am  21.  Februar  und
am  22.  Februar  wurden  zehn  Offzziere  und
3338  Mann  gefangen  genommen.  In  der  Bulowina
  herrscht  Rube.

Jolen.

Die  Brotteuerung  in  Italien.

Rom,  25.  Febr.  Aus  Rom  wird  gemeldet:
In  Neapel  erklärten  die  organisierten  Arbeiter
nach  zweitägiger  intensiver  Arbeit  den  Generalstreik
  infolge  Brotverteuerung.  Sie  verlangen
Herabsetzung  des  Brotpreises,  der  auf  50  Centesimi
  gestiegen  ist,  auf  35  Centesimi.  8000
Personen  durchzogen  die  Straßen  und  hielten
die  Straßenbahnen  an.  Mittags  zogen  sie  vor
das  Munizipium  und  vor  die  Präfekturen,  um
den  Behörden  ihre  Wunsche  darzulegen.  Der
Bürgermeister  hbielt  vom  Balkon  eine  Ansprache,
in  der  er  versprach,  städtische  Bädereien  einzurichten
  und  mit  der  Regierung  Maßregeln  zur
lerringerung  der  Brotpreise  verabreden  zu  woloa
  Ein  großer  Teil  der  Gamnison  ist  in  den
Kasernen  versammelt.  (3.)

□#  .  □—
De##  Türiei  im  Welltries.
Neue  Kampschiffe  zur  Forcierung
der  Dardanellen.

Wien,  25.  „Febr.  Der  Athener  Korrespondent
  der  „N.  Fr.  Pr."  erfährt  aus  Tenedos,
daß  vor  den  Dardanellen  zwei  neue  französische
Kreuzer,  5  englische  Unterseeboote,  14  große
Kohlendampfer  und  ein  Lazarettschiff  eintrafen.
Fünf  Transportdampfer  mit  Landungstruppen
nerden  erwartet.  (3.)  Von  anderer  Seite
liegt  eine  Bestätigung  dieser  Meldung  bisher
nicht  vor.

Die  türkischen  Erfolge
in  Transkaulasien.

Aonstantinodel,  25.  Febr.  Die  Kämpfe,
die  nördlich  von  Artwin  seit  einigen  Tagen
ausgesochten  werden,  endigten  mit  einem  vollen
  Erfolg  der  türkischen  Truppen.  Die  Russen
erlitten  schwere  Verluste  und  ergriffen  die  Flucht.
Die  russischen  Offiziere  mußten  zur  Anwendung
ron  Gewalt  schreiten,  um  die  Flüchtigen  zurückzuhalten,
  was  beweist,  wie  tief  die  Moral  der
kussischen  Truppen  gesunken  ist.

Portugal.

Das  neutrale  Portugal.
Genf,  26.  Febr.  Wie  „Herald“  aus  Lissabon
  meldet,  hob  der  Präsident  den  Kriegszustand
  in  der  Kolonie  Angola  auf.  Die  Entlassungen
  der  eingezogenen  Reservejahrgänge  dauenn
  fort.  (3.)

i

—

9  —
#i#e  be#wersschen  Verinseusten.
Berlustliste  Nr.  150

2.  Inf.-Reg.  München:  Inf.  Alfons  Mcier
aus  Kirchdorf,  infolge  Ungläcksfalles  schwet  vrrletzt;
  Inf.  Georg  Fichter  aus  Ahling,  leicht
wernude.

6.  Inf.-Reg.  Metz:  Inf.  Johann  Kno“  aus
Degerndorf,  schwer  vermundet;  Res.  Petrus
Kropf  aus  Tittmoning,  vermißt:  Res.  Matthias

ayer  aus  Mühldorf,  verwundet,  wieder  bei
der  Truppe:  Inf.  Jeh.  Stegmaier  aus  Langenmoosen,
  schwer  verwundet.

5.  Zuf.  Reg.  Neuburg  a.  D.:  Nes.  Joh.
Zirubauer  aus  Unternenkirchen,  gefallen.

Res.-Inf.  Reg.  Nr.  Juf.  Max  Hirc’'t#e#ter
aus  Kirchdors,  leicht  olnende.  Inf.  On  zimh
Schägger  aus  Palll,  sch  wer  vermundet:  MRes.

Josef  Hallweger  aus  Ruhnoiding,  schwer  ver
u.undet:  Res.  (Gcorg  Eschlbeck  aus  Ried,  leicht
verwundet.

Pionier-Reg.:  Unleroff.  T.
Traunstein,  leicht  verwundet.

Nef.-Inf.  Mun.-NRolonne  Nr.  1:
Biehler  aus  Irschenberg,  gefallen.

Verlustliste  Nr.  157.

1.  Juf.-Reg.  München:  Ins.  Mar  Welimeier

aus  Perlach,  schwer  veruundet,  gestorben  am
9.  Februar  1915.

3.  Inf.-Reg.  Augsburg:  Wehrmann  L
nauer  aus  Peiting,  leicht  verwundet.

Res.-Inf.-Reg.  Nr.  2:  Leutn.  d.  N.  16.  Juf-Neg.
  Johann  Kaindl  aus  Grassau,  gefallen;

Inf.  Jext  Schausbreitner  aus  Prien,  leicht
verwundet

Res.  Zuf.  Reg.  Nr.  3:  Jul  Johann  Winter
aus  Tattenhausen,  verwundet

Landsturm-Inf.--Bat.  Ludwigshafen  a.  Rh.:
Wehrmann  Michael  Steinleitner  aus  Hundsböd,
infolge  Unglücksfalles  geslorben.

Pionier-Bat.  München:  Pionier  Georg
eili  aus  Winhöring,  leicht  verwundet.

2.  Landwehr-Pionier-Komp.  3.  A.-K.:  Unteroffizier
  d.  L.  Florian  Meyl  aus  Altenbeuern,
leicht  verwundet.

Etappen-Mun.-Kol.  Nr.  1  (Et.-Insp.  6):
Ers.-Res.  Mar  Wal.  Rittinger  aus  Entraching,
leicht  verwundet.

Grenzlande.

Kufstein,  25.  Febr.  Zwei  Kinderleichen  kamen
  am  Montag  hier  an.  Es  waren  ein  3jähr.
Mädchen  und  ein  Jjähriger  Knabe,  die  einzigen
Kinder  ihrer  Eltern,  die  vor  einigen  Jahren
nach  Frankreich  übersiedelt  waren.  Wie  die
Mutter  der  Kinder,  eiwe  gebürtige  Kuffteinerin
  erzählte,  wurde  die  Familie  bei  Ausbruch
  des  Krieges  in  ein  Zivilgefangenenlager
gestech  und  dort  so  elendig  behanoelt,  daß  die
beiden  Kleinen  am  11.  August  infolge  Erscköpfung
  starben.  Nach  der  endlichen  Freilassung
  der  bedauernswerten  Eltern,  die  Ichredliche
Leiden  und  Entbehrungen  seitens  der  Franzosen
zu  erdulden  hatten.  veranlaßten  sie  die  Ueberführung

  der  beiden  Leichen  in  die  Heimatstadt
  Kufstein.  Die  Ueberführung  nahm  sechs
Wochen  in  Anspruch.

Soverliches  Oaerlous

Raubling,  26.  Febr.  Wie  wir  erfahren,
wird  ab  1.  März  die  Hilfslehrerin  Frl.  Kirchmair
  von  Kirchdorf  a.  J.  nach  Bayersoien  versetzt.
  Die  Kinder  verlieren  an  ihr  eine  tüchtige,
  allgemein  sehr  beliebte  Lehrerin.  Dem
Schulsprengel  Bayersoien  kann  zu  dieser  Kraft
nur  gratuliert  werden.

Hasserburg,  25.  Febr.  Einer  der  Senioren
der  Erzdiöse  München,  der  frühere  langjahrige
Dekan  des  Landkapitels  Wasserburg  und  dartige
  Stadtpfarrer,  Geistl.  Rat  Jos.  Lechner,
päpstl.  Geheimkämmerer,  feiert  am  1.  März
seinen  80.  Geburtstag;  1858  zum  Priester  geweiht,
  amtierte  er  von  1861  bis  1905  in  Wasserburg.
  Der  beliebte  Jubelpriester  ist  ein  Bruder
  des  verstorbenen  Münchener  Domprop-=stes
  Dr.  Alois  von  Lechner  und  des  verstorbenen
  Freisinger  Stadtpfaxrers  Pank  Lechner.

Bernau,  25.  Febr.  Ein  wohlhabender  Bauer
schlachtete  vor  einigen  Tagen  ein  Schwein.
glaubte,  es  über  Nacht  im  Waschhaufe  gut  aufbewahrt.
  Am  nächsten  Morgen  war  jedoch  eine
Hälfte  des  Schweines  verschwunden.  Der  Fleischdieb
  ist  noch  unbekannt.

Traunstein,  25.  Febr.  Eine  Reihe  hiesiger
Kaufleute  hat  die  Sonntags-Verkaufzzeit  frei.
willig  wieder  eingeschränkt.  Sie  geben  bekannt,
daß  sie  ihre  Geschäfte  in  der  Zeit  von  7—8  Uhr
morgens  an  Sonn=  und  Feiertagen  geschlossen
halten.  Dagegen  bleibt  die  Verkaufszeit  von
1210—3  Uhr  bestehen.

Kommunales.

Sitzung  des  Nellssiunne  der  Gemeinde-Bevollmächtigten
  in  Rosenheim.
am  Mittwoch,  den  24.  Februar,
vormittags  1½9  Uhr.

Die  Entsfernung  von  Bäumen.
Aus  der  Debatte,  welche  der  einstimmigen
Annahme  des  Antrages  Scheuen-Ruedorffer
über  die  Entfernung  von  Bäumen  an  der
Mangfall  in  der  Sitzung  des  Kollegiums  der
Gemeindebevollmächtigten  vom  24.  Februar

Steininger  aus

Gejr.  Joh.

.Bren- 



 

 

 

voranging,  sei  noch  folgendes  nachgetragen.

Nach  dem  Bericht  des  Vorsihenden  ũber  die
Altenlage  meinte  GB.  Schmidt,  daß  diese  Fragen
  da-,  Kollegium  schon  oft  beschäftigt  hätten.
  Turch  die  Entfernung  ron  Bäumen  habe
dich  der  Stadtgärinet  mit  nock  anderen  Herren
auf  lange  zeit  für  Rosenheim  ein  kmal  gesert.
  Redner  lommt  auf  die  verschiedenen  Beschiusse
  der  fläct.  Kollegien  seit  dem  6.  März
1812  in  dieser  Frage  zu  sprechen,  aus  welchen
sich  das  -usftimmungsrecht  der  Gemeindebevoll
machtigten  ergebe.  Trotz  der  bestehenden  Beschlüsse
  sei  jetzt  draußen  an  der  Mangfall  ab
gehol#t  oben.  Man  muüsse  überrascht  sein
über  34%  Bild,  das  sich  da  draußen  biete.
„Dae  in  ein  Standal,  das  ist  der  reinfte  Vandaliomus,
  nUenn  1:  200  Bäume  einfach  um
geichnitien  uerden  Er  könne  nickt  verftehen,
emn  ein  Verurllunagrat  sagen  könne,  die  Bäume
seien  morsch  gen  iien.  Ebtenso  unbegreiflich  sei
ihm,  wie  der  Sladegartner  in  Schun  genom.
men  werden  könne.  Die  paar  Bäume,  die  jetzt
noch  slehen,  seien  l  zugeschnitien  wie  die  Bäume
bei  Etlenhul  er.  Verlangt  müsie  werden,  daß
der  Stadigariner  deu  er#onungsmäßigen  Standpunkt
  einnehme.  Er  glaube  aber,  den  Kollegien
  auf  der  Nase  herumtanzen  zu  dürfen,
mie  es  ihm  beliebe.

(06B.  Bauer  findet  es  ebenfalls  unbegreiflich,
wie  man  mit  den  Beschlüssen  des  Kollegiums
umgehe.  Man  solle  doch  froh  sein,  ein  kleines
Gehölz  in  der  Näde  der  Stadt  zu  haben.  Da
draußen  wäre  jetzt  eine  Blösße  geworden.  daß
es  so  nicht  weilergehen  könne.  Heute  sei  schon
bald  nichts  mehr  da.  §  Herr  Schmidt  gesagt
  habe,  sei  in  gewisser  Hinsicht  richtig.  Er
könne  sich  ihm  vollitändig  anschließen.

Der  Vorsiyende  macht  auf  die  weileren  Gegenstände
  der  Tagesordnung  aufmerksam  mit
der  Bitte,  die  Debatte  nicht  allzu  lang  zu  gestalten.


GB.  Scheuer  erblickt  in  der  Frage  immerhin
  einen  Gegenst  and,  der  uns  ernst  beschäfligen
  müsse.  Es  sei  auch  heute  wieder  ein  neuer
Tert  für  ein  altes  Lied.  Der  Stadtgärtner
kümmere  sich  um  keinen  Beschluß  der  Kokleglener
  gehe  mit  einer  geradezu  unerhörten  Eigenmächtigleit
  vor,  die  verurteilt  werden  musse.
Einmal  glaube  er.  dem  Kollegium  auf  der
Nate  herumtanzen  zu  dürfen,  tros  der  allgemeinen
  Unzufriedenheit  mit  seiner  Geschäftsführung.
  Es  sei  ganz  zreisellos,  daß  ganz  gesunde
  Bäume  umgeschnitten  worden  seien.  Unbegreiflich
  sei  es,  wie  der  Verwaltungsrat  sagen
lönne,  die  Bäume  hätten  umgehauen  werden
müssen.  Der  Stadtgärtner  sei  vorgegangen  unter
Außerachtlassung  jeglicher  Rücklichtnahme  auf
keide  Vorgeietzten  und  das  Kollegium.  Dann

hre  der  Stadtgärtner  auch  jeden  Sinnes
fer  die  Natur,  sonst  könnte  er  sich  solchen  Vandalismus
  nicht  zuschulden  kommen  lassen.  Die
Bäume  rechts  der  Mangfall  seien  jent  genau
so  zerstört  wie  abrärte  der  Mungfall.  Es
müsse  unter  diesen  Umständen  befürchtet  werden,
daß  noch  alles  abgeholm  weroe.  Redner  gebe
keinen  Pfennig  dafür,  wenn  in  den  städtischen
Anlagen  scheußliche  Palmengruppen  mit  einem
noch  scheußlicheren  Fünfziger  darunter  hergerichtet
  würden,  während  andererseits  stati  die  Naturschönheiten
  zu  erhalten,  alles  rücksichtslo  abgeholzt
  werde.  Wie  lange  solle  das  noch  so
sortgehen?  Es  müßten  Mitel  und  Wege  gesucht
  werden,  um  sich  hievon  zu  befreien.  Er
sage,  um  nicht  wieder  mißverstanden  zu  werden:
Er  nehme  keineswegs  für  das  Kollegium  das
Recht  in  Anspruch,  zu  disziplinieren,  sondern
wolle  nur,  daß  das  Kollegium  seine  Rechte
wahre.  Sollte  alles  nichts  helsen,  dann  könnte
auch  noch  der  Naturschuyverein  eingreifen  und
eine  Beschumerde  bei  der  Regierung  eingereicht
werden.

GB.  Wendl  hält  es  für  einfacher,  vor  der
Beschlußfassung  die  ganze  Frage  einem  Auschuß
  zu  überweisen  und  den  Stadtgärlner  nochmals
  energisch  zu  verwarnen.

GB.  Ruedorfser  vermag  ebenfalls  nicht  den
Stadtgärtner  in  Schug  za  nehmen,  obsch«  on  Redner
  früher  meistens  allein  auf  weiter  Flur  gestanden
  habe,  als  er  begründete  Klagen  vorbrachte,
  daß  die  Bäume  nirgends  so  zugeschnit.
ten  würden  wie  in  Rosenheim.  Unglücklich  sei
diese  Entfernung  von  Bäumen.  Wenn  gesagt
werde,  daß  man  auch  noc  die  Abholzung  der
Loreto-Allee  zu  befürchten  hätte,  so  sei  das
gor  kein  Wiyn;  eine  Zuschrift  darüber  haben
nmiir  ja  früher  schon  erhalten.  Die  Frage  sei:
Wie  komme  man  heute  zum  Jiel?  Sympathisch
wäte  ihm  die  Ueberneisung  der  Sache  an  den
Verwwaltungsausschuß  unter  Beiziehung  mehrer
  Herren  des  Magistrats.

Auch  der  Vesjigen  sympathisiert  mit  diesem
  Vorschlag,  fügt  aber  hinzu,  daß  das  Vorgehen
  des  Stadtgärtners  nicht  genug  verurteilt
  werden  könne,  wenn  so  versahren  worden
sei,  wie  geschildert  ue  wurde.

GB.  Schmidt:  Die  Bäume  seien  enifernt
und  können  nicht  mehr  hingestellt  werden.  Auch
der  Verwaltungsausschuß  lönnte  nur  zu  der
Ueberzeugung  kommen,  daß  auch  gesunde  Bäume
in  nicht  geringer  Zahl  entfernt  worden  wären.
Man  sollte  sich  heute  schon  auf  einen  Antrag
festlegen,  worin  ganz  energisch  gegen  diesen
Vandalismus  protestiert  und  die  Disziplinicrung
gesordert  werde.

GB.  Stegmeier  erblickt  im  Desinitioum  einen
großen  Krebsschaden  für  die  Gememden,  was
dieser  Fall  wieder  beweise.  Wäre  es  nicht  vor- 



 

handen,  würden  solche  Bockbeinigkeiten  sicher

 

nicht  morkommen.  Man  musse  ein  Erempe#  ststuieren,

  indem  mon  meerspenstige  Angestellte

mit  einer  empfindlichen  Geldslrase  diszipliniere.
as  werde  am  ehesten  helfen.

B.  Göpfert:  Diesmal  müsse  gur  zugegriffen
  werden,  denn  mi#  hätten  keine  Garantien.
daß  die  „Lumxereien“  nicht  wieder  gemacht
würden.

6B.  Huber  verweist  auf  die  Gefahr  für
den  Hochwasserschaden.  Gerade  an  der  Stelle,
wo  abgeholzt  wurde,  sei  eine  Biegung,  welche
leicht  eine  Beickädigung  zulasse.  Jetzt  sei  die
Lage  sehr  ungünstig,  weil  die  Bäume  bisher
die  Gefahr  abgehalten  hätien.

B.  Schrettenieger  kann  sich  den  Vorschlag
Wendl  nicht  reckt  vorstellen.  Tatsach:  sei.  daß
Jefündeste  Baune  weggeschnitten  worden  seien,
nur  drei  morsche  Baume  seien  darunter  vorhanden.
  Wao  solle  jent  mit  der  dort  entflehenden
  Wiese  geschehen  Infolge  der  tiefen  Lage
würden  sich  Wasseransammlungen  ergeben,  so
daß  eine  Auffüllung  von  etwa  1.50  Meter  erforderlich
  wurde,  wollte  man  irgendwelchen
Nuhen  daraus  ziehen.

B.  Bauer  gibt  dem  Vorschlag  Wendl  in
ger  isser  Beziehung  eine  Berechtigung.  Das
Auftreten  gegen  den  Stadtgärtner  würde  durch
eine  zweckentsprechende  Vorberatung  im  Ausschuß
  eine  bessere  Grundlage  erhalten.

6  B.  Gepmeyr:  Der  Ausschuß  bestehe  auch
nur  aus  einzelnen  Herren,  er  könne  also  keinen
anderen  Zweck  haben,  als  die  Frage  hinauszuschieben.


Von  einer  Hinausschiebung
durfe  leine  Rede  sein.  Vandaliemus  sei  getrieben
  werden,  das  dürfe  nicht  sein.  Teshalb
müsse  einmal  mit  allen  Mitteln  vorgegangen
werden.  Redner  ermnerte  auch  an  den  Ton,
den  der  Stadtgärtner  in  einem  Schreiben  an
das  Kollegium  anzuschlagen  beliebt  habe.  Wenn
er  jetzt  fester  gefaßt  werde,  um  so  besser.  Der
Stadtgäriner  sage  aber,  das  Kollegium  habe
ihm  den  Weg  zu  diesen  Abholzungen  gezeigt.
da  es  651)  Mk.  als  Nußzungswert  eingeseh#t
halc,  welche  er  herausbringen  müsse.  So  wäre
der  berreffende  Beschluß  aber  keinesfalls  gemeint

  gewesen.  Die  Wassergefahr  sei  nicht  von
der  Hand  zu  weisen.

GB.  Scheuer  verweist  darauf.  daß  es  dem
Kollegium  darum  zu  tun  sein  müsse,  einen  möglichst
  einhelligen  Beschluß  berbeimuführen.  Man
müsse  sich  daher  auf  einen  Antrag  einigen.
Auch  ein  Fachmann  habe:  gesagt,  daß  die  Bäume
noch  lange  hätien  erhalten  bleiden  können.

B.  Schmidt  brachte  nun  einen  Antrag  ein.
der  in  scharfer  Form  gegen  den  Stadtgärtner
vorgehen  wollte.  In  der  kurzen  Begründung
dazu  meinte  er  not,  man  solle  nur  di:  Rechnung
  der  Stadtgärmerei  für  1913  abwarten.
dann  werde  sich  schon  zeigen,  uie  groß  das
Desizit  sein  werde.

Der  Vorsitzende  und  GB.  Ruedorifer  sind
der  Ansicht,  daß  man  nicht  zu  weit  gehen  solle.
Mit  dem  Antrag  auf  Disziplinierung  seien  sie
indessen  einveritanden;  dagegen  sei  es  heute
zu  früh,  die  im  Antrog  vorgesehenen  Schlugwlgerungen
  auszusprechen.

GB.  Görfert:  Man  dürfe  nicht  ängstlick  sein,
daß  man  dem  Stadtgäriner  wehe  tue.

GB.  Ruedorffer  meint  noch,  im  Antrag  zum
Auodruck  bringen  zu  sollen,  daß  man  die  Darlegungen
  des  Magitrrates  nicht  als  zutreffend
erachten  lönne.

Schließlis,  einigte  man  sich  auf  eine  Redigierung
  des  Antrages  durch  die  GB.  Scheuer  und
Ruederffer.  Er  erhieit  dadurch  die  bereits  mitgeteille
  Form,  in  welcher  er  vom  Kollegiunr
mit  allen  23  Stimmen  angenommen  wurde.

Cotalnscheichten.

Rosenheim,  26.  Februar.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Josef  Puchta.  Bauerssohn,  aus  Heft  bei  Rie- 



dering.  Res.  im  15  Res.--Inf.  Neg.:  Josef
Auer.  Gartmaierssohn  von  Högling,  Land
wehrmnan  im  1.  Inf.  Reg.  Andreas  Schulz.

Behambauerssohn  von  Faistenhaar.  Oberjäger,
Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes;  Theod.  Meißner.
  Barramtsasseisor  beim  Straßen--  u.  Fluß.
bauamt  Traunitein.  Pionier  Oberleutnant  und
Kompagnieführer.  Inhaber  des  Eisernen  Kreu—
#es  und  des  Verdienstordens  mit  Schwertern;
Gg.  Austermaier,  Speinzbauerssohn  von  Heim--ming.
  Wehrmann  im  1°  Landw.-Inf.-Reg.

Ortevorsteher  in  Feindesland.  Wie
wir  ersahren,  wurde  Herr  Oekonomierat  Maier,
der  sich  bei  Ausbruch  des  Krieges  freiwillig
zur  Front  meldete,  vom  Feldmedel  zum  Leutnant
  befordert.  Herr  Oelonomiera:  Maier  blieb
nur  kurze  Zeit  an  der  Front;  er  wurde  zum

Ortsrorsteher  der  Gemeinde  Guillemont  bei  Peronne
  ernannt,  wo  er  seine  großen  landwe#rtschaftlichen
  Kenntnisse  praktisch  verwertet.  Zu
seiner  Beforderung  beglückwunschen  wir  ihn
bestens.

Ein  Lazarettzug.  der  Verwundete  vom
österreichischen  Kriegsschauplan  brachte,  traf  auf
der  Durchsahrt  heute  mittags  in  Rosenheim  ein.
Er  war  mit  etwua  215  verwundeten  deutschen
Soldaten  belegt,  welche  an  den  Kämpfen  an  der
galizisch  russischen  Front  teilnahmen.  Der  Zug
hatte  etwa  einstündigen  Aufenthalt,  während
welcher  Zeit  den  Verwundeten  vom  Roten
Kreuz  Erfrischungen  gereicht  wurden.